Unentschieden vorhersagen bei Sportwetten: was ein Remis im Dreiweg-Markt wirklich wert ist
Ladevorgang...
Wer ein Unentschieden vorhersagen will, bekommt von der Wettindustrie eine Fülle an Werkzeugen angeboten — Formkurven, Remis-Statistiken, Quotenverläufe — und am Ende entscheidet eine Zahl, die niemand kennt. Die Quote auf das X im Dreiweg-Markt sagt nicht, wie wahrscheinlich ein Remis ist. Sie sagt, was ein Veranstalter zu nehmen bereit ist, nachdem er seinen Anteil eingerechnet hat. Genau dort beginnt die nützliche Arbeit: bei den Bedingungen, unter denen in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf, und bei der Frage, welcher der verfügbaren Wege zu welchem Wettenden passt.
Stand: Oktober 29, 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Spielerschutz stützen sich auf die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos (Sporttip, Version 4.2), das Règlement Jouez Sport der Loterie Romande (17. Ausgabe) sowie die Aufsichtspraxis der Gespa und das Geldspielgesetz.
Die zwei bewilligten Veranstalter und zehn Namen, die Schweizer Wettende daneben sehen
Zuerst die unangenehme Zahl. In der ganzen Schweiz dürfen Sportwetten von zwei Organisationen veranstaltet werden. Nicht zwei grossen, nicht zwei bevorzugten — zwei, und keine dritte. Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und das ist keine Marktbeobachtung, sondern die Folge des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und der interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen. Wer nach einer Liste weiterer bewilligter Buchmacher sucht, sucht nach etwas, das nicht existiert. Die Gespa führt keine Liste der Erlaubten jenseits dieser beiden — sie führt eine Sperrliste der verbotenen fremden Domains.
Für einen Menschen, der in einer Grenzregion wohnt und seit Jahren bei einem ausländischen Anbieter spielt, klingt das nach Formalie. Es ist der Knackpunkt der ganzen Materie, und deshalb steht er hier am Anfang und nicht im Kleingedruckten: eine Bewilligung nach dem BGS gilt nur in der Schweiz, und eine ausländische Bewilligung, gleich aus welchem Land, hat hier keine Kraft. Zwei vollständig getrennte Welten, mit getrennten Schutzmechanismen, getrennten Regeln und getrennten Risiken.
Die zwei lizenzierten Häuser teilen sich das Land geografisch, nicht nach Geschmack. Swisslos organisiert Sporttip im Gebiet der Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Das ist keine Empfehlung, sondern eine Zuständigkeit: ein Onlinekonto ist in der Praxis nur für Personen offen, die im jeweiligen Gebiet wohnen. Zuzüger merken das beim ersten Anmeldeversuch, und es ist der einzige Punkt in diesem Vergleich, bei dem die Wahl gar keine ist.
Danach kommt die Wahl, die wirklich eine ist. Neben diesen beiden stehen acht Namen, denen Schweizer Wettende begegnen: BassBet, Rainbet, 20Bet, 1xBet, Gamdom, bet-at-home, X3Bet und Betscore. Alle acht ohne Schweizer Bewilligung. Diese Einordnung ist kein Vorwurf an den Geschmack ihrer Nutzer, sondern eine Tatsache mit Folgen, und die Folgen stehen im Abschnitt über die Rechtslage. Wer sie hier in einer Zeile sucht, findet keine: keiner von ihnen hat eine Bewilligung als Veranstalter oder als Spiel im Sinne des BGS, und die Bewilligung, die einzelne von ihnen in einem anderen Land halten mögen, entfaltet auf Schweizer Boden keine Wirkung.
Was die zwei Bewilligten von den acht trennt, ist nicht die Quote. Es ist die Zugehörigkeit zu einem System: Spielerkonto mit verifizierter Identität, Limiten, Verlustlimiten, Anschluss an das schweizweite Sperrregister, Aufsicht durch die Gespa, Rückgriff auf Schweizer Recht. Was die acht bieten, ist die Abwesenheit genau dieser Kette. Ein Wettender, der sich für einen von ihnen entscheidet, entscheidet sich nicht für ein besseres Produkt, sondern für weniger Kontrolle und weniger Rückweg.
| Brand | Bewilligung nach BGS | Veranstalterin oder gemeldete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (Grossspiel) | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| BassBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| Rainbet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| 20Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| 1xBet | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| Gamdom | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldet: Tobique (Kanada), ohne Kraft in der Schweiz |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | keine Bewilligung bekannt, ohne Kraft in der Schweiz |
Zwei Spalten, die auf zehn Zeilen achtmal dasselbe sagen, sind kein schöner Anblick. Sie sind trotzdem das Ehrlichste, was diese Tabelle leisten kann: die Spalte der Veranstalterinnen ist bei den ausländischen Namen so monoton, weil die Lage so ist. Bei X3Bet lohnt das zweite Feld einen zweiten Blick, weil dort tatsächlich eine gemeldete Zuständigkeit auftaucht — Tobique, Kanada — und weil diese Angabe zeigt, wie wenig sie hier bedeutet. Eine Bewilligung in Kanada schützt niemanden in Bern. Wer trotzdem bei einem der acht spielt, sollte wissen, dass die Sperrliste der Gespa genau für solche Domains existiert und dass ein Domainwechsel binnen Stunden passiert; die Aufsicht nennt in diesem Zusammenhang Interwetten und bet-at-home, und bet365 steht ebenfalls auf der Liste.
Der Vergleich der beiden Bewilligten ist der eigentliche Inhalt des nächsten Abschnitts. Die Kennzahl, die dabei zählt, ist keine Gewinnaussicht — die kann niemand seriös berechnen — sondern die Struktur: welche Märkte, welche Limiten, welche Auszahlung.
Grundlagen: wie ein Remis im Dreiweg-Markt bewertet wird
Ein Dreiweg-Markt hat drei Ausgänge: Heimsieg, Auswärtssieg, Unentschieden. Drei Quoten, drei Buchungen, ein Preisgefüge. Wer ein Remis vorhersagen will, muss diesen Markt lesen können, und das ist weniger geheimnisvoll, als die Prognose-Industrie es aussehen lässt.

Was bedeutet «Remis» überhaupt im Sinne einer Wette? Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — beim Fussball die 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Cup-Spiel, das nach 90 Minuten unentschieden steht und in der Verlängerung entschieden wird, ist für eine Wette auf die reguläre Spielzeit ein Remis. Ein Turnierwettbewerb mit K.-o.-Runde ist damit die häufigste Quelle für Verwirrung, und die Verwirrung kostet echtes Geld.
Der zweite Grundbegriff ist die Quote selbst. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Diese letzte Regel verdient einen Moment Aufmerksamkeit, weil sie bei kleinen Einsätzen mehr kostet als bei grossen: bei CHF 10 Einsatz und einer Quote von 2.10 beträgt der rechnerische Gewinn CHF 21, der nach der Rundung bei CHF 21 bleibt; bei einer krummen Kombinationsquote und kleinen Einsätzen fällt der Rappenabzug prozentual schwerer ins Gewicht. Der Veranstalter veröffentlicht diese Regel, was mehr ist, als man erwarten darf. Angenehm ist sie trotzdem nicht.
Und dann die Frage, die den Kern dieses Themas ausmacht: was die Quote über die Wahrscheinlichkeit aussagt. Eine Quote von 3.40 auf das X bedeutet nicht, dass das Remis eine Chance von 29 Prozent hat. Sie bedeutet, dass der Veranstalter bereit wäre, das 3.40-Fache auszuzahlen, wenn er sich über den Ausgang sicher wäre. Der Abstand zwischen dem, was fair wäre, und dem, was tatsächlich auf den drei Feldern zusammen angeboten wird, ist sein Verdienst.
Für die drei Ausgänge eines solchen Marktes lässt sich dieser Abstand berechnen, und das Beispiel zeigt, wie sich die drei Zahlen ineinander verwandeln. Nehmen wir einen Markt, in dem zwei Ausgänge zu 1.90 angeboten werden — ausdrücklich als Rechenbeispiel, nicht als beobachtete Quote. Kehrwerte bilden: 1 ÷ 1.90 ergibt rund 0.5263, zweimal ergibt etwa 1.0526. Der Quotenschlüssel, also der Anteil der Einsätze, den dieser Markt zusammen zurückzahlt, liegt damit bei rund 95 Prozent, und die Marge des Veranstalters zwischen 4 und 5 Prozent. Das ist der Kern der Rechnung: zwei Quoten von 1.90 auf einem Zweiweg-Markt kosten den Wettenden rund fünf Rappen pro investiertem Franken, und zwar unabhängig davon, wer gewinnt.
Diese Spanne ist kein Betrug, sondern die Geschäftsgrundlage. Wer eine Wette platziert, sollte sie trotzdem kennen: sie ist der Preis des Produkts. Bei einem Markt mit nur zwei Ausgängen ist die Marge höher als bei einem mit drei oder mehr, und genau deshalb lohnt sich der Vergleich zweier Veranstalter nicht über die eine Quote, die ins Auge fällt, sondern über alle Felder desselben Marktes. Eine Quote von 1.90 auf ein Feld ist wertlos als Kennzahl, wenn das dritte Feld desselben Marktes schweigt.
Auch das Verhalten der Buchung selbst ist Teil der Grundlagen. Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Solche Regeln klingen nach Fussnote, bis ein Abendspiel wegen Unwetters verschoben wird und aus einer Viererkombination eine Dreierkombination mit neuem Preisgefüge wird. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip ausserdem nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; wird eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion angenommen, kann der Veranstalter die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Man erfährt das nie, solange das Tor normal fällt.
Wie ein unterbrochener Wettverlauf behandelt wird, zeigt sich am Livewetten-Punkt am klarsten. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos eine Wette sogar dann mit Quote 1.00 werten, wenn sie davor platziert wurde. Wer in solchen Momenten mit einem schnellen Klick arbeiten will, arbeitet gegen eine Regel, die er nicht kennt, und gegen einen Sekundenbruchteil, der nicht reicht.
Das klingt nach einem technischen Vorbehalt. Es ist der Punkt, an dem sich Livewetten von Prematch-Wetten unterscheiden, und der Grund, warum ein Remis auf dem Live-Markt ein anderes Produkt ist als ein Remis vor Anpfiff. Dazu kommt die Auszahlung: Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der angebotene Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Ein Ausstieg, der weniger auszahlt als das, was man stehen liesse — und der einem nicht einmal garantiert wird.
Was beim Abschluss noch zu Bruch gehen kann, ist unspektakulär und teuer: Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer einen Gewinn verfallen lässt, weil die Quittung in der Jackentasche blieb, spendet ihn — unfreiwillig und zu einem Zweck, den er nicht gewählt hat.
Limiten, Quoten und Kombinationen: was die Produktstruktur kostet
Die Limiten der beiden Schweizer Veranstalter sind Vertragsbedingungen, keine gesetzlichen Höchstwerte, und sie fallen klein aus. Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Zwei Dinge stecken darin, die zusammengenommen mehr über das Schweizer Wettangebot sagen als jede Quotentabelle: die Untergrenze von CHF 1 macht kleine Einsätze möglich, die Obergrenze von CHF 1’000 macht grosse zu einer Frage der Aufteilung.
Bei Jouez Sport sieht die Struktur anders aus, und zwar aufschlussreich anders. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Unterschied ist grundsätzlicher Natur: Sporttip begrenzt den Einsatz, Jouez Sport zusätzlich den Gewinn. Für einen Menschen mit einem Fünffranken-Einsatz ist das akademisch. Für einen, der eine Zehnerkombination mit hohen Einzelquoten baut, ist es die Grenze, an der die Vorstellung von einem grossen Gewinn aufhört, eine zu sein.
Und dann ist da noch der Kombiboost, das Zusatzangebot, das Sporttip nur online gewährt — für Prematch-, Live- und Systemwetten — und das mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Was auf dem Papier nach einer Verdopplung aussieht, ist in Wahrheit eine Bedingungskette: wer eine fünfte Voraussage mit Quote 1.45 einbaut, fällt von der 20-Prozent-Stufe zurück auf die 5-Prozent-Stufe, und das ist bei manchen Kombinationen schlechter als die kürzere Kombination mit dem höheren Boost. Der Boost belohnt nicht die Länge, sondern die Länge über einer Quotenschwelle.
Dasselbe Muster bei den Quotenboosts, die nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage gelten, während Profitboosts den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz erhöhen. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost mitnimmt und dann vorzeitig aussteigt, tauscht die Erhöhung gegen einen tieferen Cash-Out-Betrag — ein schlechtes Geschäft, das niemand ankündigt.
Rechtslage: die Bewilligung, die Gespa-Liste und was eine ausländische Lizenz hier bedeutet
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes und werden von der Gespa beaufsichtigt — der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft trat. Nicht von der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Diese Zuständigkeitsfrage ist keine Fussnote: wer bei einem Beschwerdefall an die falsche Stelle schreibt, verliert Zeit, die er nicht hat.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile, eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt, und entsprechend ist die Auswahl nicht das Ergebnis eines Auswahlverfahrens unter vielen Bewerbern, sondern eine Festlegung. Ein Onlinekonto verlangt Wohnsitz in der Schweiz und in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Die Nettoerträge fliessen gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu — weshalb die Merkwürdigkeit, dass ein Wettgewinn hier zugleich ein Beitrag an öffentliche Aufgaben ist, keine Ironie ist, sondern die Konstruktion.
Was in der Schweiz überhaupt gespielt werden darf
Zulässig sind ausschliesslich Sportwetten auf Sportveranstaltungen. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa führt ein Verzeichnis der zulässigen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026), und was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. Qualifikationsrunden nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet, niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste enthält keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Das ist eine andere Art von Begrenzung als eine Quote. Sie bestimmt, welche Fragen überhaupt gestellt werden dürfen, und für einen Wettenden, der sein Wissen über Ecken, Karten oder Trainingsleistungen einsetzen möchte, heisst das schlicht: dieses Wissen lässt sich in der Schweiz nicht in eine Wette verwandeln. Ob das ein Verlust an Freiheit oder ein Schutz vor sich selbst ist, muss jeder für sich entscheiden; die Grenze verläuft jedenfalls nicht dort, wo das Wettprogramm die meisten Felder zeigt.
Livewetten sind erlaubt, prematch und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hält. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Das ist der Punkt, an dem der häufigste Irrtum über das Schweizer Recht sitzt: das Gesetz beschränkt nicht die Live-Märkte, sondern der Kreis der Veranstalter ist klein. Cash-Out ist dagegen gar nicht geregelt und bleibt eine Eigenschaft jedes einzelnen Produkts — bei Sporttip als vollständiger Ausstieg ohne Teilauszahlung und ohne Garantie für jeden Markt.
Bewilligung, Sperrliste und der Weg über die Grenze
Wer glaubt, eine ausländische Bewilligung leiste in der Schweiz etwas, irrt sich teuer. Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz, und eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder irgendeinem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Die Spielenden werden nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es existiert weder Schutz noch eine Kontrolle des fairen Ablaufs.
Die Aufsicht veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden binnen Stunden ersetzt. Wer also meint, ein gesperrter Zugang sei ein Hindernis, verkennt die Lage: die Blockade verhindert den Zugang nicht, sie verschiebt ihn, und sie ist der sichtbare Teil eines Mechanismus, der den Wettenden nicht schützt.
Die ehrliche Zusammenfassung dieser beiden Wege lautet nicht «lizenziert gut, ausländisch schlecht». Sie lautet: lizenziert bedeutet vollständigen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Ausländisch bedeutet keinen Schweizer Schutz, keinen Anschluss an das Sperrregister, keinen Schweizer Rückgriff — und Gewinne, die nach kantonaler Praxis steuerbar sind. Das ist ein Tausch, kein Selbstläufer. Wer beides gegeneinander abwägt, sollte die zweite Seite nicht mit dem Wort Freiheit verrechnen, das dort nicht steht.
Registrierung: wer ein Konto bekommt und wer nicht
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Die Altersgrenze ist gesetzlich, und bei Swisslos ist sie auch eine Frage der Kontrolle über den Kanal. An den Verkaufsstellen fiel die Kontrolle 2025 durch: bei 200 Testkäufen der Gespa wurde in 47.5 Prozent der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört auf jede Seite, die über Schweizer Sportwetten schreibt, weil sie das bequeme Bild vom strengen Schweizer System widerlegt — und weil sie zeigt, dass die Schutzmechanismen dort am schwächsten sind, wo ein Mensch hinter dem Tresen steht und nicht eine Datenbank vor dem Bildschirm.
Beim Geld selbst gilt eine Regel, die das System prägt: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es bei bewilligten Schweizer Sportwetten nicht. Ein Kredit an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen — Swisslos nennt PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Ein Schweizer Alleinstellungsmerkmal ist das nicht; ein Banküberweisungsverbot an ausländische Wettseiten ebenfalls nicht. Wer behauptet, Kartenherausgeber oder Banken sperrten Zahlungen an unerlaubte Anbieter, behauptet etwas, das es nicht gibt.
Spielerschutz: Limiten, die man selbst setzen muss, und der Griff nach oben, der Zeit braucht
Das Schweizer System legt keine staatliche Obergrenze für Einzahlungen fest. Es verpflichtet die Veranstalter, von den Spielenden selbst gewählte Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat zu verlangen. Die Zahl kommt vom Wettenden, nicht vom Gesetz. Das ist der zentrale Charakterzug des Systems, und er hat eine unangenehme Seite: wer keine Grenze will, muss sie trotzdem setzen, und was er setzt, gilt für ihn.
Bei Sporttip heisst das konkret: vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die gesetzliche Frist für das Anheben beträgt 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Drei Tage sind keine Wartezeit, das ist eine Bedenkzeit — und zwar die einzige, die einem Menschen in der Nacht nach einer Verlustserie zugutekommt, weil sie die Entscheidung von der Stimmung trennt.
Wer mehr will als eine Limite, kann sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ein freiwilliger Ausschluss lässt sich erst nach drei Monaten aufheben, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Diese Sätze gehören zu den wenigen in diesem Text, die ohne jede Ironie dastehen: wer sich sperrt, sperrt sich wirksam.
Was daraus für einen Wettenden folgt, der mit Remis-Wetten arbeitet, ist unbequem konkret. Ein Markt mit drei Ausgängen und einer Marge von rund fünf Prozent verliert auf Dauer gegen jeden, der ihn oft genug bespielt. Eine Serie verlorener Wetten ist deshalb kein Signal, den Einsatz zu erhöhen — sie ist die normalste Erscheinung in einem Geschäft mit einer eingebauten Spanne. Wer nach fünf Remis-Wetten ohne Treffer die Limite anhebt, tut genau das, wogegen die 72 Stunden gebaut sind: er trifft die Entscheidung in dem Moment, in dem er am wenigsten dazu in der Lage ist. Und eine Selbstsperre von 90 Tagen ist in dieser Lage kein Eingeständnis, sondern die einzige Massnahme im ganzen System, die ohne Zutun der Vernunft funktioniert.
Die Limiten sind dabei keine Strafe, die einem der Veranstalter auferlegt, sondern ein Vertrag mit sich selbst, den der Veranstalter nur verwaltet. Wer das verwechselt, ärgert sich über die 72 Stunden statt über den eigenen Vorsatz vom Vorabend. Über Steuerfragen bei Gewinnen sollte man im Übrigen eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung fragen — an dieser Stelle steht dazu nur, dass Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen bis zu einem Freibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei sind, dass der Bundesfreibetrag ab 1.1.2026 CHF 1’071’000 beträgt (2025 waren es CHF 1’070’400), dass die kantonale Schwelle je nach Kanton abweicht und dass oberhalb der Schwelle ein Verrechnungssteuerabzug von 35 Prozent erfolgt. Eine Wette auf ein Remis mit einem Einsatz im zweistelligen Bereich liegt von dieser Schwelle so weit entfernt, dass sie praktisch nie erreicht wird. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Mobil: App, Ausweis und die Frage, wer die Anwendung eigentlich betreibt
Wer heute eine Wette abschliesst, tut das meistens auf einem Telefon. Über die App unterscheidet sich das Produkt kaum vom Browser — eine andere Oberfläche, dieselben Regeln — aber über die App unterscheidet sich die Frage, wem man dabei sein Geld anvertraut, in nichts von der Frage am Rechner. Das klingt banal und ist der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren.
Sporttip-Wetten lassen sich online über die Website von Swisslos oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden — die interessanteste Eigenschaft des Schweizer Modells, weil sie den Kanal nicht festlegt: man kann zu Hause entscheiden und an der Verkaufsstelle mit Bargeld spielen. Für einen Menschen, der seine Wetten nicht aus dem Kartenkonto heraus bezahlen möchte, ist das die praktischste Eigenschaft des ganzen Angebots.
Die Konzentration der Suchanfragen auf Wett-Apps macht eine Verwechslung besonders wahrscheinlich. In den App-Stores stehen Anwendungen, die Vorhersagen liefern, ohne selbst Wetten zu vermitteln. Was eine solche Anwendung tut, ist eine Einschätzung zu produzieren — Wahrscheinlichkeiten, Formkurven, Tendenzen — und diese Einschätzung ist ein Produkt, kein Ergebnis. Wer eine App für Vorhersagen sucht und eine App zum Wetten findet, hat zwei verschiedene Dinge gefunden, und die Verwechslung ist der Hauptgrund, warum Anwendungen ohne Schweizer Bewilligung überhaupt heruntergeladen werden.
Der rechtliche Rahmen verschiebt sich dadurch nicht. Ein Konto und eine Wette sind nur bei bewilligten Veranstaltern möglich, mit verifizierter Identität, und eine Anwendung ohne Schweizer Bewilligung ändert daran nichts, egal wie modern ihre Oberfläche aussieht. Die Identitätsprüfung ist dabei nicht nur eine Formalität für die Buchhaltung: sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Mensch im Sperrregister auftauchen kann, dass er Limiten setzen kann und dass ein Gewinn auf ein Konto auf seinen Namen fliesst. Wer sich bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung registriert, verliert genau diese Kette — und die App wird dabei nicht langsamer, sie gibt es nur nicht mehr gegen ihn.
Was ein Wettender vor dem ersten Klick prüfen kann, ist keine komplizierte Recherche. Steht der Veranstalter auf der Seite der Gespa als bewilligt? Ist die Bewilligung als Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel ausgewiesen? Erscheint ein Domainname auf der Sperrliste? Und — die einfache Frage, die fast immer genügt — verlangt die Anwendung eine Identitätsprüfung mit amtlichem Ausweis und Wohnsitznachweis in einem Vertragsgebiet, oder begnügt sie sich mit einem Geburtsdatum und einer E-Mail-Adresse? Die zweite Antwort schliesst jede Schweizer Bewilligung aus, weil die Schweizer Registrierung die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausliest und gegen Adressdatenbanken prüft.
Vorhersagen und Strategie: wie aus Form, Statistik und Quoten eine Einschätzung wird
Eine Einschätzung zum Unentschieden entsteht in drei Schritten, und der dritte macht die ersten beiden fast zunichte.
Der erste Schritt ist die Form. Eine Mannschaft, die in ihren letzten Spielen häufig unentschieden gespielt hat, erzeugt das Gefühl einer Tendenz. Das Gefühl hat eine statistische Grundlage, aber eine schwache: Remis-Quoten schwanken von Saison zu Saison, von Liga zu Liga und von Mannschaft zu Mannschaft stärker, als die meisten Tabellen suggerieren, und ein Verein, der in einem Dutzend Spielen eine Handvoll Unentschieden gesammelt hat, hat damit keine Eigenschaft nachgewiesen, sondern eine Stichprobe gezogen. Dutzende Spiele sind zu wenige, um ein Muster von Zufall zu trennen.
Der zweite Schritt ist die Statistik, und hier wird es interessanter, weil verschiedene Statistiken sehr unterschiedlich aussagekräftig sind. Remis-Serien — wie viele Spiele in Folge ohne Unentschieden — sind die schwächste aller denkbaren Kennzahlen. Sie beschreiben eine Vergangenheit, aus der nichts folgt; ein Spiel kennt das vorangegangene nicht. Deutlich mehr sagt eine Statistik über das Spiel selbst: wie selten oder häufig die beteiligten Mannschaften in einer ganzen Saison Remis spielen, wie das Verhältnis von Heimsiegen zu Auswärtssiegen in dieser Liga liegt, wie tief die Tore fallen. Eine Liga mit vielen knappen Resultaten und wenigen Toren produziert mehr Unentschieden als eine mit offenem Spiel, und das ist eine Eigenschaft der Liga, die sich über eine Saison stabiler verhält als über drei Spieltage.
Der dritte Schritt ist die Quote selbst, und er ist der Schritt, den die meisten Vorhersage-Anwendungen auslassen. Die Quote enthält die Einschätzung des Veranstalters, und die ist nicht dumm: sie stammt von einem Anbieter, der Geld verliert, wenn er sich systematisch irrt. Wer aus einer Quote von 3.40 ableitet, das Remis habe eine Chance von 29 Prozent, hat den Quotenschlüssel nicht eingerechnet. Der Anteil, den der Markt zurückzahlt, liegt bei einem Zweiweg-Markt mit zwei 1.90-Quoten bei rund 95 Prozent, und ein Dreiweg-Markt zahlt in der Regel weniger zurück als ein Zweiweg-Markt — die Marge wächst mit der Zahl der Felder, und das Remis sitzt in einem dreifeldrigen Markt. Der fair bewertete Kehrwert aus der Quote fällt also immer höher aus als der wahre, und wer mit ihm rechnet, rechnet systematisch zu optimistisch. Über einen Abend kostet das nichts. Über ein Jahr kostet es die Rendite.
Der häufigste Denkfehler ist genau hier angesiedelt. Ein häufiges Unentschieden macht eine Wette nicht sicher, und es macht sie nicht einmal gut. Wenn eine Liga besonders viele Remis hervorbringt, weiss der Veranstalter das, und die Quote auf das X ist entsprechend niedriger. Die Information steckt bereits im Preis; der Wettende hat keinen Vorteil gewonnen, sondern dieselbe Information für teureres Geld gekauft. Es gibt in diesem Geschäft nur eine echte Wette, nämlich die auf einen Unterschied zwischen der eigenen Einschätzung und der des Veranstalters — und eine Remis-Statistik aus der Zeitung ist nicht dieser Unterschied.
Wie man trotzdem diszipliniert vorgeht, lässt sich ohne jeden Geheimtipp beschreiben. Man schreibt die eigene Einschätzung auf, bevor man die Quote sieht, und vergleicht danach. Man beschränkt sich auf wenige Märkte, in denen man die Liga wirklich kennt. Man notiert jeden Einsatz, weil das Gedächtnis Verluste schönt. Man hält den Einsatz über eine Serie konstant und überlässt die Erhöhung nicht dem Zorn. Und man bezahlt einen Teil der Freude am Spiel damit, dass man von einem Teil des Rückzahlungsanteils Abschied nimmt: rund fünf Rappen pro Franken in einem Zweiweg-Markt sind der Preis des Produkts. Wer diesen Preis akzeptiert und sich keine Prognose einredet, wettet — wer ihn ignoriert und sich einredet, eine Serie sei ein Muster, führt eine Statistik über sich selbst, die er nicht lesen will.
Dasselbe gilt für die grossen Wettbewerbe, in denen die Suchanfragen nach Vorhersagen zu Champions-League-, Bundesliga-, Basketball- und Eishockey-Spielen anschwellen. Die Vollständigkeit dieser Wettbewerbe macht sie attraktiv, nicht berechenbar: die Aufmerksamkeit, die auf ein Spiel gerichtet ist, verändert nicht den Ausgang, sie verändert nur die Zahl der Menschen, die eine Einschätzung kaufen. Wer in einem gut beobachteten Markt eine Quote für falsch hält, hält mit hoher Wahrscheinlichkeit die eigene Einschätzung für falsch.
Die Anbieter im Vergleich: zwei Bewilligte und acht Grenzgänger
Diese Bewertung behandelt alle zehn Namen nach denselben Kriterien: Bewilligungsstatus, Limiten und Produktstruktur, Spielerschutz, Verhalten bei Auszahlungen. Sie behauptet keine Rangfolge nach Gewinnaussicht, weil sich eine solche nicht berechnen lässt, und sie verwechselt die zwei Gruppen nicht: die beiden Schweizer Veranstalter unterscheiden sich voneinander, und die acht ausländischen Namen unterscheiden sich von beiden.
Swisslos Sporttip: das vollständige System mit den engsten Limiten
Der Bewilligungsstatus ist die Bewilligung als Veranstalter und pro Spiel für ein Grossspiel, unter Aufsicht der Gespa, veranstaltet von der SWISSLOS Interkantonalen Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Limiten fallen eng aus: CHF 1 Mindesteinsatz, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 für eine Systemwette, änderbar jederzeit ohne Angabe von Gründen. Der Spielerschutz ist der aufwendigste im Feld: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Wette, Oberlimite CHF 9’999 und CHF 1’000 unter 21 Jahren, Einzahlungslimite für 30 Tage als freiwillige Ergänzung, Selbstsperre von 1 bis 180 Tagen ohne vorzeitige Aufhebung und unbefristete Sperre im schweizweiten Register.
Die Auszahlungen sind vollständig geregelt und ungewöhnlich transparent. Spielguthaben lassen sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Innerhalb von 365 Tagen sind zwei Auszahlungen auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto gratis; ab der dritten kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Guthaben gut; Beträge darüber werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.
Drei Prozent für die dritte Auszahlung in einem Jahr sind kein Skandal, aber sie sind der Punkt, an dem sich die Bequemlichkeit rächt: wer sein Guthaben liegen lässt und in vier Raten abruft, zahlt für eine Dienstleistung, die bei zwei Abrufen nichts gekostet hätte.
Der Vergleich mit dem Westschweizer Gegenstück fällt differenziert aus. Sporttip ist strenger bei der Einsatzgrenze und bietet den Kombiboost und die Quotenboosts, die das Haus nur online gewährt und deren Staffelung an Quotenschwellen gebunden ist. Für einen Wettenden mit kleinen Einsätzen und Interesse an Kombinationen ist das rechnerisch attraktiv, sofern er den Cash-Out meidet, bei dem die Boosts verfallen. Wer grosse Einzelwetten platzieren will, findet hier die engere Grenze, und wer in einem Kanton ohne Swisslos-Anschluss wohnt, findet überhaupt keinen Zugang.
Loterie Romande Jouez Sport: höhere Einsatzgrenzen, begrenzter Gewinn
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Die Bewilligung entspricht der des Partnerhauses: Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa. Die Limiten setzen an einem anderen Ende an: der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die 2’350 Verkaufsstellen sind mehr, als die Einwohnerzahl der Westschweiz vermuten lässt, und sie erzählen die eigentliche Geschichte dieses Veranstalters: das Modell ist nicht auf den Bildschirm gebaut. Wer einen Gewinn persönlich abholt und eine Wette über den Tresen abgibt, braucht keine App. Der Gewinnplafond ist die zweite Eigenheit: eine Zehnerkombination mit hohen Einzelquoten stösst bei CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen an eine Wand, die kein Einsatzlimit errichtet. Wer Kombinationen mit vielen hohen Quoten baut, merkt davon nichts, solange er klein spielt, und alles, wenn er es nicht tut.
Für einen Wettenden mit kleinen Einsätzen ist die Untergrenze der Kombinationsquote von 1.10 praktisch bedeutungslos, und auch der Gewinnplafond bleibt in weiter Ferne. Der Unterschied zu Sporttip liegt weniger im Produkt als im Kanal und im Wohnort: die Verkaufsstellendichte ist hier die Stärke, die Online-Welt dort.
BassBet, Rainbet, 20Bet, 1xBet, Gamdom, bet-at-home, X3Bet und Betscore: acht Namen ohne Schweizer Bewilligung
Diese acht Anbieter stehen hier aus einem Grund, der nichts mit ihrer Attraktivität zu tun hat: Schweizer Wettende begegnen ihnen, und deshalb gehören sie in eine ehrliche Übersicht. Die Bewilligungslage ist bei allen dieselbe — keine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das schweizweite Sperrregister, kein Schweizer Rückgriff, und die Möglichkeit, dass die Domains auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden, mit Ersatz binnen Stunden. Bei BassBet, Rainbet, 20Bet, 1xBet, Gamdom, bet-at-home und Betscore ist eine Bewilligung nicht bekannt. Bei X3Bet wird eine Zuständigkeit in Tobique, Kanada, gemeldet — was den Status in der Schweiz nicht verändert, weil eine ausländische Bewilligung hier keine Wirkung entfaltet.
Das Muster dieser acht ist nicht ihre Unterschiedlichkeit, sondern die Gleichheit der Rechtsfolgen bei unterschiedlicher Herkunft. Ob ein Anbieter eine Lizenz in einem anderen Land hält oder keine: auf Schweizer Boden ist die Wirkung dieselbe, und der Wettende trägt sie allein. Die Sperrliste ist dabei kein Schutzschild, sondern ein Katz-und-Maus-Spiel mit Ersatzadressen — und wer einen blockierten Zugang umgeht, umgeht nicht die Aufsicht, sondern die eigene letzte Bremse.
Von diesen acht namentlich abzugrenzen ist die Angabe, ob einer von ihnen etwas Bestimmtes anbietet oder nicht: was hier nicht steht, ist nicht etwa verneint, sondern schlicht nicht Gegenstand dieses Vergleichs. Wer bei einem dieser Anbieter ein Konto erwägt, liest seine Bedingungen selbst und prüft, ob die für Schweizer Verhältnisse entscheidenden Fragen beantwortet sind: verifizierte Identität, Anbindung an ein Sperrsystem, Limiten, Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, Sitz und Bewilligung des Veranstalters.
Der wichtigste Punkt für einen wettenden Menschen ist der, den diese Gruppe von den zwei Bewilligten trennt: bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es keine Stelle, die den Fall prüft. Keine Gespa, kein Sperrregister, kein Schweizer Gerichtsstand, keine Aufsicht über die Auszahlung und keine Einsprachefrist. Ein Streit um CHF 400 ist vor Schweizer Recht ein Vorgang mit Fristen und einer Stelle, die sie überwacht. Vor den Bedingungen eines Anbieters ohne Schweizer Bewilligung ist er ein Gespräch mit einem Support-Team.
Häufige Fragen zu Unentschieden-Wetten
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Unentschiedens, und was sagt die Quote darüber?
Die Quote zeigt nicht die Wahrscheinlichkeit, sondern den Preis nach der Marge. Bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu 1.90 zahlt er rund 95 Prozent aller Einsätze zurück, also bleiben zwischen 4 und 5 Prozent beim Veranstalter. Ein Dreiweg-Markt zahlt in der Regel weniger zurück. Die aus der Quote errechnete Chance ist deshalb immer zu hoch.
Zählt bei einer Wette auf Unentschieden die reguläre Spielzeit, und was ist mit Verlängerung und Penaltyschiessen?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, beim Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Vor dem Abschluss lohnt der Blick auf diese Angabe im Programm.
Welche Remis-Statistiken sagen etwas aus, und warum ist eine Serie ohne Remis kein Grund für eine Wette?
Serien ohne Remis beschreiben eine Vergangenheit, aus der nichts folgt, weil ein Spiel das vorangegangene nicht kennt. Aussagekräftiger sind Saisonwerte der beteiligten Mannschaften, das Verhältnis von Heimsiegen zu Auswärtssiegen in einer Liga und das typische Torverhältnis. Trotzdem steckt die Information bereits in der Quote, weil der Veranstalter dieselben Daten kennt.
Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Sporttip rundet das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Bei CHF 10 Einsatz und einer Quote von 2.10 bleiben also CHF 21.
Welche Apps gibt es für Vorhersagen, und was bedeutet die Gespa-Liste der erlaubten Wettarten?
Anwendungen für Vorhersagen liefern Einschätzungen und vermitteln keine Wetten. Wetten sind nur bei den beiden bewilligten Veranstaltern möglich, mit verifizierter Identität und Wohnsitz im Vertragsgebiet. Die Gespa-Liste der zulässigen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten begrenzt das Angebot: erlaubt sind ausschliesslich Wettbarten auf Sportveranstaltungen nach dem Verzeichnis in der Version vom 10.09.2026, ohne Corner- und Kartenmärkte und ohne Esport.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette bei einem Schweizer Veranstalter gesetzt werden?
Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Tipps – kartenzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»
