Schachwetten in der Schweiz: Wer darf, wer rechnet, wer haftet
Ladevorgang...
Stand: Oktober 29, 2026 — die Bewilligungsangaben wurden gegen die Publikationen der Gespa und die Veranstalterbewilligungen von Swisslos und Loterie Romande geprüft.
Wer in der Schweiz auf eine Schachpartie Geld setzen will, kommt an zwei Namen nicht vorbei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern das Ergebnis einer Deckelung. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und alles Weitere in dieser Frage — ob ein bestimmtes Turnier überhaupt wetttauglich ist, ob das Wohnkanton passt, was von einem Gewinn übrig bleibt — folgt aus dieser einen Entscheidung. Wer das nicht weiss, sucht sich einen Anbieter nach der Optik aus und fragt danach nie wieder, warum die Auswahl so aussieht.
Dass ausgerechnet Schach davon betroffen ist, hat einen Grund, der beim Betrachten einer Partie sofort auffällt: Sie endet regelmässig unentschieden. Eine Sportart, in der ein Drittel aller Partien ohne Sieger bleibt, lässt sich nicht mit derselben Quote bedienen wie ein Fussballspiel, in dem ein Ergebnis fast immer feststeht. Im Profischach liegt die Remisquote bei etwa 43 %, und Weiss holt im Mittel rund 54 % der möglichen Punkte. Daraus entsteht ein anderes Wettangebot als bei einem Spiel mit zwei klaren Seiten — und in einem Angebot mit drei Ausgängen sitzt die Marge an einer anderen Stelle.
Was im Folgenden steht, ist keine Einladung zum Wetten. Es ist die Antwort auf die Frage, worauf man in der Schweiz überhaupt setzen darf, was dabei gesetzlich mitläuft und woran man vor der ersten Wette nicht vorbeikommt.
Rechtslage: nur zwei Veranstalter, und die Liste entscheidet mit
Wer prüfen will, ob auf Schach gewettet werden darf, landet zuerst bei einem Regulator, den die meisten nicht kennen. Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa beaufsichtigt, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht die Adresse; sie beaufsichtigt Kasinos. Eine Bewilligung braucht zwei Teile — eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel — und sie gilt nur in der Schweiz. Aus dieser Konstruktion folgt die gesamte Anbieterlandschaft dieses Themas.

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet ihre Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Aufteilung ist keine Sortimentsfrage: Ein Onlinekonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, kommt an ein Jouez-Sport-Konto nicht heran, und wer in Genf wohnt, nicht an eines von Sporttip. Eine lange Suche nach dem «günstigeren» der beiden erübrigt sich damit von selbst — es gibt keine Wahl, sondern eine Zuständigkeit.
Dass die Liste der Angebote geschlossen ist, wird schnell übersehen. Sportwetten sind nur auf Sportereignisse zulässig; auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen lässt sich nicht setzen, und die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten stehen in einer von der Gespa geführten Liste. Qualifikationsrunden sind nur erlaubt, wenn sie darin stehen, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet, und auf Trainingsläufe gar nicht. Die Liste (Version vom 10.09.2026) enthält keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Warum das für einen Schachfan die wichtigste Passage ist: Nicht die Sportart «Schach» ist zugelassen oder nicht, sondern jeder einzelne Wettbewerb und jede einzelne Wettart. Die Gespa legt fest, welche Ereignisse als Wettgegenstand erlaubt sind, und die Auskunft, die zählt, ist die dieser Liste — nicht die Startseite eines Anbieters, die eine Quote zeigt. Und weil Livewetten zulässig sind, soweit die Veranstalterin über eine entsprechende Bewilligung verfügt, und das BGS keine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt, ist selbst innerhalb einer zugelassenen Partie nicht alles offen, was als Wette angeboten wird. Die Liste steht im Zweifel über der Quote.
Spielplan: wann ein Welttitelkampf zum Wettereignis wird
Das Schachbrett hat 8 × 8 = 64 Felder, und zu Beginn stehen 32 Figuren darauf, je 16 pro Seite: König, Dame, zwei Türme, zwei Springer, zwei Läufer und acht Bauern. Der Weltschachbund FIDE wurde 1924 in Paris gegründet und vergibt seit 1948 den Titel des Schachweltmeisters. Das Format der Entscheidung ist ein Zweikampf zwischen dem Titelträger und einem Herausforderer, der sich in der Regel über das Kandidatenturnier qualifiziert — 1948 und 2007 wurde der Titel ausnahmsweise in einem Turnier ausgespielt. Für Wettende heisst das: Es gibt wenige grosse Ereignisse, und sie liegen weit auseinander. Ein Kandidatenturnier und ein WM-Kampf sind die beiden Termine, an denen sich das Interesse bündelt, dazwischen bleibt das Programm dünn.
Die Schachweltmeisterschaft 2024 wurde vom 25. November bis 12. Dezember 2024 in Singapur ausgetragen, im Modus Best of 14 klassische Partien, wobei für den Sieg mindestens 7½ Punkte nötig waren. Dommaraju Gukesh gewann mit 7½:6½ gegen Ding Liren — drei Siege, zwei Niederlagen und neun Remis. Ein Tiebreak war nicht nötig, obwohl das Reglement ihn vorgesehen hätte: erst Schnellschachpartien, dann ein Schnellschach-Minimatch, dann Blitzpartien, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod. Neun Remis in vierzehn Partien sind der Kern des Problems, das jeder Quotensteller bei Schach lösen muss.
Der historische Vergleich zeigt, wie weit der Titelkampf inzwischen von seinen Anfängen weggerückt ist. Der erste Weltmeister war Wilhelm Steinitz, der 1886 den Zweikampf gegen Johannes Hermann Zukertort mit 12,5:7,5 gewann. Damals war eine WM eine Serie von Partien; heute ist sie ein Termin im Kalender mit einem Reglement für den Fall der Fälle — und für den Quotensteller ein Datenpunkt unter vielen, der nur alle zwei Jahre neu erhoben wird.
Wie eine WM-Partie enden kann, ohne dass ein Sieger feststeht, ist selbst eine kurze Liste. Remis wird eine Partie unter anderem durch Patt, wenn der Spieler am Zug keinen legalen Zug hat und nicht im Schach steht, durch Einigung der Spielenden, durch dreifache Stellungswiederholung auf Antrag und durch die 50-Züge-Regel auf Antrag. Automatisch remis ist sie bei fünffacher Stellungswiederholung und nach 75 Zügen ohne Bauernzug und ohne Schlagfall, ausserdem bei toter Stellung, in der kein Spieler mehr mattsetzen kann. Die Unterscheidung zwischen «auf Antrag» und «automatisch» ist nicht juristische Spitzfindigkeit: Wer auf ein Remis gewettet hat, wartet in manchen Stellungen darauf, dass eine der beiden Parteien den Antrag stellt — und in diesen Fällen nicht auf das Brett.
Wenn das Ereignis fehlt, fehlt auch der Markt
Die Gespa-Liste ist das Filter, an dem die meisten Schachideen hängen bleiben. Ein Turnier, das nicht darin steht, ist für Schweizer Veranstalter kein Wettereignis, und daran ändert sich auch dann nichts, wenn eine ausländische Seite dazu eine Quote führt. Der praktische Vorgang ist unspektakulär: Für ein konkretes Kandidatenturnier oder einen WM-Kampf in der Liste nachsehen, ob Wettbewerb und Wettart aufgeführt sind, und erst dann beim Anbieter prüfen, ob der Markt tatsächlich im Wettprogramm erscheint. Zwischen dem Eintrag in der Liste und der Quote auf dem Wettschein liegt immer noch ein Schritt.
Was das für den Kalender bedeutet: Die grossen Schachereignisse sind selten, und ein Ereignis mit vielen Partien bringt viele einzelne Wetten hervor. Das klingt nach einem reicheren Angebot als es ist. Die Partieanzahl erzeugt nämlich kein Volumen an unterschiedlichen Märkten — sie vervielfacht dieselbe Frage. Und die Antwort auf diese Frage heisst bei Profischach in einem erheblichen Teil der Fälle: unentschieden.
Genau hier zeigt sich, warum die Reihenfolge dieses Themas nicht egal ist. Wer mit der Frage nach der schönsten Quote beginnt, hat die Frage nach der Zulässigkeit schon halb übersprungen. Der Betrag, der bei einem nicht zugelassenen Ereignis auf dem Spiel steht, ist nicht der Einsatz, sondern der ganze Vorgang. Die Reihenfolge lautet: erst die Veranstalterin, dann das Ereignis, dann die Wettart, dann die Zahl.
Verlustlimiten und Spielsperre: was vor der ersten Wette passiert
Bei Swisslos müssen Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der wirksamste Teil dieser Regel ist nicht die Zahl, sondern die Verzögerung: Herabsetzen wirkt in dem Moment, in dem man es tut, Heraufsetzen erst drei Tage später. Wer in einer schlechten Woche meint, seine Limite sei zu niedrig gewesen, muss diese Meinung drei Tage lang mit sich herumtragen.
Der gesetzliche Rahmen ist grosszügiger formuliert, als die Anbieter ihn umsetzen. Nach dem Geldspielgesetz muss die Veranstalterin einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Die Limiten setzt also der Spielende selbst, nicht der Staat, und die Herabsetzung wirkt laut Gesetz sofort, die Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Ein festgeschriebener Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht; die Limite ist eine Selbstbindung mit gesetzlicher Pflicht zur Eintragung.
Die Spielsperre ist das schärfere Werkzeug, und ihre Reichweite überrascht viele. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos einschliesslich Online-Kasinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und eine Fachstelle ist daran beteiligt. Wer sich sperrt, sperrt sich also nicht bei einer Website, sondern in einem Register, das mehrere Anbieterarten kennt.
Ein Detail, das für Schachliebhaber relevanter ist als für die meisten anderen: Die Sperre folgt der Person, nicht dem Sport. Wer sich wegen Verlusten bei Livewetten auf Fussball sperren lässt, ist auch für einen langen WM-Kampf gesperrt, der sich über Stunden zieht und dessen Quoten sich laufend verschieben. Das ist der Punkt, an dem eine Schachpartie ihre Eigenheit ausspielt: Sie ist keine kurze Wette mit einem Endsignal, sondern eine Sitzung von mehreren Stunden, in der sich Livequoten bewegen, während man zusieht. Genau dort, wo die Partie am wenigsten nach Glücksspiel aussieht, wird am häufigsten nachgesetzt.
Für die Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Minderjährige sind ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — was bei einem Schachturnier mit vielen Teilnehmenden ein weiteres Feld ist, in dem sich die Zugelassenen und die Ausgeschlossenen nicht immer sauber trennen lassen.
Die Bilanz der Kontrollen mahnt zur Nüchternheit. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer den Schutz am Schalter für streng hält, sollte diese Zahl kennen. Spielsperren funktionieren besser als Schalterkontrollen, aber sie sind eine Registrierung, kein Riegel — und die Verantwortung für das, was zwischen zwei Spielsperren passiert, bleibt bei der Person. Wer merkt, dass eine lange Partie zur Gelegenheit wird, findet die konkrete Hilfe bei den Beratungsstellen der Kantone und bei der Fachstelle, die eine Sperre aufhebt oder begleitet; über die eigenen Zahlen lohnt sich das Gespräch vor der ersten Wette, nicht nach der zwanzigsten.
→ Neben dem Zulässigen gilt: Was gesperrte oder minderjährige Personen auf ein Konto legen, begründet keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.
Grundlagen: warum das Remis den Quotenmarkt umbaut
Eine Schachpartie kann auf drei Arten ausgehen: Sieg Weiss, Remis, Sieg Schwarz. Ein Quotenmarkt bildet das ab, das Finanzielle daran ist aber weniger offensichtlich, als es aussieht: Quoten auf Sieg, Remis und Niederlage hängen zusammen, und in jedem Satz steckt eine Marge. Wer eine Quote anschaut, sieht den Betrag, den eine Wette im Erfolgsfall einbringt, nicht den Anteil, den der Veranstalter von den Einsätzen für sich behält. Diese beiden Grössen sind zwei Seiten desselben Markts.

Rechnen lässt sich die Marge mit einer Formel, die man nur einmal braucht, um sie nie wieder zu vergessen: die Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Markts addieren und den Kehrwert dieser Summe bilden — das ergibt den Quotenschlüssel des Markts, den Anteil also, der an die Wettenden zurückfliesst. Zieht man ihn von 100 % ab, bleibt die Marge. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten liegt der Quotenschlüssel bei rund 95,2 % und die Marge bei rund 4,8 %. Dieses Beispiel ist eine Rechengrösse, kein angebotener Preis; sobald die Quoten von 1.90 abweichen oder ein dritter Ausgang dazukommt, verschiebt sich das Ergebnis.
Wichtig ist, was aus dem Beispiel folgt und was nicht. Die rund 4,8 % im Beispiel sind kein Abzug auf dem Wettschein und keine Fee bei der Auszahlung — sie wirken über den Quotenschlüssel, verteilt über alle Einsätze. Schach macht die Sache insofern schwieriger, als ein Drei-Weg-Markt die Kehrwerte von drei Quoten addiert, und weil ein echter Schachmarkt alle drei Ergebnisse bepreisen muss, wächst die Marge über die 4,8 % des Zwei-Weg-Falls hinaus. Um wie viel, hängt vom konkreten Markt ab, und ein pauschales «Schachmärkte haben X Prozent Marge» wäre erfunden.
Der eigentliche Hebel ist jedoch das Remis selbst. Bei einer Sportart mit zwei Ausgängen verteilt sich die Wahrscheinlichkeit auf zwei Seiten. Beim Schach liegt sie bei Profis zu einem erheblichen Teil in der Mitte — die Remisquote beträgt dort rund 43 %, und Weiss holt im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte. Anders gesagt: Der häufigste einzelne Ausgang einer Profipartie ist in vielen Fällen der, auf den die wenigsten setzen. Ein hoher Remisanteil treibt die Quoten auf Sieg und Niederlage nach oben, und er erzeugt die interessante Konstellation, dass ein Remis häufig der einzige Ausgang ist, den beide Spielenden vermeiden. Wer auf das Remis setzt, wettet nicht gegen einen der beiden, sondern gegen die Entschlossenheit beider.
Was auf dem Wettschein tatsächlich gewertet wird, ist eine eigene Frage — und hier lohnt die Lektüre vor der Wette. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine WM-Partie heisst das: Der Wertungszeitraum steht im Wettprogramm, nicht im Reglement des Weltschachbunds. Die Tiebreak-Partien der WM 2024 — Schnellschach, Minimatch, Blitz, zuletzt Blitz mit plötzlichem Tod — sind ein eigenes Ereignis mit eigenen Quoten, kein Anhängsel der klassischen Partien.
Der Zeitfaktor gehört zur Grundlage dazu, weil er sich in Livequoten niederschlägt. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Für einen Schachfan ohne Übertragung heisst das: Eine Meldung von anderer Stelle eilt der eigenen Bildschirmansicht voraus, und eine Wette, die danach eingeht, ist ihren Einsatz wert — im schlechtesten Fall in beide Richtungen. Wer live auf ein Remis wartet, während die Partie nach Einigung bereits beendet ist, spielt gegen eine Verzögerung, die er nicht kennt.
Was von einem Gewinn übrig bleibt
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, jener für 2025 bei CHF 1’070’400; der kantonale Freibetrag weicht davon ab, und zwar je nach Kanton. Oberhalb dieses Betrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Für den typischen Wettenden liegt der Gewinn weit darunter: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf einem Einzelgewinn.
Die Kehrseite betrifft eine Gruppe, die sich oft für die freie Wahl entscheidet. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, doch die kantonale Steuerpraxis ist hier nicht überall gleich: Die Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als volles Einkommen. Das ist eine Einzelangabe aus einem Kanton, nicht die Regel für die ganze Schweiz, aber sie zeigt, wo das Thema hinführt. Wer im Ausland spielt, sollte vorher bei der eigenen kantonalen Steuerverwaltung fragen. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht — wer eine solche Abgabe in einem Angebot sieht, sieht sie nicht in der Schweizer Regelung.
Der Freibetrag klingt nach einer grosszügigen Grenze, und für den normalen Spielbetrieb ist er das auch. Er verschiebt aber nicht die Frage, die den Leser hier interessiert: Steuerfreiheit macht aus einer Wette mit 4,8 % Marge im Markt kein Geschäft mit positivem Erwartungswert. Die Steuer ist die zweite Abgabe, die Marge die erste.
Der Vergleich: zehn Anbieter, zwei davon mit Schweizer Bewilligung
Die folgende Einordnung stellt die Veranstalterin neben das, was Schweizer Spielende daneben tatsächlich antreffen. Die Spalte «bewilligt» trägt nur bei den ersten beiden Einträgen ein Ja; bei allen übrigen steht, dass keine Schweizer Bewilligung vorliegt und eine ausländische Bewilligung in der Schweiz keine Wirkung hat. Die Tabelle sortiert nicht nach Gewinnversprechen, und sie enthält keine Quote. Sie beantwortet eine einzige Frage: Unter welchem Regime steht der Anbieter, den man vor sich hat.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / gemeldete Bewilligung | Wettangebot im Vergleich |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel: Sporttip | Bewilligtes Sortiment der Gespa-Liste inklusive Livewetten und Cash-Out |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande: Jouez Sport | Bewilligtes Sortiment der Gespa-Liste für die Westschweizer Kantone |
| Donbet | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| Sportuna | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| AmunRa | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| myBet | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| Betscore | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| Gamdom | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| MyStake | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
| Jackbit | Nein — ohne Schweizer Bewilligung | nicht erhältlich; ausländische Bewilligung ohne Wirkung in der Schweiz | Referenzeintrag ohne Schweizer Schutz |
Die auffälligste Zahl in dieser Tabelle ist die Häufigkeit derselben Zelle. Achtmal steht in der Spalte der gemeldeten Bewilligung dieselbe Feststellung — nicht deshalb, weil wenig recherchiert wurde, sondern weil sie zutrifft: Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Das ist der Grund, weshalb die beiden Gruppen getrennt bleiben und nicht als zehn vergleichbare Optionen gelesen werden dürfen. Wer ausländische Anbieter dennoch mit Schweizer Veranstaltern in eine Reihe stellt, vergleicht Angebote unter völlig verschiedenen Rechtsrahmen.
Der zweite Punkt, den eine Tabelle nicht transportieren kann: Die beiden Zeilen mit einem Ja teilen sich die Schweiz auf. Swisslos bedient die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; die Loterie Romande bedient Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Für einen konkreten Wohnort bleibt damit genau ein bewilligter Anbieter übrig — was die Vergleichsfrage von «welcher ist besser» zu «welcher ist zuständig» verschiebt.
Und die Verzerrung, die in der Optik liegt: Ausländische Seiten präsentieren sich in der Schweiz über Werbung, Sponsoring und die schiere Menge an Domains, nicht über eine Bewilligung. Die Gespa veröffentlicht demgegenüber eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden schon Interwetten und Bet-at-Home namentlich genannt; die erste Liste stammte vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — wer heute eine nicht erreichbare Seite findet, findet morgen eine andere. Die Sichtbarkeit eines Anbieters sagt deshalb nichts über seine Zulassung, und die Zulassung entscheidet, welcher Schutz greift, wenn etwas schiefgeht.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Die Reihenfolge beginnt bei den beiden Veranstaltern mit Schweizer Bewilligung und führt danach die ausländischen Anbieter, die als Referenz gelistet sind. Wer sich über einige davon informieren will, weil die Seiten im Umfeld auftauchen: Die folgende Beschreibung ist Beschreibung und Bewertung, keine Empfehlung. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist strafbar und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet — dieser Rahmen ist der Grund, weshalb hier keine ausländische Seite als Gang zur Registrierung dargestellt wird.
Swisslos Sporttip — das bewilligte Vollsortiment mit Limiten, die vor der ersten Wette stehen
Swisslos mit Sitz in Basel veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Ein Onlinekonto ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet möglich: AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Konto in Genf ist nicht vorgesehen; die Zuständigkeit ist geografisch, nicht geschmacklich.
Die Einsatzregeln sind eng gesteckt und trotzdem klar. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für die meisten Schachwetten reicht das bequem: Wer den WM-Kampf mit einem mittleren dreistelligen Betrag begleitet, merkt von der Obergrenze nichts. Wer Systemwetten auf mehrere Partien legt, stösst bei CHF 10’000 an eine Decke, die für den Standardschein weit entfernt liegt und für einen ernsthaften Spieler schnell nah wird.
Cash-Out ist vorhanden, aber nicht so, wie die Werbesprache vieler Anbieter es suggeriert. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Zusätzlich ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos Cash-Out nicht für alle Wetten. Für eine lange Schachpartie ist das die unangenehme Konstellation: Der Ausstieg ist genau dann am teuersten, wenn die Stellung unklar ist — also in dem Moment, in dem man ihn am liebsten hätte.
Kleine Vergünstigungen sind ausdrücklich begrenzt. Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein «Boost» dieser Art ist also eine einmalige, kleine Verbesserung — kein Dauerrabatt. Wer eine Wette ohnehin aussteigen lässt, verliert ihn ganz.
Beim Geldspielabfluss fällt eine Zahl auf, die dieses Angebot einordnet. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe; aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Sportwetten sind also der kleinere Teil eines grossen Lotteriegeschäfts, und der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist der ehrlichere Teil der Meldung. Der gemeinnützige Verwendungszweck ist ein echter Unterschied zu einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — er ersetzt aber keinen einzigen Franken des Einsatzes.
Fazit: Ein Angebot mit echten Obergrenzen und einem bewilligten, aber schmalen Sortiment — wer weiss, dass ein konkretes Turnier in der Liste steht, findet hier das einzige Angebot mit Schweizer Rechtsschutz; wer es nicht weiss, setzt auf eine Quote, deren Gegenstand er nicht geprüft hat.
Loterie Romande Jouez Sport — derselbe Rechtsrahmen, ein anderes Vertragsgebiet
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Ein Onlinekonto ist auch hier nur für Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet möglich — wer in Zürich wohnt, kommt an Jouez Sport online nicht heran, unabhängig davon, wie gut ihm das Angebot gefällt.
Rechtlich ist die Position identisch mit der von Swisslos: eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa, und die Gespa-Liste als geschlossener Rahmen. Auch hier braucht es eine Ausweisprüfung, ein Konto pro Person und eine bestehende Spielsperre als Ausschlussgrund. Für einen Leser aus der Westschweiz verändert das die Ausgangsfrage nicht — es gibt genau eine zuständige Veranstalterin, so wie es im Rest der Deutschschweiz genau eine gibt.
Der Unterschied liegt im Vertrieb. 2’350 Verkaufsstellen sind eine Infrastruktur, die Swisslos in dieser Form nicht ausweist, und sie ist für ein Thema wie Schachwetten von begrenztem Nutzen: Eine Quote auf einen WM-Kampf lässt sich am Schalter abgeben, aber die Abläufe eines Zweikampfs über Stunden verfolgt man dort nicht. Wer in der Westschweiz ein Schachturnier begleiten will, ist auf das Onlinekonto angewiesen — und damit auf dieselben Schritte von Ausweisprüfung und Limitensetzung.
Über die konditionellen Details von Jouez Sport sagt der Rahmen wenig. Die Limitenpflicht und die Spielsperre gelten für beide Veranstalter, aber die konkreten Höchstbeträge von Jouez Sport und die genauen Cash-Out-Regeln stehen in den Teilnahmebedingungen des Veranstalters und nicht in einer allgemeinen Beschreibung. Wer in Genf oder Waadt ein Konto eröffnet, liest diese Bedingungen im eigenen Konto, bevor er eine Wette platziert — der Vorgang ist derselbe wie bei Swisslos, die Zahlen können abweichen.
Fazit: Zwei Einrichtungen mit dem gleichen Auftrag und zwei getrennten Vertriebswegen — für einen Westschweizer Leser ist Jouez Sport nicht die Alternative zu Swisslos, sondern die einzige erreichbare bewilligte Adresse.
Donbet — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
Donbet liegt ohne Schweizer Bewilligung vor. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine Bewilligung, die nicht in der Schweiz erteilt wurde, hat hier keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, es besteht kein Schweizer Rechtsweg, und eine Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS-Sperre blockiert werden. Über Bewilligungen in anderen Jurisdiktionen ist auf dieser Grundlage nichts festzuhalten.
Was einem Wettenden dadurch fehlt, ist kein Detail am Rand. Die Limitenpflicht, die Spielsperre im schweizweiten Register, der Zugriff auf die Fachstellen, die Auszahlung nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers — all das hängt an der Schweizer Bewilligung und nicht am guten Willen einer Seite. Wird ein ausländischer Anbieter zahlungsunfähig oder verweigert eine Auszahlung, greift nichts davon, und der Schweizer Spielende steht ausserhalb des Verfahrens, das für bewilligte Anbieter existiert.
Bei einem nicht bewilligten Anbieter fällt auch die Steuerfrage anders aus: Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können kantonal aber als Einkommen behandelt werden. Wer die freie Wahl mit der steuerlichen Freiheit begründet, sollte diesen zweiten Teil kennen.
Fazit: Eine Referenzzeile, keine Option — wer hier spielt, tauscht die Schweizer Schutzmechanismen gegen ein grösseres Sortiment ein und trägt den Unterschied selbst.
Sportuna — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
Sportuna wird ohne Schweizer Bewilligung geführt. Die Feststellung ist dieselbe wie bei jedem anderen Eintrag dieser Gruppe und deshalb nicht weniger wichtig: Die Schweizer Bewilligung ist keine Formalie, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Schutzregeln überhaupt anwendbar sind — die Pflicht zur Limitensetzung, die Eintragung einer unbefristeten Spielsperre in ein schweizweites Register, die Beteiligung einer Fachstelle an der Aufhebung, die Bindung von Auszahlungen an ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers. Nichts davon folgt aus einer ausländischen Erlaubnis.
Ein Aspekt, der bei Schachwetten praktisch wird: Bei einem bewilligten Schweizer Anbieter wird eine Wette, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs eingeht, mit Quote 1.00 gewertet, und in spielentscheidenden Situationen kann der Veranstalter Wetten mit Quote 1.00 bewerten. Das sind Regeln in Schweizer Bedingungen, auf die man sich berufen kann. Ob und wie eine ausländische Seite einen Grenzfall handhabt, entscheidet sie selbst, und der Schweizer Wettende hat keine Instanz, bei der er das überprüfen lassen könnte.
Fazit: Ein Anbieter, der in der Schweiz nicht auftreten darf — die Frage, ob sein Wettprogramm Schachmärkte führt, stellt sich erst nach der Frage, unter welchem Recht sie ausgezahlt würden.
AmunRa — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
AmunRa gehört zu den ausländischen Seiten, die Schweizer Spielende im Umfeld antreffen. Eine Schweizer Bewilligung liegt nicht vor. Daraus folgt eine Kette, die man in einem Satz zusammenfassen kann und die dennoch die ganze Bewertung trägt: keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg — und die Möglichkeit, dass die Domain auf die Sperrliste gesetzt und von Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS-Sperre blockiert wird. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt; die Sichtbarkeit eines Anbieters ist deshalb kein Beleg für irgendetwas.
Für die steuerliche Seite gilt, was für diese Gruppe generell zutrifft: Verrechnungssteuer fällt nicht an, die kantonale Praxis kann die Gewinne aber als Einkommen behandeln. Das ist keine Empfehlung und kein Ausschlussgrund, sondern eine Frage, die man vorher bei der eigenen Steuerverwaltung stellt — nicht nachträglich.
Fazit: Die Zulässigkeit des Anbieters in der Schweiz ist ungeklärt und negativ zu beantworten; damit steht das gesamte Angebot unter Vorbehalt, nicht ein einzelner Markt.
myBet — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
myBet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf. In einem Punkt verdient die Gruppe eine nüchterne Einordnung, weil sie oft dramatisiert wird: Der Spielende selbst wird für die Teilnahme an einem nicht bewilligten Angebot nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Das ist der eigentliche Kostenpunkt. Der Rubel rollt nicht, weil man erwischt wird, sondern weil das Geld im schlimmsten Fall einer Partei zugeschlagen wird, die man nicht kontrolliert.
Die organisierte Sportwette ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Adressat dieser Norm ist der Veranstalter, und sie steht hier, weil sie erklärt, weshalb Schweizer Zahlungswege für solche Anbieter dünn sind und wie dieses Feld aussieht. Die Sanktion trifft den Veranstalter; das Risiko für den Wettenden ist unauffälliger und liegt in der Auszahlung.
Fazit: Ein Angebot ausserhalb der Schweizer Ordnung — wer es nutzt, sollte zumindest wissen, dass die Durchsetzung gegen ihn nicht der Mechanismus ist, über den er sein Geld verlieren kann.
Betscore — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
Betscore gehört zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Auffällig ist hier weniger ein Merkmal des Anbieters als die Frage, die schnell danach kommt: Wie prüft man überhaupt, ob eine Seite bewilligt ist? Nicht an der Werbung, nicht an einem Siegel im Fusszeilenbereich, nicht an der Anzahl der Sportarten. In der Schweiz gibt es keine lange Liste bewilligter Buchmacher, weil es nur zwei Veranstalter gibt. Wer also prüfen will, prüft nicht, ob ein Anbieter eine Schweizer Bewilligung hat, sondern ob er einer der zwei ist: Swisslos mit Sporttip oder die Loterie Romande mit Jouez Sport. Ausnahmen gibt es nicht.
Die Sperrliste der Gespa ist das einzige Verzeichnis, das das Feld von der anderen Seite beschreibt: Sie listet ausländische Domains, die blockiert werden, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Wer dort nachsieht, findet keine Bestätigung, sondern eine Warnung. Für die Prüfung einer konkreten Seite ist das der praktikablere Weg als jedes Gütesiegel.
Fazit: Eine Domain mehr in einem Feld, in dem die Zulässigkeit an genau zwei Namen gebunden ist — die entscheidende Prüfung läuft nicht über den Anbieter, sondern über diese zwei.
Gamdom — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
Gamdom wird ohne Schweizer Bewilligung geführt. Der Name steht hier als Referenzpunkt für Schweizer Spielende, die ihn antreffen, nicht als Angebot. Ein Punkt, der bei Schachwetten besondere Bedeutung hat, ist die Livewette: Schweizer Veranstalter dürfen live anbieten, soweit sie über die entsprechende Bewilligung verfügen, und das BGS bindet Live-Märkte nicht an einen statutarischen Katalog. Bei einer ausländischen Seite entfällt diese Bindung — und mit ihr die Frage, ob das, was live angeboten wird, in der Schweiz überhaupt angeboten werden dürfte. Für einen langen WM-Kampf mit laufend wechselnden Quoten ist das der Teil, der den Unterschied ausmacht.
Beim Wetten auf Schach kommt eine Eigenheit hinzu, die bei bewilligten Anbietern geregelt und bei anderen offen ist: Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs eingehen, werden in Schweizer Bedingungen mit Quote 1.00 gewertet. Ein Live-Markt ist nur dann ein fairer Markt, wenn diese Grenze bekannt und durchsetzbar ist.
Fazit: Referenz ohne Schweizer Rahmen — und bei Livewetten auf eine stundenlange Partie ist es genau dieser Rahmen, der den Unterschied zwischen einem Angebot und einem Risiko ausmacht.
MyStake — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
MyStake liegt ohne Schweizer Bewilligung vor. Interessant ist hier ein Punkt der Zulässigkeit, der oft überlesen wird: In der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten gibt es keinen Esport-Abschnitt und sind Eckball- und Kartenmärkte nicht aufgeführt. Für einen Leser, der gelegentlich auf der Grenze zwischen Sportwette und Geschicklichkeitsspiel unterwegs ist, heisst das, dass ein Schweizer Veranstalter ihm bestimmte Angebote nicht machen darf — unabhängig davon, wie populär sie anderswo sind. Bei einer ausländischen Seite existiert diese Schranke nicht.
Das ist nicht als Vorzug zu lesen. Die Schranke beschneidet das Sortiment und ist gleichzeitig der Grund, weshalb es in der Schweiz überhaupt eine prüfbare Liste gibt. Ein Wettender, der sich über ein eingeschränktes Angebot ärgert, sollte mitrechnen: Der Ausschluss bestimmter Märkte ist derselbe Mechanismus, der den Schutz bei Zahlungen und Auszahlungen trägt.
Fazit: Ein Anbieter ausserhalb der Schweizer Ordnung, bei dem die fehlende Schranke und der fehlende Schutz derselbe Satz sind.
Jackbit — als Referenz gelistet, ohne Schweizer Bewilligung
Jackbit steht ohne Schweizer Bewilligung in dieser Liste. Der letzte Eintrag der Reihe lädt dazu ein, die übliche Reihenfolge umzudrehen: Statt zu fragen, was ein ausländischer Anbieter mehr bietet, fragt man besser, was in der Schweiz fehlt. Es fehlen die Alternativen. Es gibt keinen dritten Buchmacher mit Schweizer Bewilligung, keine Sonderbewilligung für einen bestimmten Sport, und die Anbietervielfalt, die anderswo selbstverständlich ist, ist hier gesetzlich abgeschafft. Wer eine bestimmte Sportart, eine bestimmte Wette oder einen bestimmten Ort als Bedürfnis hat, das die zwei Veranstalter nicht abdecken, findet in der Schweiz keine bewilligte Alternative — und die ausländischen Seiten sind genau die, bei denen die Wege nicht zu den Schweizer Mechanismen zurückführen.
Für Schach ist diese Enge konkreter als für andere Sportarten. Ein WM-Kampf ist ein Grossereignis mit internationaler Aufmerksamkeit; das Kandidatenturnier ist der zweite Fixpunkt. Alles dazwischen — offene Turniere, Schnellschachserien, einzelne Partien — ist in einem geschlossenen Katalog nur dann ein Wettereignis, wenn es ausdrücklich darin steht.
Fazit: Der Schlusseintrag macht die Grenze sichtbar — wer hier spielt, kompensiert eine Vielfalt, die es in der Schweiz gesetzlich nicht gibt, und bezahlt sie mit dem Schutz, den sie gesetzlich gewährt.
Was eine Wette auf Schach wirklich kostet
Die Rechnung, die dieses Thema zusammenbindet, ist klein und unangenehm. Unterstellt man einen Markt mit Quoten von 1.90 auf beiden Seiten, liegt der Quotenschlüssel bei rund 95,2 % — von je 100 Einheiten Einsatz fliessen also rund 95,2 zurück an die Wettenden und rund 4,8 bleiben beim Veranstalter. Bei einem Drei-Weg-Markt mit den zusätzlichen Kehrwerten des Remis wächst diese Marge, wobei die konkrete Höhe vom jeweiligen Markt abhängt. Aus einem Markt mit drei Ausgängen wird kein Markt mit besserem Erwartungswert.
Der Unterschied zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern liegt damit nicht in der Zahl, sondern im Weg: Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, hat dort ein Konto, wer in der Westschweiz wohnt, bei der Loterie Romande. Ausländische Anbieter sind in einem solchen Vergleich keine zehnte Option, sondern eine andere Kategorie — nicht wegen der Quote, sondern weil die Schweizer Mechanismen, die eine Wette einrahmen, dort nicht greifen: keine Limitenpflicht aus dem Geldspielgesetz, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Beteiligung einer Fachstelle, keine Auszahlung nach der Schweizer Kontobindung.
Das ist die einzige vernünftige Rangfolge in diesem Thema, und sie ist unspektakulär: erst prüfen, ob ein Turnier und eine Wettart in der Liste stehen; dann feststellen, welche der beiden Veranstalterinnen für den Wohnort zuständig ist; bei ihr ein Konto mit Ausweis und Limiten eröffnen; und erst dann eine Quote ansehen. Wer die Reihenfolge tauscht, hat am Ende eine schöne Zahl auf einem Markt, der nicht hätte angeboten werden dürfen.
Gegen den Automatismus, in einem Live-Markt nachzusetzen, hilft nur eine Zahl, die man vorher festgelegt hat. Die Limite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss, ist genau dafür da, und sie ist die einzige Stellschraube, die ohne Verzögerung in die richtige Richtung wirkt: Eine Senkung gilt sofort. Alles andere ist eine Wette auf die eigene Disziplin.
Häufige Fragen zum Wetten auf Schach in der Schweiz
Darf in der Schweiz überhaupt auf Schach gewettet werden, und bei wem?
Ja, aber nur über Swisslos mit Sporttip oder die Loterie Romande mit Jouez Sport — die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Zusätzlich muss der konkrete Wettbewerb mit der konkreten Wettart in der Liste der Gespa stehen, und das Onlinekonto setzt Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet voraus.
Wie lässt sich prüfen, ob ein Schachturnier auf der Liste der zugelassenen Wettarten steht?
Der Weg führt über die von der Gespa geführte Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden, Frauenwettbewerbe und Ranglistenwetten sind nur aufgeführt, wenn sie ausdrücklich darin stehen; Trainingsläufe fehlen ganz. Diese Liste ist die Auskunft, an der sich die Teilnahme entscheidet — eine angezeigte Quote allein sagt nichts darüber.
Warum ist die Remisquote für Schachwetten und Quoten so wichtig?
Weil sie den Markt umbaut. Bei Schachmeistern endet rund 43 % der Partien remis, während Weiss im Mittel etwa 54 % der möglichen Punkte holt. Der häufigste Einzelausgang ist in vielen Fällen jener, auf den die wenigsten setzen, und das verschiebt die Quoten auf Sieg und Niederlage nach oben — bei einem Drei-Weg-Markt mit entsprechend höherer Marge.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?
Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote; der Reingewinn ist Einsatz mal Quote minus eins. Die Marge erhält man über den Quotenschlüssel: Man addiert die Kehrwerte aller Quoten eines Markts und zieht den Kehrwert der Summe von 100 % ab. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten bleiben so rund 4,8 % Marge.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Swisslos müssen vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Kasinos.
Was fehlt Wettenden bei Auslandsseiten ohne Schweizer Bewilligung an Schutz?
Es fehlen die Schweizer Mechanismen in ihrer Gesamtheit: kein Anschluss an das Sperrregister, keine Limitenpflicht aus dem Geldspielgesetz, kein Schweizer Rechtsweg und keine Auszahlung nach der Schweizer Kontobindung. Stattdessen kann eine Domain auf die Sperrliste gesetzt und per DNS-Sperre blockiert werden. Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, können kantonal aber als Einkommen behandelt werden.
Sportarten – kartenzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»
