Gratis Wettprognosen heute: was in einer Prognose steckt und was sie kostet

Updated Oktober 2026
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Ein abgegriffenes Notizheft, ein Bleistift und eine Stoppuhr liegen auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes.

Stand: Oktober 29, 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Sporttip-Spielregeln und Teilnahmebedingungen sowie gegen das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) und die Angaben der Gespa geprüft.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Wer heute nach einer Gratisprognose sucht, findet sie innerhalb von zwei Klicks: Tabellen mit Prozentwerten, Pfeilen und einem Sieger in Fettschrift. Was daneben steht, ist meistens der Interessantere Teil. In der Schweiz darf Sportwetten nur betreiben, wer eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz besitzt, und dieses Feld ist besetzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Zusammen sind das zwei Namen. Nicht zwei von vielen.

Die Zahl, die über allem steht, ist der Mindesteinsatz von CHF 1. Damit lässt sich eine Prognose wenigstens ausprobieren, ohne ein Budget zu verheizen. Nur sagt die Prognose selbst nichts darüber, ob sie richtig ist. Sie ordnet Wahrscheinlichkeiten, und in jeder Quote, die dabei herauskommt, steckt der Anteil, den der Veranstalter für sich behält.

Die Rechtslage entscheidet zuerst, nicht die Prognose

Sportwetten sind ein Grossspiel unter Aufsicht der Gespa

Online-Sportwetten zählen in der Schweiz zu den Grossspielen und sind im Geldspielgesetz geregelt, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist. Beaufsichtigt werden sie von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 gilt. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig; sie prüft Casinos und sonst nichts, was auf dem Sportwettmarkt in der Schweiz geschieht.

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel, geregelt in den Artikeln 21 bis 25 des Geldspielgesetzes. Und sie gilt nur in der Schweiz, wie Artikel 4 festhält. Das ist keine Formalie, sondern der Satz, an dem sich alles Weitere entscheidet: Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat hier keine Wirkung, gleichgültig wie seriös das Zertifikat auf der Startseite aussieht.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt. Es gibt also keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht in diesem Bereich nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

2026 ist ein Jahr mit einem Wettprogramm, das sich sehen lassen kann: der europäische Fussballsommer und die Wintersaison der Ligen. Wer heute eine Prognose liest, liest sie vor diesem Hintergrund, und es lohnt sich, die zwei Schweizer Veranstalter zu kennen, bevor man eine ausländische Seite öffnet.

Swisslos und Loterie Romande: zwei Veranstalter, zwei Gebiete

Swisslos, formal die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportwettprodukt heisst Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann ein Spielerkonto eröffnen. Wer in Genf wohnt, kann das nicht.

Ein Fussball ruht an der Seitenlinie im taufeuchten Gras, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Der Aufbau ist derselbe, nur gespiegelt: ein Veranstalter, ein Produkt, ein Gebiet.

Das ist die erste Konsequenz einer Schweizer Prognose. Eine Empfehlung ist für einen Teil des Landes nicht einlösbar, und zwar nicht aus Kulanzgründen, sondern weil ein Online-Konto den Wohnsitz im Gebiet des Veranstalters verlangt. Wer in Zürich eine Gratisprognose findet, die auf einem Spiel in… einem anderen Kanton beruht, hat kein Wettproblem, sondern ein Zugangsproblem. (Die Prognose gilt, das Konto fehlt.)

Für die Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Ausweisdaten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Ein Zweitkonto mit dem Namen des Bruders ist damit erledigt, bevor es entsteht.

Was überhaupt gewettet werden darf, und was nicht

Die bewilligte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt in der Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026, aus, was gespielt werden darf, gestützt auf Artikel 25 des Geldspielgesetzes und Artikel 29 der Verordnung. Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Rangierungswetten nur dann, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nie erlaubt. Corner- oder Kartenmärkte fehlen auf der Liste, ein Esport-Abschnitt ebenfalls.

Wetten aufs Wetter, auf Politik oder auf Fernsehsendungen sind nicht möglich. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das Gesetz beschränkt Livewetten nicht auf einzelne Märkte. Wer ein Wettschein-Programm aus dem Ausland kennt, in dem Karten und Ecken zum Standard gehören, merkt an dieser Stelle, wie eng der bewilligte Rahmen ist. Die Prognose, die auf Eckbälle setzt, beschreibt eine Wette, die es hier gar nicht gibt.

Der Grund für die Enge steht in Artikel 125 des Geldspielgesetzes: Der Reingewinn fliesst gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu. Ein geschlossener Markt ist die Kehrseite eines Veranstalters, der keine Dividende ausschüttet.

Ein Cash-Out schliesslich ist gesetzlich nicht geregelt. Es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, kein Anspruch des Wettenden, und deshalb wird im Abschnitt «Swisslos Sporttip: das vollständige Schutzpaket, die engste Liste» beschrieben, was Swisslos für seine Online-Wetten zusagt.

Das Verhältnis zwischen Prognose und Recht ist damit klar: Eine Gratisprognose kann noch so überzeugend sein, sie öffnet keinen Markt. Sie kann nur innerhalb der Grenzen arbeiten, die für beide Schweizer Veranstalter gleich gelten.

Spielerschutz: die Limiten sind ein Gespräch mit sich selbst

Verlustlimiten werden vor dem ersten Einsatz gesetzt

Bevor jemand zum ersten Mal an einer Sporttip-Wette teilnimmt, muss er Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Das ist die Stelle, an der die Verantwortung tatsächlich beim Spielenden liegt. Der Staat setzt in der Schweiz keine feste Einzahlungsobergrenze; die Veranstalter müssen von sich aus verlangen, dass Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste festgelegt werden, wie Artikel 87 der Verordnung vorschreibt. Das Gesetz nennt für die Erhöhung 24 Stunden, Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Die Differenz ist kein Detail. Wer seine Limite an einem Samstagabend nach zwei verlorenen Kombiwetten anheben will, merkt erst dann, was eine Wartezeit bedeutet. Bis die Erhöhung greift, ist das Wochenende vorbei. Genau das ist der Zweck.

Wer eine Prognose liest und sie gut findet, steht damit noch nicht im Wettgeschäft. Der erste Schritt zu einem Konto ist ein Satz von Zahlen, die man gegen sich selbst setzt, und zwar in einem Moment, in dem man noch keinen Grund hat, sie zu bereuen.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Schweiz sein Sportwetten-Konto sperrt, sperrt sich an derselben Stelle aus dem Casino. Die Sperre nach Artikel 80 bis 82 des Geldspielgesetzes erfasst verschuldete und suchtgefährdete Personen; eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden.

Wichtig für die Einordnung: Wer wegen einer Sperre oder wegen Minderjährigkeit nicht teilnehmen darf, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne, wie Artikel 45 des Geldspielgesetzes festhält.

Minderjährige an der Verkaufsstelle

Es wäre bequem, den Schutz an den Verkaufsstellen für gelungen zu erklären. Die Zahlen der Gespa zu Testkäufen aus dem Jahr 2025 sagen etwas anderes: Bei 200 Fällen wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Nicht die Hälfte der Fälle wurde abgewiesen — in fast der Hälfte der Fälle kam die Wette durch.

Online sieht das anders aus, weil die Registrierung am Alter und an der Identität ansetzt und Minderjährige nach Artikel 72 des Geldspielgesetzes online nicht zugelassen sind. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität, das schreiben die Artikel 47 bis 52 der Verordnung vor. Der Kontrollpunkt ist also nicht die Kasse, sondern die Kontoeröffnung. Für Eltern ist damit die relevante Frage nicht, ob der Kiosk aufpasst, sondern ob ein Ausweis im Haus offen herumliegt.

Geld hin und zurück: nur auf eigene Konten

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto ausbezahlt, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet, wie Artikel 50 der Verordnung bestimmt. Anonyme Auszahlungen oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettmarkt nicht. Kredite an Spielende sind nach Artikel 75 Absatz 1 des Geldspielgesetzes verboten.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Darüber wird der Betrag bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Spielguthaben zahlt Swisslos innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis aus, ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Dieser letzte Halbsatz ist die Zeile, die in kaum einem Angebotstext steht und in jeder Auszahlung steht. Was als Promotionsguthaben ins Konto kommt, ist Wettkapital und kein Geld. Wer eine Gratiswette gewinnt, hat noch nichts auf dem Konto, was sich überweisen liesse.

Aufgeladen wird das Swisslos-Spielkonto per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein, mit einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, bei der die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Diese Beträge sind keine Spielverlustlimiten; sie begrenzen, wie viel Guthaben überhaupt auf dem Konto liegen kann. Der Unterschied ist wichtig, wenn jemand glaubt, die CHF 10’000 seien das Mass für einen Monat.

Wo das Geld herkommen soll

Eine Prognose ist keine Garantie, und sie sagt nichts über die Höhe des Einsatzes. Der Einsatz gehört zum frei verfügbaren Geld, nicht zu dem, was im Monat noch für Miete, Prämien und Steuern vorgesehen ist. Das klingt nach dem Satz, den jeder einmal gehört hat. Es ist trotzdem der einzige Satz über Wettbudgets, der in jedem Fall stimmt.

Eine Prognose bauen: Form, Statistik, Quote

Die Grundlage jeder Wettprognose ist eine Unterscheidung, die in der Praxis gern verwischt wird. Eine Prognose beschreibt Wahrscheinlichkeiten, keine Ergebnisse. Sie kann gut oder schlecht sein, aber sie kann nicht richtig garantieren.

Vier Bausteine, aus denen eine Einschätzung entsteht

Wer eine Prognose nachvollziehen will, sucht vier Dinge. Erstens die Form: Ergebnisse der letzten Spiele, Gegnerstärke, Ort und Spielrhythmus. Zweitens die Ausfälle und Aufstellungen, denn eine Mannschaft ohne ihre Innenverteidigung ist eine andere Mannschaft. Drittens die Statistik: Tore, Gegentore, Schüsse, Ballbesitz, Standardsituationen, je nach Sportart und Wettmarkt die passenden Kennzahlen. Viertens der Quotenvergleich, also der Blick darauf, was der Markt selbst für möglich hält.

Punkt vier wird am häufigsten ausgelassen, und er ist der nützlichste. Die Quote ist kein Kommentar zum Spiel, sie ist ein Preis, und in diesem Preis steckt eine Einschätzung, die aus sehr viel mehr Geld und sehr viel mehr Daten entstanden ist als jede einzelne Prognose im Netz. Wer eine Prognose gegen die Quote liest, arbeitet mit zwei Einschätzungen statt mit einer.

Bei Swisslos sind die Grenzen der Wette selbst ein Baustein, den eine ausländische Prognose nicht kennt. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer, im Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur mit, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Eine Prognose, die auf den Cupsieger deutet und den Wettschein auf die 90 Minuten setzt, hat zwei verschiedene Dinge im Kopf. Der Wettschein gewinnt.

Auch die Absage ist geregelt: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00.

Wie die Quote einen Preis bildet

Eine Quote von 2.10 sagt nicht, dass etwas zu 47.5 % eintritt. Sie sagt, wie viel Geld bei einem Treffer zurückkommt. Der Sporttip-Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, also dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Zwei Beispiele aus dieser Rechnung, mit dem Mindesteinsatz: Aus CHF 1 und der Quote 2.10 entstehen CHF 2.10 vor der Rundung, nach der Abrundung auf 5 Rappen CHF 2.10 — der Betrag bleibt, weil 2.10 bereits auf 5 Rappen passt. Aus CHF 3 und der Quote 1.90 entstehen CHF 5.70, ebenfalls glatt. Die Rundung beisst erst bei krummen Beträgen, und sie beisst immer zulasten des Wettenden, weil abgerundet wird.

An dieser Stelle wird die zweite Hälfte der Rechnung sichtbar, und sie ist die wichtigere. Die Quote enthält bereits die Marge des Veranstalters. Was die Marge ist, lässt sich an einem Markt zeigen, der dafür eigens konstruiert wird: ein Zwei-Weg-Markt, bei dem beide Seiten die Quote 1.90 tragen. Das ist ein Rechenbeispiel und kein quotierter Preis.

Die Auszahlungsquote dieses Marktes folgt aus eins geteilt durch die Summe der Kehrwerte der Quoten: 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), also 1 ÷ (0.5263 + 0.5263) und damit 1 ÷ 1.0526. Das ergibt 0.95, also 95 %. Die Marge ist 100 % minus dieser Wert, folglich 5 %.

Fünf Prozent. Nun ist 1.90 auf beiden Seiten eines Zwei-Weg-Marktes ein sauberes Beispiel und kein Fundstück aus einem echten Wettprogramm. In der Praxis staffeln die Veranstalter die Quoten nach Markt und Sportart, und die Marge liegt damit in einem Band, nicht auf einem Punkt: je nach Markt und je nachdem, wie scharf der Veranstalter kalkuliert, bewegt sie sich typischerweise im Bereich von rund fünf Prozent und mehr, während enge, stark frequentierte Märkte darunter liegen können. Für den Leser heisst das: Die 5 % dieses Beispiels sind eine Untergrenze der Grössenordnung, keine Zusage, und wer zwei Veranstalter vergleicht, vergleicht genau diese Zahl, ohne dass sie irgendwo angeschrieben steht.

Zur Einordnung ein Gegenbeispiel aus dem Schweizer Reglement, das keine Prognose, sondern eine Produktregel ist: Beim Sporttip-Kombiboost, der nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten gilt, sind mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 nötig. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Bonus, der bei fünfzehn richtigen Voraussagen den Nettogewinn verdoppelt, klingt grosszügig, bis man fünfzehn Fussballspiele nebeneinanderlegt und sich erinnert, wie oft ein einziges davon anders ausgeht als gedacht.

Value Bet: die Prognose, die gegen den Preis arbeitet

Eine Value Bet ist eine Wette, bei der die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die im Preis steckt. Nichts weiter. Man schätzt ein Ereignis auf 50 %, der Markt preist es mit Quote 2.00, was bei fairer Rechnung genau 50 % entspräche, und dann rechnet man noch die Marge ein, die auf der anderen Seite sitzt. Bei 5 % Marge müsste die Quote über 2.10 liegen, damit die Wette überhaupt eine Chance auf Wert hat.

Der Begriff ist beliebt, weil er wissenschaftlich klingt. Er ist auch der Begriff, mit dem sich jede Empfehlung verkaufen lässt. Der entscheidende Punkt: Eine Value Bet ist nicht wahr oder falsch, sondern eine Behauptung über eine Zahl, die niemand kennt. Wer behauptet, den Wert zu kennen, behauptet, den Markt zu schlagen, und der Markt besteht aus Leuten, deren Beruf es ist, den Preis zu setzen.

Und eine Warnung, die aus der Swisslos-Rechnung selbst kommt: Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen, also bei Elfmeter, Roter Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid, kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live nachtippt, während der Ball schon im Tor liegt, bekommt seinen Einsatz zurück und keinen Gewinn. Gerecht ist das, rentabel nicht.

Bankroll: der Anteil, der auf eine Wette darf

Eine Zahl, die auf alle Prognosen der Welt passt, gibt es nicht, und wer eine nennt, verkauft ein System. Was sich sagen lässt: Der Anteil des Wettkapitals an einer einzelnen Wette muss so klein sein, dass eine Serie von Verlusten die Fähigkeit nicht zerstört, weiter nach der eigenen Methode vorzugehen. Wer ein Zehntel des Kapitals auf eine Kombiwette setzt, braucht nur drei solche Wetten, um die Hälfte zu verlieren, und muss dann eine Wette von doppelter Grösse setzen, um dahin zurückzukommen, wo er angefangen hat.

Der Mechanismus heisst Verlustaversion im Wettgewand, und er erklärt, warum kleine Anteile funktionieren. Sie halten den Einsatz unabhängig vom Stand des Kontos. Der Prozentsatz bleibt konstant, der Betrag schrumpft und wächst mit dem Kapital, und damit verschwindet die Verlockung, einen Verlust mit einem grösseren Einsatz zurückzuholen. Genau diese Verlockung ist der Grund, weshalb Verlustlimiten bei Swisslos vor dem ersten Einsatz gesetzt werden müssen und eine Erhöhung 72 Stunden dauert.

Wer eine Prognose nutzt, sollte deshalb, bevor er den ersten Franken setzt, zwei Dinge aufschreiben: den Anteil des Kapitals pro Wette und die Gesamtsumme, die in einem Monat überhaupt ins Spiel darf. Beide Zahlen gehören auf die Verlustlimite, bevor das Konto aktiv ist. Eine Prognose, die vorher gelesen wird, ist kostenlos. Ein Konto, das ohne diese Zahlen eröffnet wird, ist es nicht.

Prognosequellen vergleichen: fünf Dinge, die man sehen will

Gratisprognosen gibt es in einer Menge, in der jede einzelne Seite gratis ist und die Aufmerksamkeit bezahlt wird. Die Frage ist deshalb nicht, ob eine Prognose etwas kostet, sondern womit sie bezahlt wird. Fünf Merkmale trennen eine Quelle, die man lesen kann, von einer, die man wegklicken sollte.

Die offene Methode steht an erster Stelle. Eine Quelle, die erklärt, welche Kennzahlen sie verwendet und wie sie daraus eine Einschätzung ableitet, kann falsch liegen und trotzdem nützlich sein, weil man ihren Fehler nachvollziehen kann. Eine Quelle, die nur das Ergebnis zeigt, ist nicht überprüfbar, auch wenn sie zufällig recht hat.

Dann die Bilanz. Wer Treffer dokumentiert, sollte auch die Verlierer dokumentieren, und zwar vollständig. Eine Bilanz, die nur aus Gewinnen besteht, ist keine Bilanz, sondern eine Auswahl. Der dritte Punkt ist die Werbung. Eine Prognose, die als Empfehlung für ein bestimmtes Wettangebot mitgeliefert wird, hat zwei Auftraggeber und eine Verantwortung weniger. Die Trennung von Werbung und Inhalt lässt sich daran erkennen, ob die Seite das Angebot nennt, für das sie wirbt.

Der vierte Punkt ist der Umgang mit Unsicherheit. Eine Prognose, die eine Wahrscheinlichkeit nennt und die Bandbreite sichtbar lässt, ist ehrlicher als eine, die ein Ergebnis festschreibt. Sprache wie «sicher», «bank», «garantiert» oder ein System, das den Markt schlägt, ist ein Warnzeichen und sonst nichts. Bei Sporttip gibt es dafür sogar ein technisches Gegenbeispiel: Wetten, die nach dem Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. Der Markt korrigiert die Nachzügler selbst.

Der fünfte Punkt ist die Sprache der Zahlen. Eine Prognose ohne Quote ist unvollständig, weil sie den Preis verschweigt, zu dem die Einschätzung etwas wert wäre. Und eine Prognose, die eine Quote nennt, ohne die Marge des Marktes zu erwähnen, nennt eine Zahl und versteckt die Bedingung, unter der sie gilt.

Die Fristen gehören als sechstes Merkmal dazu, sobald ein Angebot im Spiel ist. Der Kombiboost ist ein Beispiel: Er verlangt Voraussagen mit einer Mindestquote von 1.50 pro Voraussage und verspricht den höchsten Satz erst ab fünfzehn richtigen. Eine solche Zahl lässt sich lesen oder überlesen, und genau darin liegt das Geschäft. Wer die Bedingung kennt, entscheidet selbst, ob ihm das die Kombinationswette wert ist.

Ein kurzer Hinweis zu Verbrauchergewohnheiten: Wer mehrere Quellen zugleich liest, findet Widersprüche, und die Widersprüche sind die Information. Zwei ernsthafte Einschätzungen, die auseinandergehen, markieren ein Spiel, in dem die Lage wirklich offen ist. Prognosen, die sich alle einig sind, sagen meist nur, wo die Mehrheit der Daten steht.

Zehn Anbieter, zwei Bewilligungen: die Einordnung

Die folgende Übersicht ordnet die zehn Plattformen nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Die beiden Schweizer Veranstalter stehen nach dem Gesetz vor allen anderen; die übrigen Anbieter sind aufgeführt, weil Schweizer Spielende ihnen begegnen, und sie tragen allesamt dieselbe Kennzeichnung: ohne Schweizer Bewilligung.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; wettbewilligt nach BGS, SR 935.51, Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande); wettbewilligt nach BGS, SR 935.51, Aufsicht Gespa
22Bet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
Rollbit keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
Donbet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
BDMBet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
BetFury keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
HighFlyBet keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
Interwetten keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz
Sportaza keine Schweizer Bewilligung keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz

Die Spalte, die den Unterschied trägt, ist die erste. In der Schweiz gibt es für Sportwetten keinen «zugelassenen Anbieter von vielen»: Wer hier veranstalten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung, geregelt in den Artikeln 21 bis 25 des Geldspielgesetzes, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz, wie Artikel 4 festhält. Alles, was auf der Liste darunter steht, veranstaltet ausserhalb dieses Rahmens. Das Bundesamt für Justiz stellt klar, dass dabei nicht der Spielende bestraft wird. Die assoziierten Risiken tragen trotzdem die Wettenden: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder den Schutz des schweizweiten Sperrregisters noch eine Fairplay-Kontrolle durch die Gespa.

Die Sperrliste ist der sichtbare Teil davon. Die Gespa führt ausländische Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren, gestützt auf die Artikel 86 bis 93 des Geldspielgesetzes. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Ein blockierter Anbieter wechselt seine Adresse innerhalb von Stunden — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich und nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele sowie bet365 als auf der Liste stehend. Zu den zehn Anbietern dieser Übersicht gehören mehrere, deren Domains auf die Liste gesetzt werden können.

Damit ist auch die Steuerlage vorgezeichnet. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen, und die Eidgenössische Steuerverwaltung rechnet Sportwetten dazu, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber steuerbar. Der Freibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400, und der kantonale Freibetrag weicht ab — je nach Kanton, nie ein einzelner kantonaler Wert. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit darunter und zahlt weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.

Für Gewinne bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis, wie im Kanton Thurgau, Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Eine eidgenössische Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Diese Angaben sind allgemeiner Art; massgebend ist die eigene Steuererklärung, und im Zweifel fragt man einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Was ein Verstoss gegen das Bewilligungserfordernis kostet

Wer in der Schweiz ohne Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Artikel 131 des Geldspielgesetzes belegt Werbung für Spiele, die in der Schweiz nicht bewilligt sind, mit einer Busse von bis zu CHF 500’000. Artikel 74 Absatz 3 enthält das Verbot, und das ist der Grund, weshalb Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hier nicht empfohlen, sondern nur beschrieben werden.

Auch die Werbung der Bewilligten ist geregelt. Sie darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich weder an Minderjährige noch an gesperrte Personen richten. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; im Jahr 2025 erteilte sie der Loterie Romande 24 Zustimmungen und Swisslos 8. Ein Verbot bestimmter Werbezeiten gibt es nicht. Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters.

Wer eine Gratiswette sieht, sollte deshalb die Bedingungen lesen und nicht die Anzeige. Und wer sie liest, sucht nicht nach dem Betrag, sondern nach der Bedingung, unter der er ausgezahlt wird.

Die zehn Plattformen im Vergleich

Alle zehn werden nach denselben Kriterien beurteilt: Bewilligungslage, Teilnahmeberechtigung, Produktumfang, Limiten, Geldwege und die Kosten des Spiels selbst. Die beiden Schweizer Veranstalter kommen zuerst, weil an ihnen kein Weg vorbeiführt und weil alle anderen an ihrer Bewilligungslage gemessen werden.

Swisslos Sporttip: das vollständige Schutzpaket, die engste Liste

Der Bewilligungsrahmen ist bei Swisslos der weiteste, den die Schweiz kennt: Swisslos ist einer von zwei Veranstaltern, denen die interkantonale Regelung Sportwetten erlaubt. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, und die Bewilligung erfasst das Grossspiel als solches. Kein anderer Anbieter dieser Übersicht hat eine Bewilligung, deren Geltung sich auf Schweizer Gebiet erstreckt.

Das Produktprogramm ist vollständig innerhalb der Gespa-Liste und weicht davon keinen Millimeter ab: Einzel-, Kombi-, System- und Livewetten, Langzeitwetten, Cash-Out. Der Cash-Out ist ausdrücklich eine Funktion und kein Anspruch. Er gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Damit ist der Cash-Out bei Swisslos das, was er überall ist und was kaum einer sagt: ein Abschlag auf den künftigen Gewinn, bezahlt für Sicherheit. Wer eine Kombiwette mit einer Zehnerquote und einem sicheren Gefühl bis zur 60. Minute hält und dann auscasht, verkauft die letzten dreissig Minuten an den Veranstalter, zu dessen Preis. Die Variante «zwei verschiedene Spiele, eines cashen, eines laufen lassen» gibt es nicht, weil kein Teil-Cash-Out angeboten wird.

Die Limiten sind eng und transparent: Einzel- und Kombiwetten von CHF 1 bis CHF 1’000, Systemwetten bis CHF 10’000, wobei Swisslos sie jederzeit ohne Begründung ändern kann und Wetten darüber abweist. Für Prognosesuchende heisst das: Eine Einschätzung von 1.90, die auf fünfzig Franken Umsatz gebaut war, lässt sich am Schweizer Markt in fünf Wetten von je zehn Franken übersetzen. Bei einem Systemwetten-Ansatz geht mehr, aber Systemwetten multiplizieren bekanntlich auch die Fehler.

Bei den Geldwegen ist Swisslos der Anbieter mit den vollständigsten Angaben überhaupt: Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen, per Online-Zahlungsweg oder Einzahlungsschein, ein Mindestaufladebetrag von CHF 20, maximal CHF 10’000 in 30 Tagen, keine Aufladung über einem Wallet-Stand von CHF 9’999. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung, die Bestätigung läuft direkt in der PostFinance App.

Was das für einen Betrachter kostet, lässt sich zusammenfassen: Swisslos gibt den vollständigen Schutzrahmen und nimmt einem dafür jede Bequemlichkeit. Wer eine abwegige Kombination aus einem ausländischen Sportwetten-Programm sucht, findet sie hier nicht — die Gespa-Liste kennt keine Karten- und Eckmärkte und keinen Esport, und ein Veranstalter des Schweizer Systems hat auch nicht die Freiheit, sie zu erfinden.

Das App-Angebot passt dazu: Wetten lassen sich über Swisslos oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben, in der App zusammengestellte Wetten kann man per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle spielen. Der Umweg über den Wettschein an der Verkaufsstelle ist der letzte Rest des analogen Wettens und ausgerechnet der Punkt, an dem die Testkäufe der Gespa das schlechteste Bild abgeben: In 47,5 % der Fälle kam 2025 eine Sportwette an einer Verkaufsstelle an eine minderjährige Person. Für den Wettschein braucht es keine Ausweisprüfung, weil keine Registrierung stattfindet, und die Kontrolle am Tresen ist offenbar nicht verlässlich. Das ist der Grund, weshalb im stationären Bereich mehr passiert, als jede Online-Registrierung kostet.

Die Bilanz nach den eigenen Bedingungen: Wer Wert auf den vollen gesetzlichen Rahmen legt und die engere Auswahl akzeptiert, ist bei Sporttip richtig. Die limiterte Verlusthöhe, die Selbstsperre, die gedeckelten Auszahlungen und die begrenzten Einsätze sind vollständig dokumentiert — es gibt kaum etwas, was auf einer anderen Seite fehlt und hier zu finden wäre. Wer dagegen einen Markt sucht, der hier nicht auf der Liste steht, findet ihn nicht durch eine andere Prognose, sondern gar nicht.

Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Schutzpaket für die Westschweiz

Jouez Sport ist das Sportwettprodukt der Loterie Romande und steht im selben Bewilligungsrahmen wie Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, Grossspiel, Aufsicht durch die Gespa, Geltung nur in der Schweiz. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ein grosser Vertrieb, eine kleine Organisation.

Die Teilnahmeberechtigung ist auf die Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis beschränkt. Ein Online-Konto verlangt den Wohnsitz im Gebiet, und wer in Zürich wohnt, hat keinen Zugang, während ein Zugang für Westschweizer in Sporttip genauso wenig existiert. Die Schweiz teilt ihren bewilligten Sportwettmarkt also nicht nur zwischen zwei Veranstaltern, sondern auch zwischen zwei Landesteilen, und die Grenze verläuft nicht dort, wo die Sprachgrenze in den Köpfen meistens verläuft.

Die Limiten von Jouez Sport sind in einer Dimension grosszügig und in einer streng: Der Höchstgewinn beträgt pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 ist der interessante Teil: Sie schliesst die scheinbar sicheren Wetten auf sehr tiefe Quoten aus, also genau die Wetten, mit denen man ein prognostiziertes Ergebnis absichern möchte. Wer eine Restwahrscheinlichkeit mit einer Quote von 1.05 kaufen will, kann das hier nicht. Das Reglement zieht damit eine Grenze davor, dass jemand Sicherheit einkauft, als wäre sie kostenlos.

Die Höchstgrenze von 100’000 auf die Kombi-Quote ist ebenfalls kein Zufall: Eine Kombination aus vielen Aussenseitern lässt die Gesamtquote schnell gross werden, und die Deckelung begrenzt, wie hoch eine einzelne Kombination ausfallen kann. Zusammen mit dem Höchstgewinn von CHF 1’000’000 pro Multiple ist das eine bewusste Begrenzung des Maximalrisikos auf beiden Seiten.

Für den Vergleich heisst das: Zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern gibt es kaum einen Unterschied bei der Bewilligung und einen deutlichen Unterschied bei den Regeln. Die Kombi-Quote und die Höchstgewinne sind bei Jouez Sport ausformuliert, bei Sporttip gilt der Mindest-Höchsteinsatz von CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette. Wer eine grössere Wette platzieren möchte, ist mit einem Multiple aus mehreren Wetten besser bedient als mit einem hohen Einzelbetrag, und das ist in beiden Systemen so angelegt.

Was für diese Plattform spricht, ist die Kombination aus Bewilligung, Vertriebsdichte und dokumentierten Grenzen: 2’350 Verkaufsstellen in sechs Kantonen sind ein Netz, das die allermeisten Schweizer Wettanbieter nicht haben. Was dagegen spricht, ist die Erreichbarkeit für die Deutschschweiz — und zwar nicht als Qualitätsfrage, sondern schlicht als Folge eines Gebietszuschnitts, über den kein Anbieter dieser Liste verfügt.

22Bet: ohne Schweizer Bewilligung

22Bet gehört zur Gruppe der Anbieter, die in der Schweiz nicht veranstalten dürfen. Eine Bewilligung, die hier Geltung hätte, ist nicht ersichtlich, und eine allfällige ausländische Bewilligung hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes in der Schweiz keine Wirkung. Anschluss an das schweizweite Sperrregister besteht nicht, ein Schweizer Rechtsweg ebenfalls nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden — mit den Folgen einer DNS-Sperre durch die Schweizer Telekommunikationsanbieter.

Der Anbieter steht hier als Referenz, weil Schweizer Spielende ihm begegnen, und die Bewertung fällt nach denselben Kriterien aus wie bei den anderen: keine Bewilligung, kein Schweizer Schutz, keine Schweizer Aufsicht. Wer dort spielt, spielt nach den Regeln des Anbieters.

Rollbit: ohne Schweizer Bewilligung

Für Rollbit gilt dasselbe Bild. Keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domain auf der Sperrliste möglich. Ausländische Bewilligungen entfalten in der Schweiz keine Kraft, und das Gesetz unterscheidet an dieser Stelle nicht zwischen Ländern.

Was Rolle spielt, ist nicht die Marke, sondern der Umstand, dass ohne Schweizer Bewilligung kein Schweizer Schutzmechanismus greift. Die Sperrliste ist ein Werkzeug für den Zugang, nicht für den Streitfall.

Donbet: ohne Schweizer Bewilligung

Bei Donbet fehlt die Schweizer Bewilligung aus denselben Gründen wie bei den anderen ausländischen Anbietern. Eine andere Bewilligung ist nicht mit Wirkung in der Schweiz verbunden. Der Unterschied zwischen diesem Anbieter und den beiden Schweizer Veranstaltern liegt damit nicht im Angebot, sondern in der Rechtsstellung des Spielenden.

BDMBet: ohne Schweizer Bewilligung

BDMBet veranstaltet ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Erlaubnis gilt hier nicht. Es besteht kein Anschluss an das Sperrregister, und die Domain kann blockiert werden. Die Bewertung fällt wie bei den übrigen Anbietern ohne Bewilligung aus.

BetFury: ohne Schweizer Bewilligung

Auch BetFury ist ohne Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz tätig. Es besteht kein Schweizer Schutz und kein Schweizer Rechtsweg. Eine Blockierung der Domain ist möglich.

HighFlyBet: ohne Schweizer Bewilligung

HighFlyBet gehört in dieselbe Kategorie: keine Schweizer Bewilligung, keine Geltung einer ausländischen Bewilligung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, Domain auf der Sperrliste möglich.

Interwetten: ohne Schweizer Bewilligung

Interwetten ist ein Name, der in diesem Zusammenhang von der Gespa selbst genannt wird: Sie führt Interwetten als Beispiel für das Domain-Hopping, also den schnellen Wechsel blockierter Adressen. Eine Schweizer Bewilligung besteht nicht, damit auch kein Anschluss an das Sperrregister und kein Schweizer Rechtsweg. Wer hier eine Wette platziert, tut das nach den Bedingungen des Anbieters und nicht nach dem schweizerischen Regelwerk.

Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung

Sportaza schliesst die Liste nach derselben Systematik ab: keine Bewilligung mit Wirkung in der Schweiz, keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregisteranschluss, Domain blockierbar. Die Bewertung entspricht der der übrigen Anbieter ohne Bewilligung.

Prognosen und die Kosten, die in ihnen stecken

Wer nach Gratisprognosen sucht, sollte die Rechnung in der anderen Richtung führen: Nicht was eine Prognose kostet, sondern was das Spiel kostet, in das sie führt. Bei Sporttip gibt es dafür keinen Werbebetrag, aber eine klare Preisstruktur. Die wichtigste ist die Quote selbst, und die zweite ist der Abstand zwischen den Quoten eines Marktes.

Was ein Angebot im Verhältnis zur Marge wert ist

Ein Gratisangebot ist nicht gratis, es hat eine Bedingung. Beim Kombiboost mit dem Mindestsatz von vier Voraussagen à mindestens 1.50 und dem maximalen Bonus von 100 % auf den Nettogewinn bei fünfzehn Voraussagen ist die Bedingung selbst das Angebot: Die Zusage gilt nur für Wetten, die den höchsten Satz bereits verdient haben. Die Idee, fünfzehn Kombinationen auf je mindestens 1.50 zu finden, lässt sich in einer Viertelstunde aufstellen und in zwei Wochen widerlegen.

Bei einem Cash-Out funktioniert die Rechnung ähnlich. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Wettgewinn, und der Abstand zwischen den beiden Zahlen ist der Preis für die Absicherung. Wer ihn als «Gewinnsicherung» vermarktet, verkauft ein Produkt, das die Unsicherheit nicht entfernt, sondern umverteilt — ein Teil davon wandert zum Veranstalter.

Was ein Bescheid vom Veranstalter kostet

Auch das Verhalten entscheidet über Kosten. Nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung verfallen Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen geltend gemacht werden, zugunsten des Zwecks der Swisslos. Gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen Widerspruch per eingeschriebenem Brief einzulegen. Sechs Monate sind lang genug, um einen Gewinn zu verpassen, und kurz genug, um es zu bereuen. Der Vergleich mit dem Kleingedruckten eines Angebots ist der einzige Punkt, an dem ich eine Anleitung schreiben würde: Wettschein behalten, nicht wegwerfen.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung kombiniert Sporttip ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Auch das ist eine Regel, die dem Spielenden keine Chance gibt und ihm gleichzeitig nichts nimmt: Der Einsatz kommt zurück, die Wette nicht.

Quotenboosts und ihre Grenzen

Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Der letzte Satz ist der wichtigste. Wer einen Boost nutzt und dann auscasht, tauscht die Erhöhung gegen die Sicherheit ein, und er tauscht sie ausdrücklich ein. Beide zusammen gibt es nicht. Das ist die Regelung, die den Boost zu dem macht, was er ist: ein Anreiz, den Einsatz bis zum Ende zu halten.

Wo die Prognose endet

Keine Prognose hat Einfluss auf den Preis, den der Veranstalter setzt, auf die Liste, die regelt, was gespielt werden darf, oder auf die Limiten, die den Einsatz begrenzen. Sie kann nur innerhalb dieser Grenzen arbeiten. Eine Gratisprognose heute beschreibt damit eine Einschätzung, die am Schweizer Markt auf einen Mindesteinsatz von CHF 1, einen Höchsteinsatz von CHF 1’000 bei Einzel- und Kombinationswetten und eine Liste bewilligter Sportarten trifft.

Was sie nicht kann: das Ergebnis vorhersagen. Wer das trotzdem versucht, zahlt am Ende mehr für die Erkenntnis, dass es nicht funktioniert, als für jede bezahlte Prognose.

Häufige Fragen zu Gratisprognosen und Sportwetten

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?

Eine Prognose verknüpft Form der letzten Spiele, Ausfälle und Aufstellungen, statistische Kennzahlen und den Quotenvergleich zu einer Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten. Bei Swisslos kommt die Wette selbst dazu: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 bei Einzel- und Kombiwetten, und die reguläre Spielzeit umfasst im Fussball 90 Minuten plus Nachspielzeit.

Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?

Eine Value Bet liegt vor, wenn die eigene Einschätzung über der im Preis enthaltenen Wahrscheinlichkeit liegt. Die Marge ist der Anteil des Veranstalters. Bei einem Zwei-Weg-Markt mit 1.90 auf beiden Seiten ergibt 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) eine Auszahlungsquote von 95 %, also 5 % Marge. In der Praxis liegt sie je nach Markt darüber.

Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht, und wer eine nennt, verkauft ein System. Der Anteil muss so klein sein, dass eine Verlustserie die eigene Methode nicht beendet. Wer ein Zehntel auf eine Kombiwette setzt, verliert mit drei solchen Wetten die Hälfte. Bei Swisslos werden Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme gesetzt, Erhöhungen wirken erst nach 72 Stunden.

Welche Wetten sind in der Schweiz erlaubt, und wo steht das?

Erlaubt sind Wetten auf Sportwetten im Rahmen der Gespa-Liste der autorisierten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, gestützt auf Artikel 25 des Geldspielgesetzes und Artikel 29 der Verordnung. Nicht möglich sind Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen. Veranstalten dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande; bei Swisslos beginnt der Einsatz bei CHF 1.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Aus CHF 1 bei Quote 1.90 entstehen CHF 1.90 vor der Rundung, nach der Abrundung CHF 1.90.

Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»