Online ATP wetten in der Schweiz: Warum die kleine Auswahl mehr Schutz bedeutet
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Der Spielplan dieser Seite: Was ein Schweizer Tenniswetter wirklich wählen kann
Wer in der Schweiz auf Herrentennis setzen will, stösst auf eine Auswahl, die auf den ersten Blick enttäuscht und auf den zweiten etwas erklärt. Sportwetten dürfen hierzulande allein zwei Veranstalter anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide haben eine Bewilligung nach dem Geldspielgesetz, beide stehen unter der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern. Jede andere Marke, die einem Schweizer Tennisinteressierten im Netz begegnet, ist hier ohne Bewilligung unterwegs.
Stand: Oktober 29, 2026. Bewilligungen und Veranstalterangaben wurden gegen die Verzeichnisse der Gespa sowie die Angaben der beiden Veranstalter selbst abgeglichen.
Das klingt nach einem Markt, der nichts zu bieten hat. Es ist das Gegenteil. Die Enge ist der Preis für drei Dinge, die es sonst nirgends in dieser Form gibt: eine Aufsicht, die tatsächlich zugreift, ein schweizweites Sperrregister, an das die Anbieter angeschlossen sind, und einen Rechtsweg, der nicht über eine ausländische Instanz führt. Wer in Genf oder Zürich ein Konto eröffnen will, muss sich ausweisen und im richtigen Gebiet wohnen. Lästig — und genau der Grund, warum die Verlustlimiten überhaupt durchsetzbar sind.
Der Weg durch die folgenden Abschnitte führt von der Gesamtübersicht über die Rechtslage, die Schutzmechanismen und die Wettarten bis zum Turnierkalender der Herrentour. Wer nur eine Frage hat — welche Wette zu welchem Vorhaben passt, was ein Boost wirklich wert ist, wie hoch das eigene Limit gesetzt werden muss —, findet das im hinteren Teil und in den häufigen Fragen am Ende.
Die zehn Optionen im Vergleich
Die Liste deckt den Markt ab, den ein Schweizer Tenniswetter tatsächlich antrifft: zwei bewilligte Veranstalter und acht ausländische Marken, die hier ohne Schweizer Bewilligung auftreten. Geordnet ist sie nach dem einzigen Kriterium, das vor allen anderen zählt — dem Bewilligungsstatus. Alles Weitere folgt danach.

| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter bzw. berichtete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Ja — Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51) | Loterie Romande, Sitz Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen |
| Rabona | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| Jackbit | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| Sportuna | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| Fezbet | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| Boomerang Bet | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| PowBet | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| HornetBet | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
| BetFury | Keine | Ohne Schweizer Bewilligung; berichtete Lizenz ohne Geltung hierzulande |
Die achte Zeile wiederholt achtmal denselben Befund, und das ist kein Versäumnis, sondern die Aussage. Eine ausländische Konzession, egal aus welchem Land, hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei Rabona, Jackbit, Sportuna, Fezbet, Boomerang Bet, PowBet, HornetBet oder BetFury einzahlt, tut das ausserhalb jeder Schweizer Zuständigkeit. Es gibt keine Stelle, die eine Quote prüft, keine, die eine Auszahlung durchsetzt, und keine, die im Streit vermittelt.
Warum diese acht hier trotzdem stehen: Spielende begegnen ihnen. Ein Vergleich, der sie verschweigt, wäre kein Vergleich, sondern eine Auswahl. Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS strafbar und wird nach Art. 131 BGS mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet — die Nennung ist deshalb Beschreibung, ausdrücklich keine Empfehlung.
Die Bewilligung der beiden Schweizer Veranstalter ist nicht eine, sondern zwei: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Das ist der Grund, warum Swisslos und die Loterie Romande nicht einfach irgendetwas anbieten dürfen, was sich verkauft. Ihr Angebot ist eine geschlossene Liste, und über deren Inhalt entscheidet nicht das Marketing.
Zwei Veranstalter, zwei Gebiete: Wer überhaupt ein Konto eröffnen darf
Die Schweizer Lösung ist nicht nur zahlenmässig eng, sie ist geografisch geteilt. Sporttip läuft im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, also in der Deutschschweiz, dazu im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Zusammen ist das das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande bedient Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis.

Das heisst konkret: Für einen Wohnsitz in Zürich existiert genau ein Schweizer Anbieter. Für einen Wohnsitz in Genf ebenfalls genau einer. Die naheliegende Frage — welcher der beiden ist besser — hat für die meisten Spielenden keine Antwort, weil die Wahl vom Wohnkanton entschieden wird und nicht von der Qualität des Angebots. Die beiden Veranstalter konkurrieren nicht um dieselben Kundinnen und Kunden. Sie teilen sie auf.
Vor der ersten Wette steht die Registrierung. Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Diese Prüfung ist unbeliebt und richtig. Sie ist die Voraussetzung dafür, dass ein Sperrregister überhaupt eine Sperre bedeutet. Ein Konto, das ohne Identitätsprüfung eröffnet wird, lässt sich in beliebiger Zahl daneben eröffnen — das Sperrregister verliert dann genau die Wirkung, für die es eingerichtet wurde.
Ein Detail, das man kennen sollte, bevor man sich hinsetzt: Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Für einen Freizeitspieler in einer Vereinsliga ist das keine Theorie. Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Was in der Schweiz gewettet werden darf — und was nicht
Die Rechtslage ist kein Anhang, sondern die Grundlage jeder Wette. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), in Kraft seit dem 1. Januar 2019, geregelt in Art. 3 lit. c und e. Zuständig ist die Gespa mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat ist seit dem 1.1.2021 in Kraft. Die ESBK ist nicht zuständig — sie beaufsichtigt nur Casinos. Wer in einem Vergleich die falsche Aufsichtsbehörde nennt, hat die Regeln nicht verstanden, über die er schreibt.
Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Das ist kein Zusatz, sondern die Wurzel des ganzen Themas: Ausländische Anbieter können hier keine Wirkung entfalten, weil die Schweizer Bewilligung an das Territorium gebunden ist — und umgekehrt bringt eine ausländische Konzession hier nichts.
Was angeboten werden darf, ist eine geschlossene Liste. Massgeblich ist die Liste der Gespa für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Dort steht, was spielbar ist:
- Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind.
- Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind.
- Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet.
- Trainingsläufe nie.
Die Liste zeigt keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion. Esport taucht dort schlicht nicht auf. Gewettet werden darf ausserdem nur auf Sportveranstaltungen: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind nach Art. 25 Abs. 2 BGS gesperrt.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht reguliert; es bleibt ein Merkmal des jeweiligen Anbieters und keine gesetzlich garantierte Funktion.
Bei Sporttip kommen Grenzen aus den eigenen Bedingungen hinzu: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer eine Wette über die Limite abschicken will, bekommt nicht etwa eine Rückfrage, sondern eine Ablehnung.
Zwei Regeln für Livewetten sollte man vorher lesen. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Bei einer Livewette auf einen Aufschlagwechsel, der schon vorbei ist, hilft die schönste Quote nicht.
Zur Steuer ein Punkt, der in vielen Vergleichen falsch steht: Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze. Eine solche Abgabe existiert nicht. Wer sie in einer Tabelle findet, hat nicht ein schlechtes Angebot vor sich, sondern eine erfundene Zahl.
Verlustlimiten und Spielsperre: Was schützt und was nicht
Der Schweizer Weg zur Spielerschutzfrage beginnt mit einer Besonderheit: Die Limits setzt der Spielende, nicht der Staat. Vorgeschrieben ist, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze oder -verluste verlangen muss (Art. 87 VGS). Ein gesetzlicher fester Einzahlungsdeckel existiert nicht.
Bei Sporttip sieht das konkret so aus: Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind die interessanteste Zahl im ganzen Schutzsystem. Wer sein Limit senken will, darf das in derselben Minute tun. Wer es erhöhen will, muss drei Tage warten — lang genug, dass der Impuls nach einem verlorenen Dreisatz verpufft. Die Asymmetrie ist Absicht, und sie ist der einzige Mechanismus in diesem System, der gegen den Spieler selbst gerichtet ist statt gegen den Anbieter.
Die Spielsperre lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst verhängen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Nach Art. 80 bis 82 BGS erfasst dieses Register überschuldete oder suchtkranke Personen und die Selbstsperre; eine freiwillige Sperre kann nach Art. 84 VGS erst nach drei Monaten aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spieler haben nach Art. 45 BGS keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Für ausländische Marken gilt keiner dieser Punkte. Wer sein Verhalten bremsen will, muss das dort selbst tun — und zwar dauerhaft und ohne Instanz im Hintergrund. Der Verzicht auf das Sperrregister ist damit der teuerste Teil eines Kontos bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Es ist auch der Teil, der sich nicht nachträglich reparieren lässt.
Ein Befund, der die schöne Architektur relativiert: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle am Schalter funktioniert also deutlich schlechter, als die Regeln vermuten lassen. Wer online setzt, umgeht dieses Problem, weil das Konto über den Ausweis geprüft ist. Der Wettschein an der Verkaufsstelle ist der schwache Punkt im System, und er ist nicht klein.
Wichtig für alle, die mehr als nur ein paar Franken einsetzen: Bei Swisslos werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist nach Art. 75 Abs. 1 BGS untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen — das ist eine Frage des Zahlungsverkehrs, nicht der Sicherheit.
Wie die Quote entsteht: Belag, Form und die Marge im Preis
Eine Quote ist keine Prognose, sondern ein Preis. Der Anbieter schätzt zuerst, wie häufig jeder Ausgang eintritt, und rechnet anschliessend seine Marge ein. Diese Marge ist in jedem Preis enthalten, auch in einem, der gut aussieht. Der Fachbegriff dafür lautet Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote: der Anteil aller Einsätze, den ein Markt zurückzahlt, gerechnet als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Die Marge ist 100 % minus diesen Anteil.
Bei einem illustrativen Zweiwegemarkt mit Quoten von 1.90 und 1.90 ergibt die Summe der Kehrwerte 1/1.90 plus 1/1.90, also rund 1.0526. Der Kehrwert davon liegt bei etwa 95 %. Der Anbieter behält damit rund 5 % aller Einsätze dieses Marktes ein. Das ist die Bandbreite, die bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu erwarten ist; bei einem Dreiwegemarkt oder einem Markt mit mehr Ausgängen verschiebt sich der Wert, und bei einer Kombination multiplizieren sich die Quoten zu einem Gesamtpreis, wodurch sich der Effekt mehrerer Margen aufsummiert. Eine einzelne Zahl wäre hier unehrlich — die Marge ist eine Bandbreite mit einer Bedingung, nicht ein Wert, der überall gilt.
Die Rechnung ist eine statistische Schätzung. Sie beschreibt einen Durchschnitt über viele Wetten unter der Annahme, dass die genannten Quoten gelten und genau zwei Ausgänge möglich sind. Für die einzelne Wette sagt sie nichts darüber, was passiert.
Wer diese Rechnung einmal gemacht hat, liest Werbetexte anders. Eine Quote von 1.90 sieht grosszügig aus, bis man bedenkt, dass im selben Preis ein Betrag steckt, der nicht ausbezahlt wird. Ein Quotenboost, der den Preis um ein paar Prozentpunkte hebt, verkleinert die Marge — er hebt sie nicht auf. Er macht das Angebot besser als das Angebot desselben Anbieters ohne Boost, nicht besser als den fairen Preis.
Wenn ein Buchmacher mit «fairen Quoten» wirbt, ist das meistens eine Selbstbeschreibung. Die faire Quote eines Zweiwegemarktes wäre 2.00 und 2.00. Alles darunter ist der eigene Verdienst.
Was den Belag betrifft, so steckt er nicht in der Formel, sondern davor. Sand, Rasen, Hartplatz und Hallenboden verändern die Bedeutung von Aufschlagstärke, Grundlinienspiel und Beweglichkeit. Ein Spieler mit herausragendem Aufschlag ist auf einem schnellen Belag eine andere Grösse als auf Sand, wo längere Ballwechsel die Fehlerquote bestrafen. Ein Anbieter, der das falsch modelliert, setzt eine falsche Quote — und wer den Belag liest, sieht den Fehler manchmal vor ihm. Die Form kommt daneben: Ein Spieler nach drei langen Dreisätzen in zwei Tagen ist nicht derselbe wie einer, der in zwei Sätzen durchmarschiert ist. Turnierhistorie und Erholungszeit sind dabei oft aussagekräftiger als der Name auf dem Papier. Der Weltranglistenplatz ist eine Zusammenfassung über zwölf Monate und über alle Beläge hinweg; er ist der schlechteste kurzfristige Indikator und der beste Einstiegspunkt.
Wettarten: Vier Wege, dasselbe Match zu spielen
Der Sieger einer Partie, das Satzergebnis, ein Handicap und die Gesamtzahl der Spiele sind vier verschiedene Fragen. Sie unterscheiden sich nicht in der Qualität, sondern im Risikoprofil — und darin, was der Spielende wissen muss, um sie zu beurteilen.
Die Siegwette ist die Basis. Sie fragt nach dem Gewinner der Partie und wird von der breitesten Datenbasis gestützt, weil sie der liquideste Markt einer Begegnung ist. Das schlägt sich in der Marge nieder: Bei einem Zweiwegemarkt liegt sie im Bereich der oben gerechneten rund 5 %. In der Praxis ist sie damit die günstigste Art, auf ein Tennismatch zu setzen.
Die Satzwette verlangt zusätzlich zur richtigen Person auch die richtige Verteilung. Sie ist damit kein engerer Blick auf dasselbe Ereignis, sondern eine neue Frage — und weil weniger Geld in diesem Markt liegt, ist die Marge weniger transparent und häufig breiter.
Das Handicap verschiebt das Ergebnis um Sätze oder Spiele und macht eine einseitige Partie wieder ausgeglichen. Für diejenigen, die einem klaren Favoriten zutrauen, deutlich zu gewinnen, aber die niedrige Quote meiden wollen, ist das der naheliegende Weg. Er bringt eine Bedingung mit: Der Favorit muss den Abstand nicht nur halten, sondern überbieten.
Die Über/Unter-Wette fragt nach der Gesamtzahl der Spiele oder Sätze, unabhängig vom Gewinner. Sie ist im Kern eine Aussage über Aufschlagstärke und Spieltempo, und sie ist die einzige der vier, bei der ein Kenner eines Belags strukturell im Vorteil sein kann: Für einen Sandplatzspezialisten gegen einen harten Aufschläger ist die Über/Unter-Einschätzung zugänglicher als die Siegerfrage. Die Marge sitzt auch hier im Preis.
Der wichtigste Irrtum in diesem Feld ist die Annahme, mehr Märkte bedeuteten mehr Chancen. Wer seine Wette aufteilt, zahlt die Marge mehrfach. Das ist der Unterschied zwischen einer Wette und einem Wettschein mit fünf Positionen.
Bei Sporttip gibt es Boosts, die an Bedingungen geknüpft sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost ist stärker, aber auch voraussetzungsreicher: mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, und nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Die 100 % klingen nach der besten Quote im ganzen Programm. Sie verlangen fünfzehn zutreffende Voraussagen mit je mindestens 1.50 — die Wahrscheinlichkeit, dass genau das eintritt, ist die Eintrittskarte für den Bonus, und die ist teuer. Der Prozentsatz ist eine Belohnung für ein Ereignis, dessen Eintreten der Anbieter mitrechnet.
Ein Punkt, den man kennen muss, wenn man Kombinationen baut: Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer einen Tennisspieler gleichzeitig für Sieg und Satzgewinn kombiniert, sollte das über die vorgesehene Funktion tun.
Und dann ist da die Frage, wie aus Einsatz und Quote ein Gewinn wird. Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei einer Kombinationswette aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. CHF 100 auf eine Quote von 1.90 ergeben einen Rückzahlungsbetrag von CHF 190, von denen CHF 100 der Einsatz und CHF 90 der Nettoertrag sind.
Die ATP Tour als Kalender: Vom Jahreswechsel bis in den November
Die ATP Tour ist die höchste Turnierserie im professionellen Herrentennis, organisiert vom Spielerverband ATP, oberhalb der ATP Challenger Tour und der ITF Future Tour. Sie ist ausdrücklich nicht dasselbe wie die vier Grand-Slam-Turniere: Die werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Wer ein Turnier einordnen will, muss diese Grenze ziehen, sonst vergleicht er zwei verschiedene Ligen.
Die Struktur der Serie hat sich verschoben. Die ATP Tour 2024 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 13 ATP-500-Turniere und 38 ATP-250-Turniere. Die ATP Tour 2025 umfasste 9 ATP-Masters-1000-Turniere, 16 ATP-500-Turniere und 30 ATP-250-Turniere. Dallas, Doha und München stiegen zu ATP-500-Turnieren auf.
Den Abschluss bilden die ATP Finals im November, bei denen die acht besten Spieler der Saison antreten.
Die Saison ist so lang, dass sie kaum eine Pause hat. Die ATP Tour beginnt um den Jahreswechsel und endet Mitte November. Seit 2012 dauert die Winterpause sieben statt fünf Wochen — länger als vorher, aber nicht lang. Die ATP Tour 2026 begann am 2. Januar 2026; Carlos Alcaraz gewann bei den Australian Open 2026 das Herreneinzel-Finale gegen Novak Đoković mit 2:6, 6:2, 6:3, 7:5. Zwischen dem ersten Aufschlag im Januar und dem letzten Punkt im November liegt eine fast ununterbrochene Folge von Turnieren, und das erklärt, warum Belastung und Erholung beim Tennis so grosse Quotenbewegungen auslösen können wie kaum eine andere Sportart.
Turniere im Kalender: Wann welche Partien zur Wette stehen
Wer weiss, welche Turnierkategorie gerade läuft, weiss auch, wie belastbar eine Quote ist. Neun Masters-1000-Turniere, sechzehn 500er und dreissig 250er zählte die Saison 2025 — drei Klassen mit drei unterschiedlichen Datenlagen.
Bei einem Masters-1000-Turnier treffen die Besten aufeinander, oft nach einer Vorschlussrunde mit mehreren engen Matches. Die Vergleichsbasis ist breit: Form, Belagleistung und direkte Duelle liegen vor. Bei einem 250er-Turnier, das parallel zu einem grösseren Event läuft, ist die Besetzung dünner und die Matchhistorie der Beteiligten kürzer. Die Quote ist deshalb nicht automatisch schlechter — aber sie ist schwerer zu hinterfragen, und wer eine Wette nur dann abgibt, wenn er die Grundlage kennt, hat bei 250ern weniger Gelegenheiten.
Die zweite Ordnungsgrösse ist der Belag. Sand bremst den Aufschlag und belohnt Ausdauer, Rasen verkürzt die Ballwechsel, Hartplatz liegt dazwischen, und in der Halle fällt der Wind als Faktor weg. Ein Spieler, der auf Sand aufgewachsen ist, hat dort einen Vorteil, der in der Weltrangliste nicht auftaucht, weil die über alle Beläge mittelt. Wer Über/Unter spielt, prüft zuerst den Belag; wer auf den Sieger setzt, prüft zuerst die Form auf genau diesem Belag.
Die dritte Grösse ist das Format und der Umfang der Wette. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Beim Tennis sind Sätze keine Nachspielzeit, aber die Regel zeigt, wie eng Sporttip den Geltungsbereich fasst: Was nicht ausdrücklich Teil der Wette ist, zählt nicht.
Für abgesagte und nicht innert 48 Stunden nachgeholte Ereignisse gilt die Regelung des jeweiligen Veranstalters. Wie im Einzelfall abgerechnet wird, hängt vom konkreten Markt ab. Wer vor einem Turnier mit unsicherer Wetterlage in der Halle setzt, liest die Spielregeln vorher — nicht danach.
Ein praktischer Hinweis zum Schluss dieses Abschnitts: Die Turnierwoche entscheidet, wann die Wette überhaupt möglich ist. Zwischen dem ersten Januar und Mitte November gibt es kaum einen Tag ohne ATP-Partie, aber die Qualifikationsrunden eines Turniers stehen nur dann zur Wette, wenn sie auf der Gespa-Liste geführt sind. Wer auf ein konkretes Turnier setzen will, prüft deshalb die Liste der bewilligten Wettbewerbe, bevor er den Wettschein ausfüllt.
Was ein Abbruch, ein Boost und eine Steuer kosten
Drei Mechanismen entscheiden darüber, ob eine gute Quote am Ende auch gut auszahlt. Der erste ist der Abbruch. Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt, greift die Regelung des Veranstalters, und sie ist markt- und ereignisabhängig. Der zweite ist die Erhöhung. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50, und die Steigerung auf 100 % gibt es erst ab fünfzehn solchen Voraussagen — ein Wert, der die Zahl der Zutreffenden zur Eintrittsbedingung macht. Der dritte ist die Steuer, und sie ist der Punkt, an dem sich die Schweizer und die ausländische Kategorie am deutlichsten trennen.
Gewinne aus Schweizer Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden nur oberhalb davon besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000, für 2025 bei CHF 1’070’400. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; die lässt sich über die Steuererklärung zurückholen, indem der Gewinn deklariert wird. Der kantonale Freibetrag unterscheidet sich vom Bundeswert, deshalb ist «je nach Kanton» die einzig korrekte Formulierung und eine einzelne Kantonszahl wäre falsch. Wer eine typische Wette gewinnt, bleibt weit unter der Schwelle: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer.
Das ist die eine Seite. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer; die kantonale Praxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen dagegen unabhängig von der Höhe vollständig als steuerbares Einkommen. Für einen Spielenden kann derselbe Gewinn je nach Anbieter steuerfrei oder voll steuerbar sein. Das ist ein Unterschied in der Rendite, den kein Bonus ausgleicht.
Wer eine konkrete Auskunft braucht, fragt eine Steuerberaterin oder die kantonale Steuerverwaltung. Das ist keine Höflichkeitsfloskel, sondern der Ort, an dem die Antwort auf die eigene Situation liegt.
Die acht ausländischen Marken im Einzelnen
Die folgende Gruppe ist in der Reihenfolge der Übersicht aufgeführt und ausnahmslos ohne Schweizer Bewilligung. Für jede gilt derselbe Rechtsrahmen, den ich in den Abschnitten zur Rechtslage und zum Schutz dargelegt habe: keine Schweizer Aufsicht, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Was sich unterscheidet, ist das, was jede Marke sonst mitbringt.
Rabona tritt hier ohne Bewilligung auf, und das ist bei ihr kein Nebensatz, sondern die ganze Einordnung. Eine berichtete ausländische Konzession bindet nach Art. 4 BGS in der Schweiz niemanden; drei Schutzmechanismen fallen damit gleichzeitig weg — Aufsicht, Register, Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden; wer einen gesperrten Zugang über andere Wege umgeht, umgeht diesen Mechanismus. Das Modell passt zu jemandem, der für ein breiteres Wettprogramm bewusst auf die Schweizer Schutzstruktur verzichtet. Für jemanden, der bei einem schlechten Lauf auf eine automatische Bremse angewiesen ist, passt es nicht — nicht weil die Marke schlecht wäre, sondern weil die Bremse dort schlicht nicht existiert. Das ist das eigentliche Ergebnis dieser Zeile.
Jackbit ist ohne Schweizer Bewilligung unterwegs, und der Reibungspunkt ist ein anderer. Die Verlustlimiten, die ein bewilligter Anbieter vor der ersten Teilnahme verlangt, sind an die Bewilligung gekoppelt — sie gelten hier nicht. Auch die Spielsperre im schweizweiten Register erreicht diese Marke nicht. Wer sein Spielverhalten selbst steuern kann, merkt davon wenig. Wer es nicht kann, verliert genau die Instanz, die ihn im Zweifelsfall ausgebremst hätte.
Sportuna erscheint als dritte Marke in der Liste ohne Schweizer Bewilligung. Bei ihr lohnt es, den Massstab sichtbar zu machen, statt die Marke am Schweizer Massstab zu messen. Ausländische Anbieter haben Stärken, die mit der Bewilligung nichts zu tun haben: breitere Wettprogramme, andere Auszahlungslogiken, andere Ideen von Margen. Nur liegen diese Stärken ausserhalb eines Rahmens, den die Schweiz verantwortet. Wer Sportuna prüft, prüft den Anbieter und sein ausländisches Regime — und sollte sich darüber im Klaren sein, dass im Streitfall keine Schweizer Stelle entscheidet.
Fezbet ist in der Liste ohne Schweizer Bewilligung geführt. Der aufschlussreichste Punkt ist die Aufsicht. In der Schweiz ist die Gespa für Sportwetten zuständig; bei einer Marke ohne hiesige Bewilligung gibt es keine entsprechende Stelle, und eine ausländische Konzession bindet nach Art. 4 BGS hierzulande nicht. Wenn eine Auszahlung stockt oder eine Bedingung anders ausgelegt wird, als der Wettschein vermuten liess, bleibt nur der Anbieter selbst. Wer vorhat, nennenswerte Beträge zu setzen, sollte deshalb zuerst genau diese Frage beantworten können: Wer entscheidet, wenn es Streit gibt?
Boomerang Bet gehört zur Gruppe ohne Schweizer Bewilligung. Ein verbreiteter Irrtum ist hier zu korrigieren: In der Schweiz existiert kein Instrument, mit dem Banken oder Kartennetzwerke angewiesen werden, Zahlungen an unzulässige Wettangebote zu blockieren — eine solche Zahlungssperre gibt es nicht. Dass eine Einzahlung technisch durchgeht, ist deshalb kein Hinweis darauf, dass der Anbieter hier zulässig ist. Wer eine Zahlung an eine Marke ohne Bewilligung leistet, tut es in eigenem Namen und ohne Netz dahinter.
PowBet ist ohne Schweizer Bewilligung gelistet. Bei dieser Marke ist der Zahlungsweg die praktischste Prüffrage. In der Schweiz werden Gewinne und Guthaben nur auf ein Konto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt, und anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Angebot nicht. Ob ein Anbieter ohne Bewilligung strengere oder lockerere Auszahlungswege hat, lässt sich nur aus seinen eigenen Bedingungen lesen. Die Prüfung ist einfach: erst die Auszahlung im eigenen Namen und die Auszahlungsfrist klären, dann einzahlen. Wer diese Reihenfolge umdreht, prüft im schlechtesten Moment.
HornetBet steht in der Liste ohne Schweizer Bewilligung. Bei ihr gibt es einen Punkt, der allein aus dem Anbieterstandort folgt: Die steuerliche Behandlung. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und werden darüber mit 35 % Verrechnungssteuer belastet; Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, gelten nach der Praxis des Kantons Thurgau aber unabhängig von der Höhe vollständig als steuerbares Einkommen. Ein Gewinn kann bei einem Anbieter ohne Bewilligung also steuerpflichtig sein, wo er bei einem Schweizer Anbieter steuerfrei geblieben wäre. Das ist keine Marginalie, sondern ein Posten, der bei einem grossen Einzelgewinn mehr bewegt als jeder Bonus.
BetFury schliesst die Liste als zehnte Marke, ebenfalls ohne Schweizer Bewilligung. Der entscheidende Vergleich mit Swisslos ist nicht die Zahl der Märkte, sondern der Rahmen. Bei Swisslos müssen vor der ersten Wette Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden, und eine unbefristete Spielsperre wird in einem Register geführt, das auch Casinos umfasst. Bei BetFury fehlt dieser Rahmen als Ganzes, weil er an die Schweizer Bewilligung gebunden ist. Die Domain kann auf die Sperrliste kommen. Was bleibt, ist eine Rechnung: Auf der einen Seite ein Anbieter mit den genannten Märkten, auf der anderen eine Struktur, die im schlechten Fall trägt. Wer Wetten auf Tennis als Unterhaltung mit festem Budget betreibt, entscheidet sich bei dieser Rechnung anders als jemand, der nach jedem Verlust nachlegt.
Swisslos Sporttip: die Nummer eins für die Deutschschweiz
Die Bewertung beginnt mit dem, was sich nicht wegdiskutieren lässt. Swisslos ist eine der zwei Veranstalter, die nach dem interkantonalen Recht Sportwetten anbieten dürfen, mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; das Produkt heisst Sporttip. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die im Vertragsgebiet wohnhaft sind: die genannten Deutschschweizer Kantone, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Für einen Wohnsitz in der Westschweiz ist die Marke keine Option — nicht aus Qualitätsgründen, sondern wegen der Gebietsgrenze.
Das stärkste Argument für Sporttip ist kein Produktmerkmal, sondern das Zusammenspiel. Die Registrierung über den Ausweis, die vorgeschriebenen Verlustlimiten mit sofortiger Senkung und Erhöhung erst nach 72 Stunden, die Spielsperre mit Wirkung bis in die Casinos hinein und die Auszahlung nur auf ein Konto im eigenen Namen bilden eine Kette, die geschlossen ist. Bei jeder anderen Marke in dieser Übersicht fehlen ein oder mehrere Glieder. Für einen Spielenden, dem die Verlässlichkeit wichtiger ist als die Zahl der Märkte, ist die Sache damit entschieden.
Das grösste Ärgernis ist die Höchstgrenze. CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette sind nicht verhandelbar, und Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Wer mit grösseren Einsätzen arbeitet, stösst hier auf eine Wand und nicht auf eine Auskunft. Für den typischen Freizeitspieler ist die Grenze unsichtbar; für jemanden mit einem grösseren Budget ist sie das Kriterium, an dem die Marke scheitert.
Der Cash-Out verdient eine eigene Bemerkung, weil er in vielen Darstellungen als Selbstverständlichkeit erscheint. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos ihn nicht für alle Wetten. Der «Cash-Out» ist damit ein Angebot mit Preis, und wer ihn bei einem Quoten- oder Profitboost nutzt, verliert die Erhöhung zusätzlich.
Das Verdikt fällt entlang einer Linie, die nichts mit Sympathie zu tun hat: Der Preis für die Schweizer Lösung ist die Enge, und diese Enge ist diesmal das Produkt. Verlustlimiten, Spielsperre mit Registerwirkung und Auszahlung nur im eigenen Namen sind keine Marketingmerkmale, sondern Rechte der Spielenden. Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat mit Sporttip den einzigen Anbieter, der sie garantiert.
Loterie Romande Jouez Sport: die Nummer eins ohne Vergleichsangebot
Für die Westschweiz stellt sich die Wahlfrage anders, weil sie sich nicht stellt. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Die Organisation zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende — eine Grösse, die sich in der Fläche zeigt und nicht in der Bilanz. Die Aufsicht liegt ebenfalls bei der Gespa, mit Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem BGS.
Für einen Wohnsitz in Lausanne oder Genf ist Jouez Sport der einzige Anbieter mit Schweizer Bewilligung. Der Vergleich mit Sporttip bleibt damit theoretisch: Man kann ihn lesen, aber man kann ihn nicht wählen. Umso wichtiger ist die Frage, was die Marke selbst leistet.
Die 2’350 Verkaufsstellen sind der eigentliche Vorteil. Wer sein Spielverhalten über den Schalter steuert, hat in der Westschweiz eine dichte Infrastruktur. Das ist gleichzeitig der schwache Punkt, denn die Gespa-Testkäufe von 2025 mit 47,5 % Verkäufen an Minderjährige betreffen genau diesen Kanal. Wer online spielt, umgeht das, weil das Konto verifiziert ist. Für Westschweizer Spielende heisst das: Der bequemere und zugleich der abgesicherte Weg ist der Online-Zugang.
Was bleibt, ist die Mittelverwendung. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Die Sportwetten tragen also einen sinkenden Teil zum Gesamtergebnis bei, während der Beitrag in den Sport fliesst. Das rechtfertigt keinen Einsatz — es erklärt nur, wohin das Geld geht, das nicht ausbezahlt wird.
Jouez Sport gewinnt in dieser Übersicht nicht durch ein überlegenes Produkt, sondern durch die Alternative. Für Westschweizer Spielende lautet die reale Wahl nicht Jouez Sport oder Sporttip, sondern Jouez Sport oder ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung — und dieser Vergleich ist der klarere.
Rechtlich: Was eine ausländische Lizenz in der Schweiz bedeutet
Eine berichtete Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Kraft. Das ist keine Detailfrage des Verwaltungsrechts, sondern die Erklärung für alles, was auf dieser Seite vorher steht. Ein Anbieter, der in der Schweiz ohne Bewilligung Wettangebote betreibt, verwirklicht nach Art. 130 BGS eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre.
Der Spielende selbst wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft. Das nimmt einen Teil des Drucks weg, aber nicht das Risiko. In Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und es existiert keine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle, die zugunsten des Spielenden eingreift. Die Sperrliste der Gespa ist der sichtbare Teil dieser Politik: Sie umfasst ausländische Domains, die von Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden; die erste Liste datiert vom 3. September 2019, und Ende 2025 führte sie 671 Domains. Blockierte Domains werden binnen Stunden ersetzt — die Gespa nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 als gelistet. Das Domain-Hopping ist lästig für die Behörde und bequem für den Anbieter: Eine Sperre zu umgehen ist einfach. Der Anschluss an das Sperrregister für Spielende ist es nicht.
Ehrlich formuliert, ohne beiden Seiten zu schmeicheln: Auf der einen Seite stehen der volle Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Auf der anderen Seite stehen ein breiteres Programm und keine Prüfung, dafür keine Schweizer Aufsicht, kein Eintrag im Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und eine andersartige steuerliche Behandlung der Gewinne. Keine der beiden Seiten ist per se «die sichere Wahl». Wer weiss, was er sucht, und wer weiss, was er aufgibt, trifft eine Entscheidung. Wer eine Wette auf einen Favoriten für sicher hält, irrt in beiden Lagern gleich.
Steuern auf Gewinne: Was wirklich zu zahlen ist
Die steuerliche Behandlung ist einfach, solange man zwei Grenzen auseinanderhält. Gewinne aus Schweizer Grossspielen — Sportwetten sind ausdrücklich Teil davon — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag ab dem 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 und für 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab: «je nach Kanton» ist die einzige korrekte Aussage, und wer eine einzelne Kantonszahl nennt, schreibt eine Regel, die für einen Nachbarkanton nicht gilt.
Wer über der Schwelle gewinnt, zahlt nicht einfach eine Steuer, sondern begegnet zuerst der 35 % Verrechnungssteuer, die der Veranstalter bei der Auszahlung einbehält. Sie ist keine endgültige Belastung: Wer den Gewinn in der Steuererklärung deklariert, holt sie zurück. Das ist der Grund, warum ein grosser Gewinn keine Panik auslösen sollte, aber eine Steuererklärung nötig macht.
Der zweite Teil der Wahrheit betrifft die ausländischen Anbieter. Ihre Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch unabhängig von der Höhe vollständig als steuerbares Einkommen. Ein Gewinn von CHF 500 kann damit am einen Ort steuerfrei und am anderen steuerpflichtig sein — nicht wegen der Höhe, sondern wegen der Herkunft des Anbieters. Für einen typischen Spielenden gewinnt dieser Punkt erst bei grösseren Beträgen Bedeutung, dann aber deutlich.
Die praktische Konsequenz: Bei einem Schweizer Veranstalter bleibt ein typischer Gewinn steuerfrei; bei ausländischen Grossspielen entscheidet der Wohnkanton. Wer wissen will, was für ihn gilt, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung. Es gibt keine Wettsteuer auf Einsätze in der Schweiz — wer eine findet, hat eine erfundene Zahl vor sich.
Wann welcher Weg passt
Die Entscheidung hängt an drei Fragen, und jede lässt sich mit den Zahlen dieser Seite beantworten.
Die erste ist die Wohnsitzfrage. Wer in Zürich oder Winterthur wohnt, hat Sporttip. Wer in Genf oder Sitten wohnt, hat Jouez Sport. Für alle anderen lautet die Frage: breiteres Programm ohne Schweizer Schutz oder schmaleres Programm mit Schutz.
Die zweite ist die Frage nach der Menge. Wer pro Wette im Bereich des Mindesteinsatzes von CHF 1 und deutlich unter der Höchstgrenze von CHF 1’000 bleibt, bewegt sich in einem Feld, in dem die Schweizer Limiten nicht stören. Wer regelmässig darüber liegt, sollte die Höchstgrenze kennen, bevor er sie entdeckt — denn die Wette wird abgelehnt, nicht angepasst.
Die dritte ist die Frage nach der Bremse. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden und eine Spielsperre, die auch die Casinos erreicht, sind dann wertvoll, wenn man sie freiwillig nie braucht. Für alle, die nicht sicher sind, ob sie sie nie brauchen, ist die Frage bereits beantwortet.
Am Ende bleibt eine nüchterne Bilanz. Die Schweiz hat den kleinsten regulierten Tenniswettmarkt mit dem engsten Angebot — und die einzigen Regeln in diesem Vergleich, die einem Spielenden tatsächlich etwas wegnehmen können, bevor er zu viel verliert. Beides ist derselbe Umstand. Wer ihn als Nachteil liest, findet bei den acht Marken ohne Bewilligung das, was er sucht. Wer ihn als Rahmen liest, bleibt bei Sporttip oder Jouez Sport.
Häufige Fragen zu ATP-Wetten in der Schweiz
Auf welche ATP-Turniere kann in der Schweiz gewettet werden?
Massgeblich ist die Liste der Gespa für Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026). Qualifikationsrunden stehen nur zur Wette, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Trainingsläufe sind ausgeschlossen.
Wie entsteht die Quote bei einem Tennismatch, und welchen Einfluss hat der Belag?
Der Anbieter schätzt die Häufigkeit jedes Ausgangs und rechnet seine Marge ein. Bei einem illustrativen Zweiwegemarkt mit 1.90 und 1.90 liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge bei rund 5 %. Der Belag verändert die Einschätzung davor: Sand, Rasen, Hartplatz und Halle prägen das Spiel der Beteiligten.
Wie wird eine Wette behandelt, wenn ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nachgeholt wird?
Für ein abgesagtes und nicht innert 48 Stunden nachgeholtes Ereignis gilt die Regelung des jeweiligen Veranstalters; wie abgerechnet wird, hängt vom konkreten Markt ab. Vor dem Setzen lohnt ein Blick in die Spielregeln und Teilnahmebedingungen, denn dort steht der genaue Umgang mit Abbruch und Nachholung.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationswetten Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. CHF 100 auf eine Quote von 1.90 ergeben CHF 190 Rückzahlung.
Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den beiden Schweizer Veranstaltern?
Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine Einzahlungslimite für 30 Tage möglich, und der Zugang lässt sich für 1 bis 180 Tage sperren.
Sind Gewinne steuerfrei, und was bedeutet «je nach Kanton» beim Steuerfreibetrag?
Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei: ab dem 1.1.2026 CHF 1’071’000, für 2025 CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht ab, daher «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.
Was passiert bei einer Livewette, wenn der Ausgang bereits eingetreten ist?
Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten — der Einsatz kommt zurück, ein Gewinn entsteht nicht.
Welche Auszahlungswege sind bei den Schweizer Veranstaltern möglich?
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, regelt er in seinen eigenen Bedingungen.
Gibt es bei Sporttip eine Teilauszahlung beim Cash-Out?
Bei Sporttip gibt es Cash-Out als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht, und bei einem Boost verfällt die Erhöhung.
Was gilt für Personen unter 18 Jahren bei Schweizer Sportwetten?
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Für die Online-Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Bei den Gespa-Testkäufen 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen an Minderjährige verkauft.
Tennis – kartenzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»
