Wettquote-Rechner im Test: Die Zahl, die am Ende auf dem Konto landet
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Auf dem Bildschirm steht 214,80. Auf dem Wallet landen 214,80 Franken – aber nur, wenn die Wette bei Sporttip gespielt wurde und die Rundung mitspielt. Bei einer Kombination aus vier Voraussagen mit je Quote 2.10 zeigt jeder Rechner im Netz dasselbe Produkt. Die Frage ist nicht, ob er richtig multipliziert. Die Frage ist, ob sein Ergebnis mit den Regeln des Veranstalters übereinstimmt, bei dem der Wettschein tatsächlich liegt.
Datenstand: Oktober 29, 2026, geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande sowie gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten-Angaben der Gespa.
Rechtslage in der Schweiz: Wer überhaupt Wetten annehmen darf
Die Gesetzeslage entscheidet nicht darüber, ob ein Rechner richtig rechnet. Sie entscheidet darüber, ob es für das Ergebnis jemanden gibt, der es auszahlen muss.
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Beaufsichtigt wird das von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Nicht zuständig ist die ESBK – die prüft Casinos, und Casino ist kein Sportwettenangebot. Wer die beiden Ämter verwechselt, sucht eine Bewilligung am falschen Ort.

Eine Bewilligung braucht zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Und sie gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS) – ein ausländisches Papier aus Curaçao, Malta oder Deutschland hat hier keine Wirkung. Das ist keine Formalie. Es bedeutet, dass die Aufsicht über den Anbieter, die Sperrliste und der Rechtsweg alle an der Grenze enden.
Warum die Liste der Schweizer Anbieter so kurz ist
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Mehr gibt es nicht, und deshalb existiert auch keine längere Liste zugelassener Buchmacher: Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Wer online nach dem dritten oder vierten Schweizer Sportwetten-Anbieter sucht, sucht etwas, das es nicht gibt.
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Zwei Organisationen, ein Bundesgesetz, zwei Sprachregionen – und dazwischen ein Graben, den ein Quotenrechner nicht überbrückt.
Der Reinertrag geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS). Das ist der Grund, warum die Schweiz überhaupt zwei und nicht zwanzig Veranstalter hat.
Was in der Schweiz überhaupt berechnet werden darf
Die bewilligte Offerte ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen ganz. Corner- und Kartenmärkte sucht man vergebens, eine Esports-Rubrik ebenfalls. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Cash-Out ist überhaupt nicht geregelt: Es ist eine Funktion des jeweiligen Veranstalters, keine gesetzliche Zusage – dazu unten mehr.
Das verändert die Frage, die ein Rechner beantwortet. Er kann nicht «alle Märkte» abbilden, weil es die nicht gibt. Er bildet die Märkte ab, die in der Liste stehen.
18 Jahre, ein Konto, ein Wohnsitz
Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität (Art. 47–52 VGS). Für ein Online-Konto bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.
Die Romandie hat ihr eigenes Gebiet: Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.
Das ist die praktischste Einschränkung der ganzen Angelegenheit, und sie taucht in keinem Rechner-Interface auf. Ein Spielender mit Wohnsitz Zürich kann kein Konto bei Jouez Sport eröffnen. Einer aus Genf keines bei Sporttip. Die Quote, die auf einem Vergleichsportal am höchsten aussieht, kann für die eigene Adresse schlicht nicht spielbar sein. Wer vor der Kontoeröffnung rechnet, rechnet in die falsche Richtung.
Was die Sperrliste bedeutet – und was nicht
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS). Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt – Domain-Hopping nennt die Gespa Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele und führt bet365 auf der Liste.
Was das für den Spielenden heisst: kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Schweizer Aufsicht. Stakes und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden; bestraft wird der Spielende nicht. Und eine Zahlungssperre gegen unzulässige Wettseiten gibt es in der Schweiz nicht – wer das Gegenteil behauptet, hat die Mechanik nicht verstanden. Die Sperre sitzt beim DNS, nicht bei der Karte.
Ehrlich formuliert: Die bewilligte Seite bringt vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Anbieter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Die ausländische Seite bringt keine dieser Dinge. Keine der beiden ist per se «die sichere Wahl». Das ist eine Abwägung, und der Rechner liefert dazu genau eine Zahl: den möglichen Gewinn.
Was das für den Rechner heisst
Ein Quotenrechner arbeitet mit Einsatz und Quote. Ob der Veranstalter, dessen Quote man eingetippt hat, in der Schweiz überhaupt Wetten annehmen darf, steht nicht in seinem Ergebnis. Und weil es nur zwei bewilligte Veranstalter gibt, ist die Chance, dass eine zufällig im Netz gefundene Quote von einem der beiden stammt, kleiner als die Chance, dass sie von einem der vielen ausländischen Anbieter kommt – und damit ist das errechnete Ergebnis unter Umständen ein Betrag, den niemand in der Schweiz auszahlen muss.
Wettquote-Rechner und Spielerschutz: Was der mögliche Gewinn verschweigt
Jeder Rechner zeigt einen Gewinnbetrag. Er zeigt nicht, wie oft man ihn erreichen müsste, um den Einsatz zurückzuholen, und er zeigt nicht, was ein Abend mit zwölf Wettscheinen kostet. Diese Lücke schliesst kein Skript, sondern eine Limite.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Diese 72 Stunden sind der eigentliche Schutzmechanismus. Nicht die Zahl, sondern die Verzögerung. Wer in einer schlechten Nacht seine Limite hochsetzen will, kann es nicht – und das ist der Punkt, an dem ein Rechner nichts nützt und eine Zeitspanne alles.
Limiten setzt der Spielende, nicht der Staat
Die Schweiz kennt keine gesetzlich fixierte Einzahlungsobergrenze. Der Veranstalter muss von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Senkungen greifen sofort, Erhöhungen nach Gesetz nach 24 Stunden – Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Das ist ein Unterschied, den man kennen sollte: Das Gesetz zieht die Untergrenze des Schutzes, die Veranstalter setzen ihre eigene, strengere Frist.
Wer eine Verlustlimite für 30 Tage auf einen Betrag setzt, den er in einer Woche verbraucht, hat sie nicht gesetzt, sondern nur eingetippt.
Das ist die Rechnung, die kein Quotenrechner aufmacht. Ein Einsatz von CHF 10 auf eine Quote von 4.00 verspricht CHF 40. Derselbe Spielende, der das an einem Abend zwölfmal tut, hat CHF 120 gebunden, um auf einen vierfachen Treffer zu warten, und die Verlustlimite des Monats trägt diese Serie nur, wenn sie dafür ausgelegt wurde. Die Limite ist der Bezugsrahmen, in dem die Quotenrechnung überhaupt stattfindet.
Spielsperre: einmal gesetzt, heisst gesetzt
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Sperrsystem (Art. 80–82 BGS) erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen ebenso wie die Selbstsperre; eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Wer gesperrt ist oder minderjährig, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Bemerkenswert: Eine Spielsperre bei Swisslos schliesst auch das Casino aus. Im Schweizer System gibt es keine Inseln. Wer sich sperrt, sperrt sich gegenüber dem ganzen bewilligten Angebot – und im Fürstentum Liechtenstein gleich mit.
Was an den Verkaufsstellen passiert
Die Gespa hat 2025 Testkäufe durchgeführt. An Verkaufsstellen wurde in 200 Fällen 47,5 % der Testkäufe eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Knapp jeder zweite Versuch traf auf keine Kontrolle.
Das ist die Zahl, die man kennen sollte, bevor man die Schweizer Regulierung als streng beschreibt. Auf dem Papier ist sie das. In der Filiale ist sie es nicht immer. Wer im Verkaufsstellennetz spielt, verlässt sich auf eine Person hinter dem Schalter, nicht auf ein System.
Was der Rechner nicht anzeigt
Der Kontostand, die Limite, die Spielpause – alles ausserhalb des Ergebnisfeldes. Ein Rechner ist ein Werkzeug zur Abschätzung eines möglichen Gewinns. Er ist kein Instrument zur Kontrolle dessen, was er kostet. Hilfe bei problematischem Spielverhalten gibt es bei den kantonalen Fachstellen und Beratungsdiensten, und die Ausnahme ist der Normalfall: Der typische Spielende tippt keinen vierstelligen Betrag.
Grundlagen der Wettquote: Einsatz, Quote und der Gewinn einer Wette
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Diese zwei Zahlen sagen mehr über das Schweizer Sportwettenangebot als jede Quotentabelle. Sie umreissen einen Korridor, in dem sich die übliche Wette bewegt: nicht der Euro-Betrag, den ein internationales Portal verspricht, sondern ein Franken-Fenster, das die meisten Spielenden nie verlassen.
Die Formel selbst ist unspektakulär. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Wer CHF 20 auf Quote 2.10 setzt, bekommt CHF 42 zurück – Einsatz plus CHF 22 Gewinn. Wer zwei Voraussagen mit 2.10 und 1.80 kombiniert, multipliziert zuerst: 2.10 × 1.80 = 3.78, und aus CHF 20 werden CHF 75,60. Ein Quotenrechner, der etwas anderes ausgibt, rechnet nicht falsch – er kennt die Regeln der falschen Veranstaltung.
Grundlagen der Wettquote: Rundung, Limiten und die Rechnung der Veranstalter
Zwei Stellen hinter dem Komma, dann fünf Rappen. So wird bei Sporttip aus dem Produkt ein Betrag, den das System auszahlen kann.
Warum der Rechner um Rappen abweicht
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 1 auf Quote 1.99 setzt, rechnet 1.99 und erhält CHF 1.95 statt CHF 1.99 – die erste Rundung hebt auf 1.99, die zweite senkt auf 1.95. Der Rechner im Netz zeigt 1.99. Das ist die häufigste Abweichung, über die sich Spielende wundern.
Fünf Rappen klingt nach nichts. Bei einem Einsatz von CHF 1 auf eine Quote nahe 1.10 kostet der Rundungsmechanismus einen Betrag in der Grössenordnung mehrerer Prozent des möglichen Gewinns – und das ist der Fall, in dem die Rundung am härtesten zuschlägt, weil die Quotenschritte dort am engsten liegen.
Wer das prüfen will, tut es nicht mit dem Rechner, sondern mit den Spielregeln: Die Rundungsregel steht dort im Wortlaut, und sie entscheidet, ob die eigene Erwartung an das Ergebnis stimmt.
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Einsatzgrenzen als Formgrösse
Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3 und für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.
Diese Zahlen erklären, warum ein Systemwetten-Rechner bei Sporttip mit ganz anderen Einsatzhöhen arbeitet als bei Jouez Sport. Eine Systemwette mit CHF 10’000 ist bei Swisslos rechnerisch vorgesehen – bei Jouez Sport ist dieser Betrag auf einem einzelnen Wettschein nicht erreichbar, und ein Rechner, der ihn trotzdem ausgibt, gibt einen Betrag aus, den niemand annehmen wird. Der Höchsteinsatz ist Teil der Rechnung, nicht ihr Rahmen.
Interessant ist die Gewinnobergrenze auf der anderen Seite: Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Quote 1.10 als Untergrenze ist für manche unerwartet. Sie schliesst die sehr sicheren, sehr niedrig quotierten Wetten aus der Kombi aus. Und die Obergrenze von 100’000 markiert die Grenze, ab der eine Kombination nicht mehr angenommen wird – der Rechner, der aus zwölf Voraussagen eine Gesamtquote im sechsstelligen Bereich bildet, rechnet eine Wette, die es nicht gibt.
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Systemwetten: viele Teilwetten, eine Quote
Bei einer Systemwette zerlegt der Spielende seine Voraussagen in mehrere Teilscheine und gewinnt schon, wenn eine bestimmte Zahl davon zutrifft. Die Rechnung unterscheidet sich deshalb grundlegend von der Einzel- und Kombiwette: Nicht ein Produkt aus allen Einzelquoten wird gebildet, sondern eine definierte Menge von Kombinationen, jede mit eigenem Gewinn, und der Gesamtgewinn ist die Summe der Kombinationen mit der erforderlichen Trefferzahl. Ausserdem fällt der Einsatz pro Teilwette an, nicht einmal für den ganzen Schein.
Wer einen Systemwetten-Rechner benutzt, muss deshalb drei Angaben haben: die Anzahl der Voraussagen, die Anzahl der zu kombinierenden, und den Einsatz pro Kombination. Fehlt die dritte, liefert der Rechner ein Vielfaches des tatsächlichen Einsatzes. Sporttip erlaubt Systemwetten bis CHF 10’000 Einsatz – ein Hinweis darauf, dass das Format dort nicht als Nischenprodukt gedacht ist.
Kombi-Boost als Einschränkung der Rechnung
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online – Prematch, Live, Systemwetten – und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Ein Rechner, der diesen Boost nicht kennt, unterschätzt das Ergebnis einer Kombination. Einer, der ihn kennt, ohne die Quote-1.50-Hürde zu prüfen, überschätzt es. Die Hürde ist der eigentliche Filter: Fünfzehn Voraussagen mit je mindestens 1.50 zu finden, bedeutet fünfzehn Risiken über der Mindestquote, und die 100 % kommen auf den Nettogewinn, nicht auf den Einsatz. Wer das verwechselt, rechnet mit dem Doppelten und gewinnt nicht das Doppelte.
Quotenboosts bei Sporttip gelten dagegen nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettende nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Das ist die interessanteste Kopplung im ganzen Reglement: Wer den Boost nimmt und dann vorzeitig auszahlt, verliert ihn. Die Erhöhung ist an das Durchhalten gebunden.
Cash-Out und die Absage
Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; anbieten muss Swisslos Cash-Out nicht für alle Wetten.
Und weil das Gesetz nichts dazu sagt, ist es überall reine Vertragsfrage.
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn – oder im Rahmen eines Turniers – nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Diese 1.00 ist der stille Faktor in jeder Kombi-Rechnung: Sie macht aus einer Fünferkombi eine Viererkombi, ohne dass der Rechner davon weiss.
Wenn zwei Voraussagen voneinander abhängen
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Für den Spielenden heisst das: Eine Kombination aus zwei Märkten desselben Spiels – sagen wir Sieg und Über/Unter – ist keine normale Kombi, sondern eine Funktion mit eigenen Regeln.
Livewetten und die Quote 1.00
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen – Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid – kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist die Lücke, in der ein Rechner am wenigsten nützt. Er kennt den Zeitpunkt nicht, zu dem ein Tor bereits gefallen ist, und er kennt die Sekunde nicht, in der ein Videoschiedsrichter eingreift. Bei der Livewette ist die Quote, die man eintippt, Sekunden später möglicherweise nicht mehr die Quote, die gilt.
Die reguläre Spielzeit ist nicht das Spiel
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer – etwa 90 Minuten Fussball – plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Der Rechner prüft den Markt nicht. Wer eine Kombi aus drei «Sieger»-Wetten baut und bei einer davon den Pokalmarkt erwischt hat, in dem Verlängerung zählt, während er den 90-Minuten-Sieg erwartet, hat drei richtige Voraussagen und trotzdem eine falsche. Die Preisfrage ist nicht die Quote, sondern die Marktbezeichnung.
Zweiundzwanzig Franken gut, aber nicht mehr lange
Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Ein halbes Jahr klingt grosszügig. Nur: Der Rechner läuft über den Wettschein, nicht über die Uhr daneben. Ein Gewinn, der auf dem Papier steht und nicht abgeholt wird, war einer, der nie ausgezahlt wurde.
Wettquote-Rechner und die Marge: Was hinter der Quote steckt
Nehmen wir die einfachste Wette der Welt: zwei Ausgänge, jeder mit Quote 1.90. Der Quotenschlüssel dieser zweiwegigen Märkte ergibt sich aus 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90), und daraus folgt ein Auszahlungsanteil von knapp über 95 Prozent. Die Marge, also der Anteil, den der Buchmacher von jedem gesetzten Franken für sich behält, liegt damit bei etwas unter 5 Prozent.
Wann die Marge kippt
Das ist eine Bandbreite, keine feste Zahl, und die Bedingung steht in der Marketts selbst. Bei ausgeglichenen Zwei-Weg-Märkten mit beiden Quoten über 1.90 bleibt der Buchmacheranteil in der Grösse von rund fünf Prozent. Sinkt eine Quote in Richtung 1.10, steigt der Anteil: Bei 1.10 und 8.00 wächst der Anteil auf über zehn Prozent. Die Marge ist also nicht das, was auf dem Wettschein steht – sie ist die Geometrie der beiden Zahlen zusammen, und sie wächst immer dann, wenn ein Markt schief steht. Je ungünstiger die zwei Quoten zueinander liegen, desto grösser der Anteil, der verloren geht.
Für einen Rechner heisst das, dass Quote und Marge nicht getrennt betrachtet werden können. Ein zweiter Faktor sitzt im selben Ergebnis, und bei einem ausgeglichenen Markt ist er am kleinsten.
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Die Rechner im Vergleich: Was ein gutes Werkzeug leisten soll
Ein Quotenrechner ist ein Fenster auf Einsatz und Quote. Die Frage ist, ob das Fenster dieselbe Landschaft zeigt wie der Veranstalter.
Einzelwetten
Der Grundfall: Einsatz und Quote, Ergebnis ist Einsatz mal Quote. Sporttip rundet das Ergebnis auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen ab; wer bei Swisslos spielt, muss also den gerundeten Betrag erwarten, wer bei Jouez Sport spielt, die gerundete Quote prüfen. Ein Rechner, der den Betrag auf drei Stellen zeigt, produziert eine Genauigkeit, die es nicht gibt.
Kombiwetten
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, und bei zwei bis zehn Voraussagen kann dieses Produkt weit über die Obergrenze hinauswachsen, die Jouez Sport mit 100’000 für die Gesamtquote nennt. Ein Rechner, der Kombinationen ohne Obergrenze ausgibt, rechnet eine Wette, die abgelehnt würde.
Systemwetten
Hier versagen die meisten Rechner, die man im Netz findet. Sie brauchen drei Eingaben – Anzahl Voraussagen, Anzahl zu kombinierender, Einsatz pro Kombination – und geben das Ergebnis als Summe über mehrere Teilwetten aus. Wer nur zwei Felder ausfüllt, bekommt ein Ergebnis, das mit dem Wettschein nichts zu tun hat.
Rundung
Die Spezialität des Schweizer Marktes. Die zwei Sporttip-Regeln – erst zwei Nachkommastellen aufrunden, dann auf fünf Rappen abrunden – sind im Ausland unbekannt. Ein Rechner, der die Rundung nicht abbildet, weicht im Fränkli-Bereich ab, und bei niedrigen Einsätzen und niedrigen Quoten ist das ein sichtbarer Anteil.
Bedienung
Die praktische Frage: Lässt sich eine Kombination aus zehn Voraussagen ohne Verrenkung eingeben? Wer für jede Voraussage ein neues Feld öffnen muss, gibt nach der sechsten auf. Und weil Systemwetten mehrere Kombinationen gleichzeitig sind, braucht eine brauchbare Oberfläche eine Zusammenfassung, die den Gesamteinsatz und den möglichen Gesamtgewinn nebeneinander zeigt.
Was ein Rechner nicht kann
Er kennt die Absage nicht, nicht die Quote 1.00 in der Kombi, nicht die Zeitlimits, nicht die Verfallfrist von 26 Wochen. Er rechnet immer im Idealfall. Wer das weiss, nutzt ihn richtig: als Abschätzung, nie als Zusage.
Überblick: Was ein Quotenrechner leistet und welche Grundlagen er braucht
Einsatz mal Quote. Bei Kombinationen das Produkt der Einzelquoten. Bei Systemwetten die Summe über mehrere Teilwetten. Mehr steckt nicht in der Formel – und genau deshalb entscheidet sich die Qualität eines Rechners nicht an der Multiplikation, sondern an dem, was er drumherum weiss.
Systemwetten-Rechner: die anspruchsvollste Anwendung
Ein Systemwetten-Rechner muss mehrere Quoten zu mehreren Kombinationen verknüpfen und anzeigen, wie viele Treffer nötig sind, damit der Schein überhaupt etwas zurückgibt. Er ist der einzige Rechner, dessen Ergebnis von der Eingabe des Spielenden stärker abhängt als von den Quoten: Bei vier Voraussagen und zwei zu kombinierenden gibt es sechs Zweierkombinationen, und jede hat ihr eigenes Ergebnis. Wer die Anzahl der Teilwetten falsch angibt, bekommt einen Gewinn, der nie auf einem Schein steht.
Sichere Wetten und die Illusion der niedrigen Quote
«Sichere Wetten» ist ein Wort aus der Sprache der Anbieter. Was dahintersteckt, sind niedrige Quoten – und die sind teuer. Eine Quote von 1.10 auf einen Favoriten bedeutet einen möglichen Gewinn von einigen Rappen pro Franken Einsatz, und die Marge schlägt bei einer so tiefen Quote anteilig härter zu als bei einer ausgewogenen Quote. Die «sichere» Wette ist nicht sicher, sie ist nur wahrscheinlicher und schlechter bezahlt. Zwischen 1.10 und 100’000 liegt bei Jouez Sport der erlaubte Quotenkorridor einer Einzel- oder Kombiwette – das ist die Spanne, innerhalb derer sich die ganze Diskussion bewegt.
Was ein Rechner nicht abbildet, aber berücksichtigen muss
Die Kombi mit Boost, der Cash-Out, der verfällt, die Mindestquote im Kombiboost. Die Limiten und die Verlustlimite. Der Wohnsitz, der bestimmt, welcher Veranstalter überhaupt zugänglich ist. Und die 48-Stunden-Regel, nach der eine abgesagte Voraussage in der Kombi plötzlich mit Quote 1.00 steht.
Wo der Rechner aufhört und die Verantwortung beginnt
Der Markt in der Schweiz ist auf zwei Anbieter begrenzt, die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten ist geschlossen, und die Limiten kommen von den Spielenden selbst. Wer einen Quotenrechner benutzt, um zu entscheiden, ob eine Wette es wert ist, hat die richtige Frage gestellt – und die Antwort hängt nicht nur von der Zahl ab, die im Ergebnisfeld steht. Sie hängt davon ab, ob der Veranstalter sie auszahlen muss, ob die Voraussage in der Liste steht, ob der Einsatz innerhalb der eigenen Limite liegt und ob die Quote bis zum Anpfiff hält.
Die Wettscheine an den Schweizer Schaltern: Wie sich die zwei bewilligten Anbieter schlagen
Zwei Organisationen tragen das ganze bewilligte Schweizer Sportwettenangebot. Sie unterstehen demselben Gesetz, derselben Aufsicht und denselben Anforderungen an Limiten und Identitätsprüfung – und unterscheiden sich in Gebiet, Einsatzgrenzen, Rundung und Reglementsdetails. Wer den Quotenrechner benutzt, benutzt ihn für einen der beiden. Die folgenden zwei Abschnitte sagen, für welchen.
Swisslos Sporttip
Die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt. Sie arbeitet mit einer Veranstalter- und einer Spielbewilligung nach dem BGS (SR 935.51) und wird von der Gespa beaufsichtigt.
Online erreichbar ist Sporttip ausserhalb des Vertragsgebiets nicht. Das Gebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Konto setzt mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre und eine einmalige Registrierung voraus; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Für den Rechner sind vor allem die eigenen Regeln relevant. Der Einsatz reicht von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und bis CHF 10’000 pro Systemwette; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Auszahlung läuft über die Rundung: zwei Nachkommastellen auf, dann fünf Rappen ab. Dazu kommen der Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote, Quoten- und Profitboosts nur online und nur für Prematch-Einzelwetten, das vollständige Cash-Out ohne Teilauszahlung und ohne Garantie pro Markt.
Fazit. Wer im Vertragsgebiet wohnt, hat eine Sporttip-Wette, deren grösste Unsicherheit nicht die Quote ist, sondern der Rundungsmechanismus bei kurzen Quoten. Für Kombinationsspielende mit vier oder mehr Voraussagen über 1.50 ist der Boost der eigentliche Grund, hier statt anderswo zu spielen – wer danach Cash-Out nimmt, verliert ihn wieder.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und ist die zweite Veranstalterin, die das interkantonale Recht zulässt. Die Bewilligungslage entspricht der von Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa. Die Loterie Romande nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Beim Einsatz setzt Jouez Sport einen anderen Rahmen: online CHF 2 Minimum, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Fazit. Der Quotenkorridor von 1.10 bis 100’000 ist bei Jouez Sport die Schranke, an der ein Rechner scheitert: zu tiefe Quoten werden nicht angenommen, zu hohe Kombinationen ebenso wenig. Wer in der Westschweiz mit kleinen Einsätzen spielt, findet hier die niedrigeren Hürden, wer grosse Einsätze auf Einzelscheinen plant, die engeren Grenzen.
Ohne Schweizer Bewilligung: Diese Anbieter treffen Schweizer Spielende im Netz
Die folgenden acht Marken haben keine Bewilligung für den Schweizer Markt. Nach schweizerischem Recht dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten annehmen. Eine ausländische Bewilligung – Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land – hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar; gewerbsmässiger Betrieb kann mit bis zu fünf Jahren bestraft werden (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fair-Play-Kontrolle.
Diese Marken werden hier beschrieben und bewertet, nicht beworben. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist strafbar (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS).
Gemeinsam ist allen acht: keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass ihre Domains auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
WirWetten – die Marke ohne Schweizer Bewilligung
WirWetten tritt als internationaler Anbieter auf. Eine Bewilligung für den Schweizer Markt besteht nicht; eine im Ausland gemeldete Lizenz ist nicht etabliert und hat hier keine Wirkung. Damit entfällt für den Spielenden die Verbindung zum Sperrregister, der Schweizer Rechtsweg und jede Fair-Play-Kontrolle nach Schweizer Recht.
Für einen Quotenrechner heisst das: Eine Quote, die bei WirWetten abgelesen und eingetippt wird, stammt von einem Veranstalter, der in der Schweiz gar nicht annehmen darf. Das Ergebnis des Rechners bleibt arithmetisch richtig und ist trotzdem ohne Schweizer Durchsetzungsanspruch. Wer diesen Weg wählt, wählt ihn bewusst gegen den Schutz des bewilligten Systems – und wer ihn nur deshalb wählt, weil die Quote höher aussieht, hat den Grund der Differenz nicht verstanden.
BillyBets – internationale Ausrichtung, keine Schweizer Bewilligung
BillyBets gehört zur Gruppe der Anbieter, die Schweizer Spielende im Netz antreffen, ohne über eine Bewilligung für die Schweiz zu verfügen. Eine im Ausland gemeldete Lizenz ist nicht etabliert und gilt in der Schweiz nicht.
Die Folgen sind dieselben wie bei jeder Marke ohne Bewilligung: keine Eintragung im Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, keine Aufsicht. Für einen Spielenden, der über einen Quotenrechner ein Angebot bewertet, ist die relevante Frage nicht, wie der Schein aussieht, sondern ob hinter dem Ergebnis eine Stelle steht, die die Auszahlung durchsetzen kann. Das ist hier nicht der Fall.
Bahigo – Quote ohne Schweizer Deckung
Auch Bahigo hat keine Schweizer Bewilligung; eine ausländische Lizenz ist nicht etabliert und hat keine Wirkung in der Schweiz. Die Marke richtet sich an ein internationales Publikum, und Schweizer Spielende können ihr begegnen.
Ein Rechner, der hier abgelesene Quoten verarbeitet, verarbeitet Quoten ohne Schweizer Deckung. Das ist der Kern der Sache, und er lässt sich nicht durch eine höhere Zahl im Ergebnisfeld auflösen. Wer vergleicht, vergleicht zwei Dinge, die nicht dieselbe Grundlage haben.
Boomerang Bet – kein Zugang zum Schweizer Schutzsystem
Boomerang Bet bietet Sportwetten ohne Bewilligung für den Schweizer Markt an. Ein Sperrregister-Zugang existiert nicht, ein Schweizer Rechtsweg ebenso wenig, und die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.
Die praktische Konsequenz: Ein Spielender kann dort spielen und hat bei Streitigkeiten keine Schweizer Stelle, an die er sich wenden kann. Der Quotenrechner sagt darüber nichts, weil er über die Bewilligungslage nichts weiss.
Interwetten – auf der Sperrliste genannt
Interwetten ist eine der Marken, die die Gespa im Zusammenhang mit Domain-Hopping ausdrücklich nennt: Ausländische Anbieter ersetzen blockierte Domains innert Stunden durch neue. Die Sperrliste führt Ende 2025 671 Domains.
Eine Schweizer Bewilligung hat die Marke nicht; eine ausländische Lizenz ist nicht etabliert und gilt hier nicht. Damit verbunden sind der fehlende Sperrregister-Zugang und der fehlende Schweizer Rechtsweg. Die Ersetzungsmechanik erklärt, warum die Blockierung für den Spielenden schwer zu greifen ist: Die Adresse, die man gestern gesperrt hat, ist heute eine andere.
HighFlyBet – kein Platz im bewilligten Angebot
HighFlyBet gehört zu den Marken ohne Schweizer Bewilligung. Das bewilligte Schweizer Angebot ist gesetzlich auf zwei Veranstalter begrenzt, und beide haben ihr eigenes Vertragsgebiet.
Wer bei HighFlyBet spielt, spielt ausserhalb dieses Systems. Der Verlust ist konkret: keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, kein Rechtsweg. Und bei einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden.
Rabona – Quote ohne Schweizer Aufsicht
Rabona ist ein weiterer internationaler Anbieter ohne Schweizer Bewilligung; eine ausländische Lizenz ist nicht etabliert und hat keine Wirkung in der Schweiz. Es gibt keine Verbindung zum Sperrregister, und ein Schweizer Rechtsweg fehlt.
Für einen Spielenden, der einen Quotenrechner benutzt, um zwischen Anbietern zu vergleichen, verschiebt sich die Frage damit an die Wurzel: Verglichen werden zwei verschiedene Rechtsräume, nicht zwei verschiedene Quotenschreibweisen.
Rollbit – kein Anspruch nach Schweizer Recht
Rollbit operiert ohne Bewilligung für den Schweizer Markt. Eine im Ausland gemeldete Lizenz ist nicht etabliert und gilt in der Schweiz nicht; es besteht keine Verbindung zum Sperrregister, und die Domains können auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.
Damit gilt auch hier der Grundsatz des schweizerischen Geldspielrechts: Nur zwei Veranstalter dürfen hier Wetten annehmen, und nur bei ihnen gibt es die Aufsicht, die die Auszahlung stützt.
panorama
| Brand | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin oder gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) | Loterie Romande, Lausanne |
| WirWetten | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BillyBets | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bahigo | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| HighFlyBet | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Rollbit | ohne Schweizer Bewilligung | im Ausland gemeldete Lizenz nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Die Tabelle zeigt eine Zweiteilung, die keine Zwischenstufe kennt. Links stehen zwei Veranstalter unter Schweizer Bewilligung mit Aufsicht, Sperrregister-Anbindung und einem Rechtsweg, rechts stehen Marken ohne diese drei Elemente. Was in der rechten Spalte bei den acht ausländischen Marken steht, ist kein Mangel an Sorgfalt, sondern der Kern der Bewilligungsfrage: Eine ausländische Lizenz – gleichgültig aus welchem Land – hat nach Art. 4 BGS keine Wirkung in der Schweiz. Es gibt hier also nicht «mehr oder weniger gut bewacht», sondern bewacht oder nicht.
Bemerkenswert ist die Symmetrie in der Bewilligungsspalte: Achtmal derselbe Eintrag. Das ist keine Wiederholung, sondern die eigentliche Information der Übersicht – der ausländische Markt ist für Schweizer Spielende kein unterschiedlich regulierter Markt, sondern ein einheitlich ungeregelter. Die Differenzen zwischen diesen acht Marken liegen in Dingen, die die Bewilligungsfrage nicht berührt.
Deshalb ist die nützlichste Spalte für den Leser die mittlere. Wer wissen will, ob ein Quotenrechner-Ergebnis in der Schweiz auszahlbar ist, findet die Antwort dort und nicht in der Höhe der Quote. Die Bewilligung entscheidet, ob es eine Stelle gibt, die den Betrag schuldet.
Geld auf das Spielerkonto und wieder zurück
Die Auszahlung ist der Teil des Angebots, den ein Rechner nie zeigt – und der in der Praxis darüber entscheidet, ob eine Quote etwas wert war.
Bei Swisslos kann Spielguthaben auf dem Wallet per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos an; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Ausgezahlt wird Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.
Zwei Auszahlungen gratis pro Jahr sind grosszügig gerechnet, wenn man selten auszahlt, und knapp, wenn man es oft tut. Das ist der Punkt, an dem ein Quotenrechner nicht mehr hilft: Eine Quote von 2.10 auf einen Einsatz von CHF 20 verspricht CHF 42, und wenn man diese CHF 22 Gewinn in vier Etappen abholt, wird die Rechnung am Ende durch eine Kommission verändert, die nicht in der Quote stand.
Nach Art. 50 Abs. 2 VGS werden Guthaben und Gewinne nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Steuern auf Gewinne: Was der Fünfer im Rechner nicht verrät
Ein Gewinn, der nicht besteuert wird, ist mehr wert als einer, der es wird. Der Unterschied beginnt bei einem Schwellenwert.
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen – die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich – sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, weshalb hier «je nach Kanton» gilt und keine einzelne kantonale Zahl genannt werden kann. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Der typische Spielende gewinnt weit unterhalb dieser Schwelle: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn.
Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, aber die kantonale Steuerpraxis – Thurgau ist hier ein Beispiel – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Für die eigene Situation ist die Steuerverwaltung des Wohnkantons oder eine Steuerberatung die richtige Adresse.
Für den Quotenrechner heisst das: Bei den Schweizer Anbietern ist der errechnete Betrag der auszahlbare Betrag, bei ausländischen Anbietern möglicherweise nicht. Der Rechner unterscheidet nicht, aus welchem Land die Quote stammt.
Häufige Fragen zum Wettquote-Rechner
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist – Sporttip rundet das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen ab, weshalb der ausbezahlte Betrag um einige Rappen unter der Rechnung des Rechners liegen kann.
Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette aus den Einzelquoten berechnet?
Die Gesamtquote ist das Produkt aller Einzelquoten: zwei Voraussagen mit 2.10 und 1.80 ergeben 3.78. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen, und die Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen – Kombinationen ausserhalb dieses Korridors werden nicht angenommen.
Wie rundet Sporttip den Gewinnbetrag, und warum weicht er vom Ergebnis eines Rechners ab?
Sporttip rundet den Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen auf und danach auf 5 Rappen genau ab. Weil diese zweite Rundung nach unten geht, liegt der ausbezahlte Betrag fast immer unter dem Ergebnis eines Rechners, besonders bei kleinen Einsätzen und niedrigen Quoten, wo die Rundung anteilig am stärksten durchschlägt.
Wie berechnen sich die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge aus den Quoten eines Spiels?
Der Quotenschlüssel einer zweiwegigen Märkte mit 1.90 und 1.90 folgt aus 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90) und ergibt einen Auszahlungsanteil von knapp über 95 Prozent, die Marge liegt damit knapp unter 5 Prozent. Bei Quoten von 1.10 und 8.00 steigt der Buchmacheranteil auf über zehn Prozent.
Wie rechnet sich eine Systemwette im Rechner, und welche Angaben sind nötig?
Ein Systemwetten-Rechner braucht drei Angaben: die Anzahl der Voraussagen, die Anzahl der zu kombinierenden Voraussagen und den Einsatz pro Kombination. Aus diesen Eingaben bildet er die einzelnen Teilwetten und summiert ihre Gewinne; bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000.
Quoten – kartenzahlungwetten
Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»
