Wetten auf die Serie A in der Schweiz: zwei Bewilligungen, zehn Anbieter, eine Entscheidung

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes in der Abenddämmerung, dahinter leuchten Flutlichtmasten über einer Tribüne.

Der italienische Fussball hat im Frühling 2026 einen Meister gekürt, den viele hierzulande schon im Winter auf dem Zettel hatten: Inter Mailand holte die Serie A 2025/26 mit 87 Punkten. Wer auf diesen Ausgang gesetzt hat, konnte Geld gewinnen. Wer darauf setzen wollte, hatte dafür genau zwei Anlaufstellen — und beide verlangen vor der ersten Wette etwas, das kein ausländischer Anbieter verlangt.

Die Serie A 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026; Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten.

Stand: Oktober 29, 2026; die Bewilligungsangaben wurden gegen die Publikationen der Gespa und die Teilnahmebedingungen der beiden Veranstalter geprüft.

Zwei Bewilligungen für ein ganzes Land. Das ist keine Marktlücke, die jemand vergessen hätte. Seit dem Geldspielgesetz von 2019 dürfen Sportwetten in der Schweiz nur von Swisslos, das seine Wetten unter dem Namen Sporttip führt, und von der Loterie Romande mit ihrem Produkt Jouez Sport veranstaltet werden. Der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein gehören zum Swisslos-Gebiet, die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zum Gebiet der Loterie Romande. Wer im falschen Gebiet wohnt, bekommt beim anderen Veranstalter kein Konto.

Dasselbe Gesetz, das den Markt auf zwei Veranstalter verengt, hat auch die Regeln für das Produkt selbst geschrieben. Was man setzen darf, steht in einer geschlossenen Liste der Gespa; wie viel man verlieren darf, legt jeder Wettende vor der ersten Wette selbst fest. Diesen Bogen spannt die Seite: was die Liga an Märkten hergibt, wie eine Quote entsteht, was die beiden bewilligten Veranstalter unterscheidet — und was ein ausländischer Anbieter kostet, der hier nichts darf.

Serie A im Spielplan: warum die Liga ein Langzeitprodukt ist

Die Serie A ist eine Liga der runden Zahlen. Seit der Saison 2004/05 spielen 20 Vereine, zuvor waren es 18, und daraus folgt für jeden Klub ein Programm von 38 Spieltagen im Hin- und Rückspiel. Die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Zwischen dem 23. August 2025 und dem 24. Mai 2026 wurde also an fast jedem Wochenende gespielt, an manchen auch unter der Woche, und über diese neun Monate verteilen sich alle Wetten, die eine Saison hergibt.

Eine Espressotasse und ein Bleistift liegen auf einem Caféhaustisch neben einer gefalteten Stoffserviette im Licht der Morgensonne.
Die Serie A hat seit der Saison 2004/05 20 Vereine; jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel.

Die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen, den ersten Titel gewann der CFC Genua. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand. Heute organisiert die Lega Nazionale Professionisti Serie A den Betrieb, eine Untereinheit des italienischen Fussballverbands FIGC. Für den Spielplan bedeutet das wenig, für die Frage, wem man bei Streitfragen glaubt, eine Menge: Die Liga ist die Veranstalterin, der Verband die Aufsicht. Ein Wettanbieter in der Schweiz ist weder das eine noch das andere und kann keinen Ausgang festlegen.

Am Tabellenende steigen die letzten drei Mannschaften ab. Nach der Saison 2025/26 traf es US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 und Pisa SC mit 18. Nach oben kommen die beiden Besten der Serie B und der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Wer auf einen Aufstieg setzt, setzt auf ein kleines Turnier innerhalb der Liga, das sich über Wochen zieht und in dem zwei Spiele mehr entscheiden können als eine ganze Saison. Wer dagegen auf einen gesicherten Mittelfeldplatz setzt, setzt auf ein Produkt, das im April oft nur noch die Frage offen lässt, ob die Mannschaft noch Lust hat.

Bei Punktgleichheit entscheidet in der Serie A der direkte Vergleich. Entscheidungsspiele gab es bis zur Saison 2005/06, seither nicht mehr. Diese Regel ist der Grund, warum die Tabelle manchmal lügt: Zwei Mannschaften können nach 38 Spieltagen dieselbe Punktzahl haben, und die Platzierung hängt daran, wer im Herbst im Hinspiel ein Tor mehr geschossen hat. Für Langzeitwetten auf die Endplatzierung ist das ein Faktor, den kaum jemand auf dem Zettel hat, obwohl er über Europa oder Abstieg entscheiden kann.

Rekordmeister bleibt Juventus Turin mit 36 Titeln, dahinter Inter Mailand mit 21 und der AC Mailand mit 19. Die Lücke zwischen Platz eins und Platz zwei ist gross genug, dass sie jedes Jahr neu erzählt wird, und sie ist für die Quote auf einen Meistertitel in einer einzelnen Saison ohne Bedeutung.

Was der italienische Fussball über eine Saison hinaus bedeutet

Wettende in der Schweiz finden in der Serie A eine Liga vor, die durch ihre Dichte auffällt. In der Saison 2025/26 reichten 87 Punkte zum Titel, während der Tabellenletzte bei 18 stehenblieb. Die Spanne zwischen Meister und Absteiger ist also weit — und trotzdem beschreibt sie nur die Summe einer Saison. An einzelnen Spieltagen liegt selten mehr zwischen zwei Mannschaften als eine Tagesform. Genau hier beginnt die Unsicherheit, die dieser Abschnitt nicht auflöst und die keine Quote beseitigt: Wer ein Spiel gewinnen wird, weiss vorher niemand, und die Liga liefert dafür keinen Hinweis, den nicht auch tausend andere lesen.

Wettarten und Quoten: wie aus einer Einschätzung ein Preis wird

Eine Quote ist keine Meinung über ein Spiel. Sie ist ein Preis, den der Veranstalter für den Fall setzt, dass etwas Bestimmtes eintritt, und sie enthält zwei Dinge: seine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und seinen Anteil an jedem eingesetzten Franken. Wer diesen Anteil kennt, kann beurteilen, ob ein Angebot günstig ist oder nur gut aussieht.

Die Rechnung, die jede Wette trägt

Die Formel für den möglichen Gewinn passt in eine Zeile: Einsatz mal Quote ergibt den Rückbetrag, Einsatz mal (Quote minus 1) den Nettogewinn. Setzt jemand CHF 50 auf eine Quote von 2.10, beträgt der Rückbetrag CHF 105 und der Nettogewinn CHF 55. Stehen mehrere Partien auf dem Schein, multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote — aus drei Aussagen mit je etwa 2.10 wird über 9, und aus einem kleinen Einsatz wird ein grosser Schein mit kleiner Eintrittswahrscheinlichkeit. Bei Sporttip beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen. Wer mit einem grossen Betrag auf eine Partie will, merkt das erst beim Absenden.

Was die Marge kostet — und wie man sie sichtbar macht

Nimmt man die Quoten eines 1X2-Marktes, bildet von jeder den Kehrwert, addiert diese Kehrwerte und bildet vom Ergebnis wieder den Kehrwert, erhält man den Auszahlungsanteil des Marktes. Bei einem illustrativen Markt mit 2.10 für den Heimsieg, 3.40 für das Unentschieden und 3.60 für den Auswärtssieg ergibt diese Rechnung einen Auszahlungsanteil von rund 95 Prozent und damit eine Marge von etwa 5 Prozent. Dieses Beispiel ist eine Rechenübung und kein Preis, der irgendwo genau so steht; die tatsächliche Marge schwankt von Markt zu Markt und von Anbieter zu Anbieter.

Was das in Franken heisst: Der Auszahlungsanteil ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt über lange Sicht an die Wettenden zurückgibt. In einem Markt mit neun Prozent Marge gehen von jedem hundert Franken, die in diesen Markt fliessen, rund neun Franken an den Veranstalter — nicht bei jedem einzelnen Schein, sondern im Durchschnitt über viele Wetten. Das ist die Zahl hinter jeder Marketingzeile über hohe Quoten. Sie ist nie verschwunden, sie steht nur nicht im Werbetext.

Bei einem Kombischein mit vier Aussagen und einer Gesamtquote von 18 beträgt der Rückbetrag bei CHF 1 Einsatz CHF 18 und der Nettogewinn CHF 17. Die Kombination ist der Ort, an dem die Marge am wenigsten auffällt und am meisten wirkt: Sie steckt in jeder einzelnen Quote, und die 18 ist bereits die Zahl nach Abzug aller vier. Grosse Quote, kleine Wahrscheinlichkeit, hoher Anteil für den Veranstalter — der Schein sieht trotzdem gut aus.

Spieltag und Saison: was Kurse über eine ganze Saison verraten

Eine Spieltagswette gilt für eine Partie an einem Wochenende. Eine Langzeitwette läuft über die Saison. Beide gehören zum Fussball, beide haben eine Quote, aber die Marge eines Meistermarktes ist nicht die Marge eines 1X2-Marktes, und wer die beiden gleichsetzt, verwechselt zwei Produkte. Ein Meistermarkt wird über Monate offen gehalten, die Quote ändert sich nach jedem Spieltag, und der Auszahlungsanteil liegt in der Regel niedriger als bei einem Einzelspiel — ein Teil des Preises eines Meistertitels ist die lange Laufzeit, ein zweiter die geringe Zahl vergleichbarer Ereignisse.

Langzeitwetten haben eine Eigenheit, die man beim Abschluss nicht sieht: Über neun Monate passiert viel, und während man auf einen Ausgang wartet, lässt sich die Wette bei Sporttip vorzeitig liquidieren. Das gilt für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten — vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn; er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Ein Angebot für jeden Markt ist er nicht, und ein einmal ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Für Langzeitwettende ist das ein Werkzeug, kein Ausweg: Wer bei drei Spieltagen Rückstand die Nerven verliert, bekommt weniger, als er bekommen hätte — und genau diese Differenz trägt der Veranstalter nicht zum Vergnügen.

Wettmärkte auf Fussball: Einzel, Kombi, System, live

Bei Sporttip stehen für den Fussball die klassischen Produkte bereit. Die Einzelwette ist der Fall mit einem Ausgang und einer Entscheidung. Die Kombinationswette verbindet mehrere Voraussagen zu einer Quote; die Systemwette tut dasselbe in mehreren Varianten gleichzeitig, weshalb ihre Höchstgrenze bei CHF 10’000 statt bei CHF 1’000 liegt. Die Livewette folgt einem Spiel, während es läuft. Der Cash-Out ist vor Spielbeginn und live möglich, jeweils nur online.

Voneinander abhängige Ereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Wer zwei Aussagen aus derselben Partie auf einen Schein nimmt, ohne diese Funktion zu nutzen, riskiert mehr als einen Fehler: Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich an, kann sie die ganze Wette für ungültig erklären und nur den Einsatz zurückerstatten. So günstig ein Schein aus demselben Spiel aussieht — ohne die dafür vorgesehene Funktion trägt er ein Risiko, das nichts mit Fussball zu tun hat.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Spiel übertragen wird. Wetten, die erst nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — sie gewinnen also nichts. In spielentscheidenden Situationen wie einem Elfmeter, einer roten Karte oder einem Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos ebenfalls mit Quote 1.00 abrechnen. Wer in solchen Momenten noch schnell absenden will, spielt gegen eine Uhr, die er nicht sieht.

Zwei Extras gehören zum Sporttip-Programm. Der Quotenboost gilt nur online und für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; der Profitboost erhöht den möglichen Nettogewinn eines bestimmten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und gilt nur online — Prematch, live und für Systemwetten. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Fünfzehn Aussagen mit je mindestens 1.50 ergeben eine Gesamtquote, bei der ein Einsatz von ein paar Franken dreistellig zurückkommen kann — und eine Trefferwahrscheinlichkeit, die man besser nicht nachrechnet, wenn man den Abend geniessen möchte.

Die Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten führt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keinen Esports-Bereich. Was nicht auf der Liste steht, ist in der Schweiz auf dem bewilligten Weg nicht setzbar. Die Bet-Builder-Funktion hilft dabei nicht weiter: Sie erlaubt die Kombination innerhalb eines Spiels, sie erweitert aber nicht das Wettangebot um neue Märkte.

Einzelwette und Kombiwette: zwei Rechnungen, ein Risiko

Ein einzelner Schein hat eine Entscheidung. Ein Kombischein aus fünf Partien hat fünf, und er gewinnt nur, wenn alle fünf stimmen. Die Quote multipliziert sich trotzdem linear: Aus fünf Voraussagen mit je 2.00 wird über 32, aus CHF 10 Einsatz also CHF 320 Rückbetrag und CHF 310 Nettogewinn. Diese 32 ist kein Beweis, dass irgendwer fünfmal richtig liegt — sie ist der Preis für das Gegenteil. Beim Kombiboost mit fünfzehn Voraussagen werden die Multiplikatoren noch deutlicher, und der Bonus von bis zu 100 Prozent auf den Nettogewinn macht den Schein nicht wahrscheinlicher.

Reguläre Spielzeit: warum die Nachspielzeit mitzählt

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, also etwa die 90 Minuten eines Fussballspiels, plus die Nachspielzeit. Diese Festlegung entscheidet über mehr Wetten, als man vermuten würde. Ein Tor in der vierten Minute der Nachspielzeit zählt zum Ergebnis; ein Tor in der Verlängerung zählt nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder die Verlängerung Gegenstand der Wette ist. Dasselbe gilt für ein Penaltyschiessen. Wer auf ein Ergebnis setzt, muss also wissen, ob er ein Spiel über 90 Minuten meint oder ein Spiel bis zum letzten Schuss — es sind zwei verschiedene Wetten mit zwei verschiedenen Quoten.

Die Unterscheidung schützt keine Seite, sie verschiebt nur den Zeitpunkt, an dem die Wette entschieden ist. Sie kostet den Wettenden aber Aufmerksamkeit: Ein Spiel, das 0:0 steht und in der 92. Minute ein Tor bekommt, sieht auf dem Wettschein völlig anders aus als bei Abpfiff in der 90. Minute. Genau deshalb steht diese Regel in den Teilnahmebedingungen, und genau deshalb liest sie fast niemand.

Was die Gespa-Liste zulässt — und wo sie endet

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Es ist eine geschlossene Liste, keine Rahmenordnung. Qualifikationsrunden sind nur enthalten, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie auf der Liste stehen. Ranglistenwetten erlaubt sie nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über eine Podiumsplatzierung entscheidet. Auf Trainingsläufe darf gar nicht gesetzt werden. Bei Sportarten, die überwiegend von Minderjährigen ausgeübt werden, sind Wetten ausgeschlossen. Wer eine exotische Liga sucht, wird sie meist nicht finden. Die Serie A gehört zum Kern des Angebots.

Dasselbe Gesetz lässt Livewetten zu. Die Schweiz kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte; ob ein Veranstalter eine Entscheidung für Live-Wetten hat, ist eine Frage seiner Bewilligung. Der Zugang zur Übertragung ist davon unberührt: Bei Sporttip geht die Wette auch bei einem Spiel auf, das nirgends übertragen wird, weil das Regelwerk allein auf das tatsächliche Ereignis abstellt. Streaming ist also keine Bedingung dafür, dass eine Wette zählt — was den Livewettenden von einer Suche nach einem Stream befreit, aber nicht von der Notwendigkeit, den Spielstand zu kennen.

Zwei bewilligte Veranstalter und ihre Gebiete

Die Bewilligung, über die hier alles läuft, gilt nur in der Schweiz. Das ist wörtlich gemeint: Wer eine Schweizer Bewilligung hat, darf sie im Ausland nicht nutzen, und wer im Ausland eine hat, darf damit in der Schweiz nichts veranstalten. Für Wettende heisst das, dass die Wahl des Veranstalters eine Frage des Wohnsitzes ist und nicht des Geschmacks.

Swisslos sitzt in Basel und veranstaltet seine Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Swisslos-Vertragsgebiet umfasst Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ihr Sitz ist die Avenue de Provence 14 in Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern, nicht bei der ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt. Für die Bewilligung braucht es eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Der Reingewinn geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen: Für 2025 verteilte Swisslos CHF 562 Mio., davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr — ein Rückgang, dem man im Werbematerial der Branche selten begegnet.

Die öffentliche Hand nimmt an diesem Geschäft nicht nur über die Fonds teil. Wer hier setzt, zahlt einen Teil seines Einsatzes indirekt in die Sportförderung, und ein Teil davon landet wieder beim Fussball. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung endet derselbe Betrag im Ausland.

Registrierung: ein Ausweis, eine Adresse, ein Konto

Bevor irgendwo Geld fliesst, steht die Registrierung. Bei Swisslos braucht sie ein Alter von mindestens 18 Jahren und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen, die Daten werden daraus ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Das ist mehr Aufwand als bei einem ausländischen Anbieter, bei dem ein Benutzername reicht — und es ist derselbe Aufwand, der dafür sorgt, dass eine Sperre am nächsten Tag noch gilt.

Bewilligungen im Vergleich: wer hier tatsächlich veranstalten darf

Eine Bewilligung ist kein Abzeichen, sondern ein Bündel von Bedingungen. Die folgende Übersicht stellt dar, unter welchem Rechtsrahmen die zehn unten beschriebenen Anbieter auf diesem Markt tatsächlich tätig sind. Die Angaben stammen aus den Publikationen der Gespa und den Geschäfts- und Regelwerken der Anbieter, Stand Oktober 29, 2026.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin bzw. gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligt (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligt (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, BGS, SR 935.51; Aufsicht: Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
22Bet Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
IviBet Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
BassBet Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Sportuna Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Rollbit Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
BillyBets Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
BetAlright Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
myBet Ohne Schweizer Bewilligung Gemeldete Bewilligung: nicht erstellt; im Schweizer Recht ohne Wirkung (Art. 4 BGS)

Zwei Zeilen sind Karten, die etwas einlösen. Acht sind es nicht. Wer den Status prüfen will, findet ihn nicht in der Werbung, sondern in der Bezeichnung des Veranstalters: Das Gesetz unterscheidet die Veranstalterbewilligung, die den Betrieb erlaubt, von der Spielbewilligung für das einzelne Produkt. Ein ausländischer Anbieter hat regelmässig keines von beidem, und eine Bewilligung aus einem anderen Land hat im Schweizer Recht keine Wirkung. Der praktische Unterschied ist grösser als das Wort. Bewilligte Veranstalter führen einen Teil ihres Gewinns gemeinnützigen Fonds zu, und sie sind an Sperrregister und Limiten gebunden — zwei Sätze, die man bei einem ausländischen Anbieter vergeblich sucht.

Die Spalte mit der gemeldeten Bewilligung sieht bei acht Zeilen gleich aus, und das ist kein Ausdrucksfehler. Sie trägt die Tatsache, die die acht Anbieter tatsächlich eint: ihren Status. Ein Register, das ausländische Bewilligungen prüfen könnte, existiert nicht, und es gibt nichts, was die acht unterscheiden würde. Ihre Unterschiede liegen im Wettprogramm, und deshalb lohnt der Blick auf die Anbieter selbst.

Zwei Register, zwei Wirkungen

Ein bewilligter Veranstalter und ein Domainname auf der Sperrliste sind zwei Enden desselben Rechts. Bewilligte Anbieter melden Spielsperren in ein gemeinsames Register, das schweizweit gilt und ausländischen Anbietern unbekannt ist. Die Gespa veröffentlicht dagegen die Sperrliste ausländischer Domainnamen, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS-Sperre blockieren. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domainnamen. Gesperrte Domains können innert Stunden ersetzt werden, deshalb ist eine Website-Adresse kein verlässlicher Prüfstein — der Name des Veranstalters ist es.

Rechtslage: was ein Veranstalter ohne Bewilligung riskiert

Wer Sportwetten in der Schweiz veranstalten will, braucht eine Bewilligung. Ohne sie ist es eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet wird; bei gewerbsmässigem Betrieb sind bis zu fünf Jahre möglich. Der Spieler selbst wird nicht bestraft. Ihm passiert etwas anderes: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden, und Schutz oder Fair-Play-Kontrolle bestehen nicht. Wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung spielt, wählt also nicht ein Produkt ohne Zulassung, sondern eines, bei dem im Streitfall niemand auf seiner Seite steht.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holzschreibtisch vor einem Fenster, durch das Licht in einen ruhigen Büroraum fällt.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Auch die Werbung hat eine Grenze. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Werbung darf zudem nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Kostenlose Spiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa — 2025 gab es 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine Sperrstunde für Werbung kennt die Schweiz nicht, und das ist keine Lücke, sondern eine Entscheidung des Gesetzgebers für andere Werkzeuge.

Für die Leserin heisst das: Die Anzeige, die auf ein ausländisches Angebot führt, ist in der Schweiz selbst eine Ordnungswidrigkeit mit einer Obergrenze, die grösser ist als das Jahreseinkommen der meisten. Für den Anbieter ist es eine Kalkulation. Für den Wettenden bleibt nur, die Bewilligung selbst zu prüfen, und das gelingt am besten bei der Aufsichtsbehörde und nicht im Werbetext.

Wo die Zulassung endet und der Schaden beginnt

Ein Verstoss gegen die Bewilligungspflicht ist nicht nur eine Frage des Anbieters. Der Ort, an dem die Wette entsteht, entscheidet mit. Wer in der Schweiz vor dem Bildschirm sitzt und bei einem Veranstalter ohne Bewilligung absendet, hat im Zweifel weder einen Ansprechpartner noch eine Aufsichtsbehörde hinter sich. Konkret: Ein Streit über eine Wette, die bei einem unzulässigen Anbieter erfasst wurde, liegt nicht bei der Gespa. Der Weg führt über den Anbieter selbst — und der sitzt im Ausland.

Verlustlimiten: was Schweizer Schutz konkret bedeutet

Das erste, was neue Wettende bei Swisslos und bei der Loterie Romande sehen, ist kein Quotenbildschirm, sondern ein Formular. Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Dass diese Limiten vom Spielenden kommen und nicht vom Staat, klingt nach Freiheit und funktioniert wie ein Bremsweg. Wer gerade eine Pechsträhne hat, kann die Obergrenze nicht schnell nach oben schieben — die Zeitverzögerung gehört zum Produkt. Die Schweizer Lösung kennt auch keinen allgemeinen Einzahlungsdeckel, wie ihn andere Länder eingeführt haben. Sie kennt dafür eine Grenze, die man selbst einmal gesetzt hat, und die 72 Stunden sind der Preis dafür.

Zum Schutz gehört mehr als eine Zahl. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer eine solche Sperre einträgt, schliesst damit mehr als ein Konto. Das ist eine ungewöhnlich weite Wirkung, und sie ist beabsichtigt: Sie soll das Ausweichen auf ein anderes Angebot desselben Hauses verhindern.

Die Kehrseite derselben Ordnung steht in einem Bericht der Aufsicht. Bei Testkäufen im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Kontrolle am Bildschirm sieht anders aus als Kontrolle am Kioskschalter, und beides hängt an derselben Bewilligung. Wer die Schweizer Regelung für lückenlos hielt, muss den Satz neu lesen.

Steuern auf Gewinne: wann die Abrechnung anders aussieht

Ein Gewinn aus einem bewilligten Schweizer Grossspiel bleibt bis zu einem Freibetrag steuerfrei — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — und wird erst darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Kantonale Freibeträge unterscheiden sich, deshalb gilt «je nach Kanton» und keine einzelne kantonale Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Steuererklärung, in der der Gewinn deklariert wird.

Für die Praxis ist die Schwelle der Punkt. Ein typischer Wettender bleibt weit darunter, zahlt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gilt keine Verrechnungssteuer, dafür steht die kantonale Praxis anders aus: Der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als volles Einkommen. Wer dort wohnt, hat auf demselben Tipp eine andere Steuerfolge. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht — wer davon hört, hat eine ausländische Regel vor sich. Für den eigenen Fall bleibt der Blick in die kantonale Steuererklärung oder das Gespräch mit einem Steuerberater oder der kantonalen Steuerverwaltung.

Prognosen und Strategie: was eine Einschätzung leisten kann

Eine Prognose zur Serie A ist eine gewichtete Aussage. Sie kombiniert Form, Tabellenlage, Kaderverfügbarkeit und den Preis selbst, und jede dieser Grössen ist zum Zeitpunkt der Wette unsicher. Der italienische Fussball liefert dafür reichlich Rohmaterial: eine Liga mit 20 Vereinen, 38 Spieltagen und einer Saison von Ende August bis Ende Mai, in der sich Tabellenlage und Form fast wöchentlich neu sortieren.

Form und Tabellenlage: was man sieht und was man übersieht

Die Tabelle ist der ehrlichste Datensatz, den eine Saison hat, und sie lügt trotzdem. Ein Verein mit 21 Punkten und einer Mannschaft mit 34 Punkten standen am Ende der Saison 2025/26 beide auf einem Abstiegsplatz — ein Abstand, der wie ein ganzes Segment wirkt und doch nur das Resultat derselben neun Monate ist. Der direkte Vergleich bei Punktgleichheit macht die Sache komplizierter: Zwei Mannschaften mit derselben Ausbeute landen an verschiedenen Orten in derselben Tabelle, und nur eine davon steigt ab. Wer während der Saison auf eine Platzierung setzt, muss deshalb die Tabelle lesen und nicht die Punktzahl zählen.

Die Form ist dagegen ein Fenster, das man mitschleppen kann — und wie viele Spiele man dafür mittelt, entscheidet über die Aussage. Fünf Spiele sind für jeden Verein ein Achtel des Weges und selten mehr als eine Momentaufnahme. Ein Torschützenkönig mit 17 Treffern wie Lautaro Martínez in der Saison 2025/26 lässt sich nicht auf eine Mannschaft übertragen, die er nicht mehr hat. Das ist keine Prognose, es ist die Grenze, an der eine Prognose aufhört.

Warum eine Einschätzung kein Einkommen ist

Prognosen sind nicht deshalb unsicher, weil sie schlecht gemacht wären, sondern weil sie es von Natur aus sind. Eine Quote drückt das bereits aus: In dem illustrativen 1X2-Markt mit Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60 beträgt der Auszahlungsanteil rund 91 Prozent, die Marge also etwa 9 Prozent. Das ist ein Wert über viele Wetten und keine Zusage für eine einzelne. Wer seine Fähigkeiten an einer kurzen Gewinnreihe bewertet, misst das Glück und nennt es Methode. Der Satz gilt für jede Sportart und für jede Liga, auch für eine mit 20 Vereinen und 38 Spieltagen.

Sinnvoller als die Suche nach einem System ist die Frage, welche Wettart zum eigenen Verhalten passt. Wer einmal in der Woche ein Spiel schaut, ist mit der Einzelwette und einem kleinen Einsatz ehrlicher dran, weil sie genau einen Ausgang hat. Wer mehrere Partien verbindet, kauft eine höhere Quote und bezahlt sie mit der Wahrscheinlichkeit, dass eine einzige Mannschaft einen Strich durch die Rechnung macht. Eine Langzeitwette bindet im August Geld über neun Monate, und einen vorzeitigen Ausweg gibt es nur dort, wo der Veranstalter ihn anbietet. Wer die Grenze lieber vorher zieht, findet sie in den Verlustlimiten: Eine Limite für einen Tag und eine für einen Monat sind billiger als jede Strategie und wirken früher.

Wahl zwischen den beiden bewilligten Häusern — und der Blick über die Grenze

Zehn Namen stehen auf dieser Seite, und es wäre unehrlich, sie als zehn gleichwertige Optionen zu präsentieren. Zwei davon sind in der Schweiz bewilligt, acht haben keine Schweizer Bewilligung und bieten ihre Wetten an einem Ort an, an dem der Schweizer Rechtsrahmen nicht greift. Das ist keine Sortierfrage, sondern der wichtigste Satz der ganzen Übersicht.

Was die zwei bewilligten Häuser unterscheidet, ist zuerst das Gebiet. Sporttip ist für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein da, Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Wer im Vertragsgebiet des einen wohnt, findet beim anderen keinen Vertrag, kein Konto und keine Rechtsgrundlage. Das ist nicht bequem, aber es ist der Rahmen, und er lässt sich nicht umgehen.

Der zweite Unterschied liegt im Wettprogramm. Bei Swisslos umfasst es Sportwetten mit Einzel-, Kombinations-, System- und Livewetten sowie die Extras, die zu diesem Haus gehören. Das Programm der Loterie Romande ist damit nicht deckungsgleich, und wer sein Konto in der Westschweiz eröffnet, prüft den Umfang am besten dort, wo er tatsächlich setzt. Die Bewilligungen sind gleich, die Reglemente sind es nicht: Die Teilnahmebedingungen beider Häuser werden getrennt geführt und getrennt geändert.

Der dritte Unterschied reicht über die Gebiete hinaus. Swisslos hat für 2025 CHF 562 Mio. Reingewinn an die öffentliche Hand und die Sportförderung verteilt, aus den Sportwetten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der Weg, den ein Einsatz in der Schweiz nimmt, wenn er verloren ist. Bei einem Anbieter ohne Bewilligung endet derselbe Betrag im Ausland, und der hiesige Fussball sieht davon nichts — auch nicht der, auf den gerade gesetzt wurde.

Wer dennoch über die Grenze blickt, trifft eine Entscheidung mit offenem Ende. Keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, kein inländischer Ansprechpartner, und bei Wohnsitz in gewissen Kantonen eine Steuerfolge, die es bei einem bewilligten Anbieter nicht gibt. Wer das in Kauf nimmt, weil ihm das Wettprogramm wichtiger ist, soll es wissen — nur sollte er es nicht mit der Annahme verwechseln, eine ausländische Bewilligung bedeute in der Schweiz etwas.

Vier Fragen, die jede Wahl entscheiden

Wer die folgenden Abschnitte liest, kann jeden Anbieter an vier Fragen messen. Wer veranstaltet hier tatsächlich? Ist das Angebot in dem Gebiet zugänglich, in dem ich wohne? Was gilt, wenn um eine Wette gestritten wird? Und wohin geht das Geld, das ich verliere? Die ersten beiden Fragen sind in der Schweiz in zwei Minuten beantwortet, die anderen beiden kosten einen Blick in die Teilnahmebedingungen. Wer sie stellt, landet immer beim gleichen Ergebnis.

Im Folgenden stehen die zehn Anbieter, die auf diesem Markt tatsächlich vorkommen: zuerst die beiden bewilligten Häuser, danach die ausländischen Anbieter, deren Domainzugang Schweizer Telekommunikationsanbieter sperren können.

Swisslos Sporttip: der grösste bewilligte Veranstalter

Swisslos ist kein Anbieter, der sich seinen Platz erkämpft hat. Den Platz gibt es nur zweimal, und Swisslos hält die grössere der beiden Karten. Veranstalterbewilligung und Bewilligung pro Spiel bilden den Rechtsrahmen, die Aufsicht liegt bei der Gespa in Bern, und die Grundlage ist die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019.

Die Teilnahme ist gebietsgebunden. Wer sich registriert, muss mindestens 18 Jahre alt sein, im Vertragsgebiet wohnen oder dort gewöhnlichen Aufenthalt haben, darf keinen Sperreintrag haben und kann sich nur einmal registrieren. Der Ausweis wird hochgeladen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Der Aufwand ist die Eintrittskarte: Ohne diese Prüfung gäbe es keine verlässliche Sperre und keine verlässliche Alterskontrolle.

Das Wettprogramm deckt Fussball, Eishockey und die übrigen Sportarten der Liste ab. Die Serie A gehört dazu, und wer auf sie setzen will, wählt zwischen Einzel-, Kombi-, System- und Livewetten. Die Limiten liegen bei CHF 1 Mindesteinsatz und CHF 1’000 Höchsteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, während eine Systemwette bis CHF 10’000 erlaubt. Eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen, und Swisslos kann diese Zahlen jederzeit ändern. Wer einen grossen Betrag einsetzen will, sollte den Schein deshalb nicht als gegeben betrachten.

Zwei Extras verdienen einen zweiten Blick. Der Quotenboost gilt nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, der Profitboost erhöht den Nettogewinn eines bestimmten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden einmal einsetzbar und bei einem Cash-Out sofort weg. Der Kombiboost belohnt Kombinationen: mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote, dann 5 Prozent Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Das klingt nach Geschenk und ist eine Einladung, mehr Voraussagen auf einen Schein zu nehmen, als man sicher beurteilen kann. Swisslos verliert dabei nichts.

Der Cash-Out ist praktisch, aber nicht grosszügig. Wer ihn nutzt, bekommt weniger als den möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, und der Betrag hängt vom Stand der Ereignisse ab. Möglich ist er nur vollständig, ohne Teilauszahlung, und nicht für jeden Markt garantiert. Ein Werkzeug mit eingebautem Abschlag, mehr nicht.

Urteil: Für Wettende in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein ist Sporttip die naheliegende Wahl, und die CHF 1 Mindesteinsatz machen den Einstieg billig. Wer eine Systemwette über mehrere hundert Franken plant, stösst auf die Grenze, die Swisslos ohne Begründung verschieben kann — und genau das ist der Punkt, der länger hängen bleibt als jede Quote.

Loterie Romande Jouez Sport: das Haus für die Westschweiz

Die Loterie Romande ist die zweite Hälfte der Schweizer Lösung. Sie veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Konto setzt Wohnsitz in einem dieser Kantone voraus; wer in Basel oder Bern sitzt, findet hier keine Tür — und wer in Genf sitzt, findet sie nur hier.

Das Haus ist eigenständig: eine Organisation mit Sitz an der Avenue de Provence 14 in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Die Verkaufsstellen sind der Teil des Angebots, den ein Online-Konto nicht ersetzt. Wer eine Wette in Papierform will oder eine Frage an der Theke stellen möchte, findet dafür einen Ort.

Das Wettangebot umfasst die Sportarten und Wettarten, die die Gespa-Liste zulässt. Die Serie A ist auch hier ein Kernthema, und wer in Lausanne oder Neuenburg wohnt, braucht kein Konto bei einem Haus jenseits der Sprachgrenze. Die konkreten Limiten, Boni und Bedingungen nennt die Loterie Romande in ihren eigenen Teilnahmebedingungen. Wer wissen will, welcher Grund- und Höchsteinsatz gilt und welche Extras mit welcher Auflage laufen, liest dort nach — in den eigenen Bedingungen des Hauses gelten sie, und nur dort werden sie geändert.

Die Adresse in Lausanne ist auch ein Hinweis auf die Zuständigkeit. Die Loterie Romande ist kein Zweig von Swisslos und kein Ableger eines anderen Konzerns. Sie entscheidet über ihr Programm, ihre Quoten und ihre Bedingungen selbst, unter denselben gesetzlichen Vorgaben wie Swisslos, aber mit eigenem Haus und eigenen Zahlen.

Urteil: Der massgebliche Faktor ist der Wohnsitz und nicht der Quotenvergleich. Wer in der Westschweiz lebt, hat hier ein Haus mit einer Vertriebsinfrastruktur, die ihresgleichen sucht, und mit einer Rechtsgrundlage, die vor einem Streit nicht endet. Alle anderen können das Produkt nicht nutzen, so gut es auch sein mag — und die Versuchung, sich über ein ausländisches Konto zu behelfen, kostet genau den Schutz, um den es hier geht.

22Bet: ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nach dem Geldspielgesetz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten in der Schweiz anbieten, und 22Bet gehört nicht dazu. Eine ausländische Bewilligung hat hier keine Wirkung.

Was das in der Praxis heisst, hängt davon ab, was der Wettende sucht. Wer nur die Quote sieht und den Rest nicht prüft, findet bei 22Bet und ähnlichen Anbietern ein Programm mit mehr Sportarten und mehr Märkten, als die geschlossene Schweizer Liste erlaubt. Wer Aufsicht, Sperrregister, Limiten und einen inländischen Ansprechpartner will, findet hier nichts davon. Die Website lässt sich mit etwas Aufwand öffnen, aber eine erreichbare Domain ist kein Ansprechpartner.

Urteil: Bei diesem Eintrag steht kein Schweizer Vorschlag, sondern die andere Seite des Marktes. Der Verzicht lässt sich nicht in Quotenpunkte umrechnen, und er wird auch nicht dadurch kleiner, dass die Seite gut aussieht.

IviBet: keine Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht

IviBet verfügt über keine Schweizer Bewilligung und fällt in dieselbe Kategorie. Für die Entscheidung des Lesers genügt eine Feststellung: Ohne Bewilligung gibt es keine Schweizer Aufsicht, keinen Eintrag im Sperrregister und keinen inländischen Gerichtsstand, und die Erreichbarkeit der Seite ändert daran nichts. Die Schweiz hat kein Zahlungssperrsystem gegen solche Anbieter; das Sperren läuft über die Domainnamen, die die Aufsicht veröffentlicht.

Urteil: IviBet ist keine Schweizer Option. Wer hier spielt, verzichtet bewusst auf den Schutz, den eine Schweizer Bewilligung mitbringt.

BassBet: ein Name, der nach Schweizer Vertrieb aussieht

BassBet hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist die ganze Auskunft, die für die Wahl zählt, und sie wiegt schwerer als jede Produktbeschreibung: Ohne Bewilligung darf hier gar nicht veranstaltet werden, also gibt es auch keine Bedingungen, an die sich jemand halten müsste.

Urteil: Als Schweizer Veranstalter fällt BassBet aus. Die Domain ist eine Adresse, keine Zulassung.

Sportuna: keine Schweizer Rechte, keine Schweizer Pflichten

Sportuna verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Eine Registrierung dort erzeugt keine Schweizer Rechte und keine Schweizer Pflichten — kein Sperrregister, keine Aufsicht, kein Schiedsverfahren in der Schweiz. Wer in einen Streit gerät, führt ihn mit einem Unternehmen im Ausland.

Urteil: Für Schweizer Wettende ist Sportuna keine Option, die sich mit den beiden bewilligten Häusern vergleichen liesse. Der Unterschied liegt nicht im Programm, sondern in der Rechtsgrundlage.

Rollbit: erreichbar, aber nicht bewilligt

Rollbit hat keine Schweizer Bewilligung. Die Gespa beaufsichtigt nur bewilligte Veranstalter, ausländische Anbieter liegen ausserhalb ihres Mandats. Dass die Domains solcher Anbieter auf die Sperrliste gelangen und von Telekommunikationsanbietern per DNS blockiert werden können, zeigt den Unterschied zwischen Erreichbarkeit und Zulassung: Was gesperrt wird, kann in wenigen Stunden unter anderem Namen wieder da sein.

Urteil: Eine Zulassung, die an einem Domainnamen hängt, ist keine Zulassung. Wer Schweizer Kontrolle sucht, findet sie bei Rollbit nicht — und das ist der einzige Punkt, der hier entscheidet.

BillyBets: ohne Bewilligung keine Verkaufsstelle

BillyBets hat keine Schweizer Bewilligung, und damit fehlt ihm mehr als ein Stempel: eine Verkaufsstelle, eine Schweizer Rechnungsadresse, eine Aufsicht. Eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, und wer sie nicht hat, darf nicht veranstalten.

Urteil: Der Anbieter füllt keine Zeile der Schweizer Voraussetzungen. Wer eine Wette mit Bedienung am Schalter sucht, findet sie nur bei den beiden bewilligten Häusern.

BetAlright: kein Ansprechpartner in der Schweiz

BetAlright verfügt über keine Schweizer Bewilligung. Deshalb gibt es hier weder eine Aufsichtsbehörde noch eine Schweizer Adresse noch eine Telefonnummer, an die man sich bei einem Streit wenden könnte. Dass eine solche Anlaufstelle etwas wert ist, merkt man erst, wenn die andere Seite keine hat.

Urteil: Fehlende Bewilligung, fehlender Ansprechpartner, fehlende Schweizer Rechte. Drei Punkte, ein Fazit.

myBet: ein Name, viele Domains, keine Bewilligung

myBet hat keine Schweizer Bewilligung. Adresse und Aufmachung ändern daran nichts, und die Sperrwirkung des Geldspielgesetzes richtet sich nach dem Veranstalter, nicht nach der Bekanntheit eines Namens. Wer prüfen will, ob ein Anbieter in der Schweiz darf, fragt nicht den Anbieter, sondern schaut in die Publikationen der Aufsicht.

Urteil: Kein Schweizer Veranstalter, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Schutz. Dieser Eintrag liefert keinen Beitrag zur Wahl zwischen Sporttip und Jouez Sport — ausser dem Hinweis, dass er nicht dazugehört.

Häufige Fragen zu Serie A Wetten in der Schweiz

Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport haben eine Bewilligung als Veranstalter. Swisslos bedient die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung, und ihre Bewilligungen aus anderen Ländern haben hier keine Wirkung.

Sind Wetten auf italienischen Fussball von der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten gedeckt?

Die Gespa führt eine geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Die Serie A gehört zum Kern des Angebots, und Wetten auf den Meister, auf Platzierungen oder auf einzelne Spieltage sind gängige Produkte, solange die konkrete Wettart auf der Liste steht. Eckball- und Kartenmärkte stehen dort nicht.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?

Der Rückbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote, der Nettogewinn aus Einsatz mal (Quote minus 1). CHF 50 auf eine Quote von 2.10 bringen CHF 105 zurück und CHF 55 Gewinn. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen zu einer Gesamtquote, und der Nettogewinn bezieht sich auf den gesamten Einsatz.

Was bedeutet die Marge in den Quoten für Meister- und Langzeitwetten?

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jedem Einsatz einbehält. Bei einem illustrativen 1X2-Markt mit den Quoten 2.10, 3.40 und 3.60 liegt sie bei etwa 9 Prozent, der Auszahlungsanteil also bei rund 91 Prozent. Bei Meister- und Langzeitmärkten ist der Auszahlungsanteil häufig niedriger, weil die Laufzeit länger und die Zahl vergleichbarer Ereignisse kleiner ist.

Was gehört bei Fussballwetten zur regulären Spielzeit, und zählt die Nachspielzeit mit?

Bei Sporttip gehört die Nachspielzeit zur regulären Spielzeit, ein Tor in der Nachspielzeit zählt also zum Ergebnis. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. Vor dem Absenden lohnt der Blick auf diese Angabe.

Ab welchem Betrag wird ein Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport besteuert?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, deshalb gilt «je nach Kanton». Darüber behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird.

Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»