Einzelwetten in der Schweiz — Strategie, Veranstalter und ihre Grenzen

Updated Oktober 2026
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Ein Schachbrett mit Holzfiguren mitten in einer Partie steht im Fensterlicht auf einem Tisch.

Oktober 29, 2026 · Bewilligungen geprüft gegen die Angaben der Gespa und die veröffentlichten Teilnahmebedingungen von Swisslos und Loterie Romande.

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Eine Einzelwette ist die einfachste Wette, die es gibt, und die schwerste, über die man klug schreiben kann. Sie hat einen Einsatz, eine Quote, ein Ereignis. Mehr ist an der Mechanik nicht dran. Genau deshalb schreiben die Veranstalter so gern über Kombiwetten: Dort lässt sich eine kleine Quote mit einer grossen Geschichte verkaufen, während eine Einzelwette auf den ersten Blick nur zwei Zahlen kennt, von denen eine ohnehin verloren geht.

Wer trotzdem nach einer Strategie für Einzelwetten sucht, sucht in Wahrheit zwei verschiedene Dinge. Die eine Hälfte sucht ein Verfahren, mit dem sich der Ausgang eines Spiels treffsicherer vorhersagen lässt als der Markt ihn taxiert. Die andere Hälfte sucht eine Ordnung im eigenen Handeln — feste Einsätze, feste Grenzen, keine Ausnahmen nach einem verlorenen Abend. Das erste gibt es nicht als dauerhaftes Einkommen, und kein noch so guter Tipp ändert daran etwas. Das zweite gibt es, es ist unspektakulär, und es ist das Einzige, was in der Hand des Wettenden liegt.

Im Schweizer Rahmen kommt eine Besonderheit hinzu, die viele Leser erst spät bemerken. Sportwetten sind hier kein offener Markt mit zweihundert Adressen, sondern ein Grossspiel mit zwei bewilligten Veranstalterinnen. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport. Wer ein Konto eröffnet, braucht Wohnsitz im jeweiligen Gebiet. Alles andere, was im Netz unter schweizerischen Sportwetten auftaucht, läuft ohne hiesige Bewilligung.

Diese Seite sortiert das der Reihe nach: erst die beiden Anbieter und was sie unterscheiden, dann die Mechanik der Einzelwette, dann die Rechtslage und den Spielerschutz, dann die Frage, was eine Vorhersage wirklich wert ist. Der Schluss gehört den Fragen, die sich beim Lesen immer wieder stellen.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Zehn Namen stehen in dieser Übersicht, und die Reihenfolge ist keine Rangliste nach Sympathie, sondern die schlichte Tatsache, dass zwei davon in der Schweiz eine Bewilligung haben und acht nicht. Diese Trennung ist der wichtigste Satz dieser Seite. Ein Wettanbieter ohne Schweizer Bewilligung ist kein Abenteuer für Mutige und keine clevere Alternative, sondern eine Adresse, gegen die die Gespa eine Zugangssperre verhängen kann und für die kein hiesiges Aufsichtsrecht greift.

Was die acht ausländischen Namen trotzdem hier zu suchen haben: Ein Leser begegnet ihnen. Sie kaufen Anzeigen, sie erscheinen in Suchtreffern, sie locken mit Zahlen, die in der Schweiz schlicht nicht zulässig sind. Ein Vergleich, der sie verschweigt, hilft niemandem bei der Entscheidung, die tatsächlich ansteht — nämlich zu wissen, was man aufgibt, wenn man sich auf sie einlässt.

Die folgende Übersicht hält fest, wie die Bewilligungslage aussieht und was die Anbieter selbst an Organisation oder Bewilligung anführen.

Anbieter Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin oder angeführte Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Société de la Loterie de la Suisse Romande
MrXbet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
Wettigo ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
BetLabel ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
Jackbit ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz
Betovo ohne Schweizer Bewilligung Bewilligung nach eigenen Angaben nicht ausgewiesen, ohne Geltung in der Schweiz

Die Spalte mit der Veranstalterin sagt mehr, als sie zunächst verrät. Bei den beiden Schweizer Häusern steht dort ein Träger mit Sitz, Genossenschaftsform und einem gesetzlichen Auftrag, der über das Wettgeschäft hinausgeht. Bei den acht übrigen steht eine Formel, die in allen acht Zeilen gleich lautet, weil sie bei allen acht auf dieselbe Auskunft zurückgeht: Nach eigenen Angaben ist keine Bewilligung ausgewiesen, und selbst wenn eine existierte, hätte sie nach Art. 4 BGS keine Geltung in der Schweiz. Der Reinertrag der bewilligten Grossspiele fliesst nach Art. 125 BGS gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu — ein Detail, das die Anbieterwahl zu einer Frage macht, die über den eigenen Kontostand hinausreicht.

Wer die Liste als Einkaufszettel liest, sollte einen Punkt vorher klären: Ob ein Anbieter Sportwetten überhaupt anbieten darf, entscheidet in der Schweiz nicht seine Werbung, sondern die Bewilligung. Und davon gibt es genau zwei für dieses Geschäft.

Grundlagen: wie eine Einzelwette aufgebaut ist

Eine Einzelwette ist eine Voraussage auf ein einziges Ereignis. Der Einsatz wird mit der Quote multipliziert, das Produkt ist der Gewinnbetrag. Bei Sporttip gilt für diese Rechnung eine eigene Rundungsregel: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einer Kombination steht an der Stelle der Einzelquote das Produkt der Einzelquoten, die Gesamtquote.

Ein einzelner Fussball liegt auf dem Elfmeterpunkt eines leeren Strafraums, der Rasen glänzt nass.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Diese Rundung wirkt harmlos und ist es in den meisten Fällen auch. Bei kleinen Einsätzen und Quoten nahe 1.00 frisst sie trotzdem einen Teil dessen, was auf dem Wettschein steht, weshalb es sich lohnt, vor dem Kauf den möglichen Gewinn auf dem Schein selbst zu lesen statt ihn im Kopf zu schätzen. Die Regel steht in den Teilnahmebedingungen, nur wird sie selten zitiert, wenn mit Beispielgewinnen geworben wird.

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Der Höchsteinsatz beträgt CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport umfasst eine Kombiwette 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Spannend wird der Unterschied zu den mehrbeinigen Varianten erst, wenn man die Verlustseite anschaut. Bei einer Kombination sinkt die Trefferwahrscheinlichkeit mit jedem Bein, während der Einsatz derselbe bleibt. Die Einzelwette ist deshalb das Format mit dem kleinsten Schaden pro Fehlgriff. Das ist kein Vorteil, den man feiern muss, aber einer, den die Werbung konsequent unterschlägt.

Wo die Einzelwette sich von Kombi und System unterscheidet

Eine Kombiwette bündelt mehrere Voraussagen zu einer einzigen Wette mit einer Gesamtquote. Eine Systemwette stellt aus einer Auswahl mehrere Kombinationen zusammen, was die Zahl der möglichen Gewinnfälle erhöht und den Einsatz entsprechend multipliziert. Die Einzelwette kennt nichts davon: ein Ereignis, ein Risiko, eine Auszahlung.

In der Praxis bedeutet das drei Dinge. Erstens bleibt bei einer Einzelwette sichtbar, ob die eigene Einschätzung richtig war, während eine Kombi ihre Fehler hinter einem gemeinsamen Ergebnis versteckt. Zweitens lässt sich der Einsatz pro Wette feiner steuern, wenn nicht vier Beine dasselbe Geld tragen. Drittens sind die Quoten der Beine grösser als sie wirken: Bei einer Kombination sinkt der Erwartungswert schneller, als die Gesamtquote steigt.

Wofür sich der Einsatz eines Rechners lohnt

Ein Quotenrechner beantwortet die Frage, was ein Sieg auszahlt, und die Antwort ist trivial, sobald die Quote feststeht. Interessanter ist eine zweite Rechnung, die kaum jemand anstellt: Der kombinierte Effekt aus Einsatzhöhe, Quote und der Einschränkung, dass nur Wetten ab einer bestimmten Mindestquote in eine Kombination zählen. Ein solcher Quotenrechner nützt vor allem, um vor dem Kauf zu prüfen, ob die geplante Kombination die Bedingungen einer Bonusaktion überhaupt erfüllt.

Wie gross der Anteil ist, der bei jeder Wette beim Veranstalter bleibt, lässt sich an einem illustrativen Beispiel zeigen. Setzt man für einen Zweiwegemarkt zweimal die Quote 1.90 an — eine Annahme zur Veranschaulichung, kein zitiertes Angebot —, liegt die Auszahlungsquote dieses Marktes bei 95,0 %, weil sich 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) so berechnet. Die Marge, also das, was vom Umsatz beim Veranstalter bleibt, beträgt damit 5 %. Je nach Markt und je nach Quote liegt diese Marge im Schweizer Angebot überlicherweise in einem Band von rund 4 % bei stark gespielten Zweiwegemärkten bis über 8 % bei Märkten mit vielen Ausgängen — wer das auf Dauer wissen will, rechnet die Quoten eines Programms einmal selbst nach, statt anzunehmen, jede Quote sei gleich teuer.

Die Rechtslage: bewilligt, nicht beliebig

Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e). Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat steht seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht zuständig — sie beaufsichtigt die Casinos, und diese Zuständigkeitsgrenze ist eine der häufigsten Verwechslungen in Diskussionen über Wettanbieter.

Ein schmaler Kiesweg führt zwischen zwei Hecken durch einen Park, auf dem Weg liegt Herbstlaub.
Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen.

Eine Bewilligung braucht in der Schweiz zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung je Spiel (Art. 21–25 BGS). Nach Art. 4 BGS gilt sie nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.

Zwei Gebiete, zwei Konten

Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für ein Onlinekonto braucht es Wohnsitz in der Schweiz (Art. 47 Abs. 3 VGS), in der Praxis also im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Wer in Zürich wohnt, kommt bei Jouez Sport nicht zum Zug, und wer in Genf wohnt, nicht bei Sporttip. Die Trennung ist keine Schwäche des Systems, aber eine Hürde, die über den tatsächlich verfügbaren Angeboten steht. Immerhin lassen sich Wetten, die in der App zusammengestellt wurden, bei Sporttip auch per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielen.

Was überhaupt gespielt werden darf

Der zulässige Inhalt der Wetten ist eine geschlossene Liste: die Gespa führt die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in einer Liste (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur auf der Liste, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie genannt sind. Ranglistenwetten sind zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettkampf oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fallen weg. Corner- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, ebenso ein Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Livewetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt — eine Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das BGS nicht. Der Cash-Out ist nicht reguliert, weshalb er ausschliesslich als Funktion des jeweiligen Anbieters zu beschreiben ist. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Altersgrenze, Beteiligte, Wohnsitz

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; wer unter 18 ist, ist von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — ein Verbot, das dem Sport seine Glaubwürdigkeit sichern soll und in der Praxis kaum durchsetzbar ist, aber jede Manipulationsdebatte überhaupt erst greifbar macht.

Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft — ein Verfahren, das den Markt kleiner macht als er in der Werbung aussieht.

Was eine ausländische Bewilligung hier wert ist

Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat nach Art. 4 BGS keine Geltung in der Schweiz. Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Der Spieler selbst wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es existiert weder Spielerschutz noch eine Fair-Play-Kontrolle.

Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, 671 Domains umfasste sie Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — ein Vorgang, für den sich der Begriff Domain-Hopping eingebürgert hat. Für den Leser heisst das: Eine Adresse, die gestern erreichbar war, muss es morgen nicht mehr sein, und aus einem Sperrgrund wird keine Warnung per E-Mail.

Die nüchterne Gegenüberstellung sieht so aus. Eine bewilligte Wette bringt vollständigen Schweizer Schutz, aber sie kennt nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzanforderung und eine Identitätsprüfung. Eine Wette ohne Bewilligung bringt kein hiesiges Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und eine steuerliche Behandlung, die das kantonale Recht nach eigenen Regeln handhabt. Keine der beiden Seiten ist von sich aus die vernünftige Wahl.

Spielerschutz: was eine Strategie nicht leisten kann

Es gibt einen Satz, der in jedem seriösen Rat steckt und in fast keiner Werbung steht: Eine Strategie ist eine Ordnung, keine Einkommensquelle. Wer Sportwetten als Nebeneinkommen plant, plant gegen die Marge, die in jeder Quote steckt. Diese Marge ist keine Ungerechtigkeit, sie ist der Preis der Veranstaltung, aber sie bedeutet, dass ein durchschnittliches Vorgehen auf Dauer Geld kostet.

Die Limiten setzen in der Schweiz die Spielenden selbst. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort; eine Erhöhung greift nach dem Gesetz erst nach 24 Stunden, während Swisslos und Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden ansetzen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Ein staatlich festgelegter Einzahlungsdeckel existiert in der Schweiz nicht.

Wer die Limiten als Bremse empfindet, hat den Mechanismus nicht verstanden. Sie sind die einzige Zahl auf der Seite, die nicht vom Anbieter festgelegt wird.

Sperren, Register, Pausen

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Rechtlich ist die Spielsperre in Art. 80–82 BGS geregelt und erfasst überschuldete oder suchtgefährdete Personen sowie die Selbstsperre. Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten (Art. 89 VGS). Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).

Bei den Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl gehört auf jede Seite, die über Schweizer Sportwetten schreibt, weil sie die Grenze des Schutzes markiert: gut geregelt, nicht lückenlos durchgesetzt. Wer die Altersgrenze für eine Formalie am Schalter hält, irrt.

Ein Konto, ein Name, keine anonyme Auszahlung

Ein Konto pro Spieler mit geprüfter Identität (Art. 47–52 VGS) ist die Regel. Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) — anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht. Ein Kredit an Spielende ist untersagt (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.

Zahlen aus der Praxis von Swisslos zeigen, wie das konkret aussieht. Spielguthaben auf dem Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zum Aufladen des Spielkontos bereit, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Auszahlungen von Spielguthaben sind innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Konto auf den eigenen Namen; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, Beträge darüber bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.

Diese Zahlen lesen sich bürokratisch, und sie sind es. Der Punkt, auf den es ankommt: Die 3 % ab der dritten Auszahlung sind eine Gebühr auf das eigene Geld, und sie treffen den, der häufig kleine Beträge abzieht. Wer stattdessen Guthaben stehen lässt, tauscht die Gebühr gegen das Risiko, das Guthaben zu verspielen.

Was Wettschulden und Steuern trennt

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der eidgenössische Schwellenwert liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Schwellenwert weicht davon ab und ist je nach Kanton verschieden; eine einzelne Kantonszahl wäre schlicht falsch. Oberhalb des Schwellenwerts behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender gewinnt weit unterhalb dieser Grenze und zahlt auf den Gewinn weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis etwa des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Das alles ist allgemeine Information und kein Steuerrat; für die eigene Situation bleibt der Weg zur Steuerberatung oder zur kantonalen Steuerverwaltung.

Zur Werbung und zu Gratiskrediten gehört eine Regel, die in der Praxis wenig diskutiert wird: Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Gratisspiele oder Gratiskredite brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten existiert nicht.

Vorhersage und Strategie: was eine Quote wert ist

Jede Quote ist eine Wahrscheinlichkeit mit einer eingebauten Gebühr. Steht ein Zweiwegemarkt bei 1.90 und 1.90, dann sagt der Veranstalter über die beiden Ausgänge hinweg: 95 Cent seiner Einnahmen gehen zurück, 5 Cent bleiben bei ihm. Eine eigene Einschätzung, die auf 50 % für eine Seite kommt, sagt also nichts darüber, ob die Wette gut ist. Sie sagt nur, dass die Quote nicht gut genug ist.

Eine Value-Wette entsteht, wenn die eigene Einschätzung der Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die die Quote ausdrückt — unter Einschluss der Marge. Wer diese Rechnung nicht anstellen kann oder nicht anstellen will, spielt nicht auf Wert, sondern auf Gefühl, und das ist keine Strategie, sondern eine Vorliebe. Der entscheidende Teil der Rechnung ist nicht die Zahl, die man schätzt, sondern die Disziplin, mit der man zugibt, dass man sich irrt. Ein Buchhalter, der zehn Einschätzungen revidiert, sieht schlechter aus als einer, der zehn behält, und ist trotzdem der bessere.

Form, Statistik und Quote sind die drei Bestandteile einer Vorhersage, und sie werden oft in der falschen Reihenfolge gewichtet. Die Form beschreibt, was zuletzt passiert ist, und wird systematisch überschätzt. Die Statistik beschreibt, was über längere Zeit passiert ist, und wird von jenen verachtet, die einen Grund für eine Wette brauchen. Die Quote sagt, was der Markt aus beidem macht, und sie ist die einzige der drei Grössen, die mit Geld hinterlegt ist. Wenn die eigene Einschätzung von der Quote abweicht, ist die erste Frage nicht, wo der Markt irrt, sondern wo die eigene Information herkommt — und «Ich habe ein Gefühl bei diesem Spiel» ist keine Antwort darauf.

Einsatzplanung schlägt Tippqualität

Eine Einsatzplanung ist die Festlegung, wie viel eine einzelne Wette kosten darf, bevor das Spiel überhaupt ausgesucht ist. Ein fester Bruchteil des verfügbaren Betrags, eine Obergrenze pro Tag, eine Pause nach einer bestimmten Zahl von Verlusten: Das sind keine Gewinnstrategien, sondern Verlustbremsen, und sie wirken genau dann, wenn nichts anderes mehr wirkt.

Der wichtigste Vorteil einer Einzelwette gegenüber der Kombination liegt hier. Bei gleichem Einsatz trägt die Kombination mehr Beine und damit mehr Gelegenheiten, sich zu irren. Wer sein Budget schonen will, spielt wenige Beine, und wer wenige Beine spielt, spielt Einzelwetten. Umgekehrt gilt: Die grosse Geschichte einer Kombi mit einem grossen möglichen Gewinn erkauft sich mit einer kleineren Chance, weshalb die Werbung die Gesamtquote nennt und die Wahrscheinlichkeit daneben schweigt.

Dass keine Vorhersage sicher ist, ist kein Vorbehalt, sondern die Grundbedingung des Geschäfts. Ein Ergebnis lässt sich nicht wissen, und wer es trotzdem behauptet, verkauft entweder ein Abonnement oder eine Wette. Wer aus Sportwetten ein Einkommen machen will, braucht eine Quote, die über der des Marktes liegt, über hunderte Wetten hinweg, nach Marge — eine Anforderung, die professionelle Wettende mit erheblichem Kapital und Modellen betreiben, und keine, die sich mit einem App-Download erfüllt.

Regeln, die auch dann halten, wenn es nicht läuft

Verlustlimiten wirken am stärksten, wenn sie gesetzt werden, bevor man sie braucht. Bei Swisslos sind sie vor der ersten Teilnahme Pflicht: für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Erhöhung erst nach 72 Stunden. Genau diese Verzögerung ist der eigentliche Mechanismus, denn sie trennt die Entscheidung von der Laune.

Dazu gehört eine Pause. Eine selbst gewählte Unterbrechung von bis zu sechs Monaten muss der Veranstalter anbieten, und bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren. Wer diese Werkzeuge nie benutzt, merkt erst im Rückblick, wann sie nötig gewesen wären.

Sporttip und Jouez Sport: die beiden Bewilligungen im Vergleich

Die beiden Schweizer Angebote sind keine Konkurrenten im üblichen Sinn. Sie bedienen unterschiedliche Landesteile, und ein Wettender hat in der Regel nur Zugang zu einem von beiden. Der Vergleich ist deshalb fair — aber was er zeigt, sind Feinheiten, nicht Kampfpreise.

Bei Sporttip reicht die Spanne von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bei CHF 10’000 pro Systemwette. Jouez Sport setzt den Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000 an und für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000; eine Kombiwette umfasst dort 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip gilt für die Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.

Die Höchstgewinn-Grenze ist die Zahl, die man notieren sollte, wenn man grosse Kombinationen plant. Ein möglicher Gewinn auf dem Schein kann über der Grenze liegen; ausgezahlt wird die Grenze. Systemwetten vervielfachen zwar die Zahl der Kombinationen, aber nicht die Auszahlungsgrenze.

Die Sporttip-Funktionen und was sie kosten

Sporttip kennt zwei Arten von Erhöhungen, und beide tragen Bedingungen, die man vor dem Kauf lesen sollte. Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Wer eine Kombination aus vier Beinen mit Quoten knapp unter 1.50 baut, bekommt nichts, und das ist keine Härte, sondern die Regel.

Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Diese letzte Bedingung ist die teuerste: Wer den Boost annimmt und dann vorzeitig aussteigt, hat die Erhöhung verloren — der Cash-Out-Betrag liegt ohnehin tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Wer ein Auszahlungsrechner für Einzelwetten bemüht, um den Effekt eines Boosters zu prüfen, kommt an einem Punkt nicht vorbei: Die Erhöhung liegt auf dem Nettogewinn, nicht auf dem Einsatz. Bei einer Quote nahe 1.10 ist selbst eine Verdopplung des Nettogewinns ein kleiner Betrag.

Auszahlung, Absage, Verfall

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Das ist der zweite stille Vorteil der Einzelwette: Die Absage kostet nichts ausser Zeit.

Anders liegt es bei Livewetten. Dort gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live auf das Ereignis reagiert, das er gerade sieht, ist deshalb nicht im Vorteil, sondern im Risiko.

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos; eine Einsprache gegen eine verweigerte Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Dass ein Gewinn verfällt, weil man ihn nicht abgerufen hat, ist keine Seltenheit — es ist ein Geschäftsmodell.

Swisslos Sporttip im Test: der Platzhirsch für Deutschschweizer Konten

Swisslos Sporttip ist die grösste der beiden bewilligten Veranstalterinnen und für die meisten Leser dieser Seite die einzige Adresse mit Zugang. Die Bewilligung stützt sich auf das BGS (SR 935.51) mit Veranstalter- und Spielbewilligung und Gespa-Aufsicht; Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, das Produkt heisst Sporttip. Ein Onlinekonto erhalten nur Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Das Kontensystem ist streng, und das ist keine Nebenbemerkung. Zur Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis gelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vor der ersten Teilnahme zwingend, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für unter 21-Jährige. Eine Erhöhung greift erst nach 72 Stunden.

Auf der Produktseite steht ein Programm, das mehr kann als das Etikett «Einzelwetten». Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Kombiboost ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und die Quoten- und Profitboosts für Prematch-Einzelwetten sind Instrumente für die, die sie lesen; wer sie überliest, zahlt drauf. Der Mindesteinsatz von CHF 1 und der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette passen zu einer Kundschaft, die nicht in Tausenderschritten spielt.

Die Kehrseite: Die Einsätze sind niedrig gedeckelt, das Programm ist eine geschlossene Liste, und wer über CHF 1’000 auf eine Einzelwette setzen will, kann es bei Sporttip nicht. Genau daraus folgt die Einordnung dieses Anbieters. Er ist der richtige Ort für jemanden, der klein und kontrolliert spielt, der Limiten als Teil des Produkts akzeptiert und der die Schweizer Regeln nicht als Umweg, sondern als Zweck versteht.

Loterie Romande Jouez Sport im Test: das Westschweizer Gegenstück

Loterie Romande Jouez Sport ist die zweite bewilligte Veranstalterin und funktioniert nach demselben Muster in einem anderen Landesteil. Die Bewilligung stützt sich auf dasselbe BGS (SR 935.51) mit Gespa-Aufsicht; Trägerin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande. Sie veranstaltet Jouez Sport für die Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende.

Beim Regelwerk fallen drei Zahlen auf, die es bei Sporttip nicht gibt: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss zwischen 1.10 und 100’000 liegen. Diese Untergrenze von 1.10 schliesst die ganz kleinen Einsätze auf praktisch sichere Ereignisse aus, und sie ist der Grund, weshalb sich Kombinationen hier anders planen als bei Sporttip. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen.

Die Westschweiz hat ein dichtes Netz an Verkaufsstellen, was für ein Publikum relevant ist, das den Wettschein lieber am Schalter als im Browser abschliesst. Wer dagegen ein Landesthema sucht — einheitliche Limiten, eine App, ein Programm für die ganze Schweiz —, wird die Kantonsgrenze als Einschnitt erleben, denn wer ausserhalb der sechs Kantone wohnt, kommt an Jouez Sport nicht heran. Für Wettende mit Wohnsitz in der Romandie ist es schlicht das Angebot mit der Bewilligung.

MrXbet im Test: ohne Schweizer Bewilligung

MrXbet gehört zu den Adressen, die Schweizer Spieler im Netz treffen und die in der Schweiz keine Bewilligung haben. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten veranstalten. Die angeführte Bewilligung ist nicht ausgewiesen und hätte nach Art. 4 BGS ohnehin keine Geltung in der Schweiz. Das Konto ist nicht mit dem Schweizer Sperrregister verbunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden. Eine bewilligte Wette ersetzt das nicht, und es wäre falsch, den Anbieter als gleichwertige Wahl darzustellen.

Für Leser, die solche Seiten aus Neugier öffnen, ist der entscheidende Punkt der Umgang mit Geld: Auszahlungen laufen in einem Rechtsrahmen, in dem ein Streit nicht in der Schweiz ausgetragen wird. Wer trotzdem vergleicht, sollte die angeführten Bedingungen vollständig lesen und die Sperrliste der Gespa im Blick behalten. Das ist kein Aufruf zur Vorsicht, sondern eine Beschreibung der Rechtslage.

Sportuna im Test: ohne Schweizer Bewilligung

Sportuna steht in derselben Kategorie. Keine Schweizer Bewilligung, eine nach eigenen Angaben nicht ausgewiesene Bewilligung ohne Geltung in der Schweiz, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz und die Möglichkeit einer DNS-Sperre. Für einen Wettenden in der Schweiz bedeutet das: kein Zugang zu den Werkzeugen, die hierzulande Pflicht sind — die Verlustlimiten, die Selbstsperre über das Register und die Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen.

Der Unterschied zu einem heimischen Konto liegt nicht in der Oberfläche, sondern im Rückweg des Geldes. Wo eine Beschwerde möglich ist und wo nicht, entscheidet sich nicht beim Einzahlen. Wer sich dennoch dafür interessiert, sollte das Wettprogramm und die Auszahlungsbedingungen zuerst lesen und erst danach über einen Einsatz nachdenken.

22Bet im Test: ohne Schweizer Bewilligung

22Bet tritt mit dem Auftreten einer grossen internationalen Plattform auf, und die Grösse des Auftritts ist keine Bewilligung. In der Schweiz fehlt sie, die angeführte Bewilligung ist nicht ausgewiesen und ohne Geltung nach Art. 4 BGS. Kein hiesiges Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste inklusive.

Bemerkenswert ist bei solchen Anbietern weniger, was sie anbieten, als was sie nicht anbieten können: die Schweizer Limitenmechanik mit der Verzögerung bei Erhöhungen, die Registrierung über das geteilte Sperrregister und die Pflicht zur Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen. Das sind Funktionen, die ein Konto hierzulande langsamer und unbequemer machen, und genau diese Unbequemlichkeit ist der Schutz. Wer sie vermisst, vermisst den Teil des Systems, der ihm zugutekommt.

Wettigo im Test: ohne Schweizer Bewilligung

Wettigo läuft ohne Schweizer Bewilligung, mit einer nach eigenen Angaben nicht ausgewiesenen Bewilligung, die hier keine Wirkung entfaltet, ohne Verbindung zum Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf der Sperrliste landen.

Für die Entscheidung ist damit das Wesentliche gesagt, und alles Weitere gehört in die Bedingungen des Anbieters, nicht in eine Bewertung, die den Rahmen ausblendet. Wer Angebote vergleicht, sollte zuerst den Rahmen prüfen und erst dann die Quote. Die Reihenfolge ist der halbe Vergleich.

BetLabel im Test: ohne Schweizer Bewilligung

BetLabel ist ein weiterer Name ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewilligung nach eigenen Angaben ist nicht ausgewiesen und hat nach Art. 4 BGS keine Geltung; das Schweizer Sperrregister gilt nicht, ein Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, die Gespa kann die Domain sperren lassen. Damit fehlt genau die Kette, die ein Schweizer Konto ausmacht: geprüfte Identität, ein Konto pro Person, Limiten und Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen.

Wer solche Seiten nutzt, sollte die Steuerfolge im Blick behalten. Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden kantonal aber unterschiedlich behandelt — die Praxis des Kantons Thurgau etwa sieht sie als vollständig steuerbares Einkommen unabhängig von der Höhe. Der Rat bleibt derselbe: die kantonale Steuerverwaltung fragen, bevor man rechnet.

BDMBet im Test: ohne Schweizer Bewilligung

BDMBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine ausgewiesene Bewilligung mit hiesiger Geltung und keine Anbindung an das Sperrregister. Der Rechtsschutz endet dort, wo die Domain auf der Sperrliste steht.

Die praktische Konsequenz betrifft weniger die Wette als die Auszahlung. Ein Anbieter ausserhalb des bewilligten Systems fällt nicht unter die Pflicht, Guthaben nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers zu überweisen, und schon diese eine Regel erklärt, weshalb das Schweizer System unbequemer wirkt und trotzdem weniger Angriffsfläche bietet.

Jackbit im Test: ohne Schweizer Bewilligung

Jackbit tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, mit einer nach eigenen Angaben nicht ausgewiesenen Bewilligung ohne Geltung hierzulande, ohne Sperrregister-Anbindung und ohne Schweizer Rechtsschutz. Die Sperrliste kann die Domain erfassen.

Spielerschutz gibt es dort nur, soweit der Anbieter ihn selbst gewährt. Das heisst nicht, dass er keinen bietet. Es heisst, dass er ihn freiwillig bietet, und ein freiwilliges Angebot lässt sich jederzeit ändern, ohne dass jemand in der Schweiz darüber entscheidet. Wer diesen Unterschied für akademisch hält, verwechselt Kulanz mit Anspruch.

Betovo im Test: ohne Schweizer Bewilligung

Betovo schliesst die Liste der ausländischen Namen ab, ohne Schweizer Bewilligung, ohne ausgewiesene Bewilligung mit hiesiger Geltung, ohne Anbindung an das Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann per DNS blockiert werden.

Für einen Wettenden in der Schweiz heisst das: Wer hier ein Konto führt, verzichtet auf das geteilte Sperrregister — jenes Werkzeug, das eine Selbstsperre über mehrere Anbieter und auch über Casinos hinweg wirksam macht. Das ist die schwerwiegendste der Folgen, weil sie genau die Situation betrifft, in der ein Spielender am wenigsten in der Lage ist, sich selbst zu bremsen.

Was beim Vergleich zählt und was nicht

Die Zahlen, die in der Werbung oben stehen, sind selten die Zahlen, die beim Auszahlen zählen. Eine Quote von 1.90 auf beiden Seiten eines Zweiwegemarkts lässt 95 % zurück und behält 5 %; wer dauerhaft auf solche Märkte setzt, zahlt diese Differenz mit jedem Schein. Bei Märkten mit mehreren Ausgängen fällt die Marge grösser aus, weshalb es sich lohnt, das eigene Wettprogramm gelegentlich selbst nachzurechnen, statt einer Faustregel zu glauben.

Der zweite Vergleichsgegenstand sind die Limiten, und hier ist die Schweizer Lage ungewöhnlich klar. Bei Sporttip reicht der Einsatz von CHF 1 bis CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bei Jouez Sport begrenzen Höchstgewinn und Mindestquote das Feld. Die Grenzen sind von den Veranstaltern jederzeit änderbar, was bedeutet, dass ein Plan, der auf einer heutigen Zahl aufbaut, eine Versicherung braucht: den Schein vor dem Kauf lesen.

Der dritte Punkt sind die Bedingungen der Erhöhungen. Ein Boost, der vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 verlangt, ist kein Geschenk, sondern ein Anreiz zu einer Wette, die man sonst nicht gespielt hätte. Ein Quotenboost, der bei Cash-Out verfällt, macht zwei Funktionen zu Konkurrenten. Wer beides nutzen will, muss sich entscheiden, und diese Entscheidung sollte vor dem Kauf fallen.

Der vierte Punkt betrifft die Verfügbarkeit selbst. Ein Angebot, das an einen Wohnsitz im Vertragsgebiet gebunden ist, ist für die grosse Mehrheit der Nutzer kein Vergleich, sondern eine Feststellung: Das Konto wird es dort geben oder nicht, und keine Quote ändert daran etwas.

Häufige Fragen zu Einzelwetten

Gibt es eine Strategie für Einzelwetten, die dauerhaft Gewinn bringt?

Eine Einschätzung lässt sich methodisch verbessern, ein dauerhaftes Einkommen daraus nicht garantieren. Jede Quote enthält eine Marge, und wer über viele Wetten keinen Vorteil gegenüber dem Markt hat, verliert diese Marge. Der Rat ist deshalb eine Ordnung im Einsatz statt ein Versprechen.

Was macht eine Value-Wette aus?

Sie liegt vor, wenn die eigene Wahrscheinlichkeitseinschätzung über der Wahrscheinlichkeit liegt, die die Quote ausdrückt — einschliesslich der Marge des Marktes. Diese Einschätzung stützt sich auf Form, Statistik und den Vergleich mit der Quote. Ob sie richtig war, zeigt sich erst über viele Wetten, nicht nach einer.

Wie hoch darf mein Einsatz bei Sporttip sein?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Wie wird der Gewinn einer Einzelwette berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei Sporttip wird er zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Kombinationswetten steht an der Stelle der Einzelquote das Produkt der Einzelquoten, also die Gesamtquote des Scheins.

Was passiert mit meiner Wette, wenn das Ereignis abgesagt wird?

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Der Einsatz bleibt also erhalten.

Wie helfen selbst gesetzte Verlustlimiten bei der Einsatzplanung?

Sie legen vor der Wette fest, wie viel Verlust ein Zeitraum tragen darf, und trennen damit die Entscheidung von der Stimmung. Bei Swisslos sind Limiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme Pflicht; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Inhalt erstellt vom Team «kartenzahlungwetten»